MIT ROSAROTER BRIL­LE

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT 4/2018 -

Ein „Spuk­haus“wird zum ge­müt­li­chen Fa­mi­li­en­nest.

Be­vor Le­na und Chris­ter das al­te Haus kauf­ten, war es im Ort nur als das „Spuk­haus“be­kannt – die bei­den Schwe­den ver­wan­del­ten es in ein ge­müt­li­ches Fa­mi­li­en­nest.

Dop­pel­sei­te: Vor dem lachs­ro­sa ge­tünch­ten Haus liegt ein klei­ner Teich, in dem auch ei­ni­ge Gold­fi­sche zu Hau­se sind. Oben rechts: Die Flod­ins füh­len sich in ih­rem Traum­haus rund­um wohl. Rechts: Im wil­den Gar­ten hin­ter dem Haus hängt Le­na im Som­mer die Wä­sche auf.

Wer in ein Spuk­haus zieht, muss ganz schön mu­tig sein. Noch mu­ti­ger muss je­doch sein, wer ein seit Jah­ren leer­ste­hen­des, bau­fäl­li­ges Haus aus dem 18. Jahr­hun­dert kauft, um dort mit sei­ner Fa­mi­lie zu le­ben. Le­na und Chris­ter Flo­din ha­ben bei­des ge­tan und sind mit ih­rer Ent­schei­dung mehr als glück­lich. Das lachs­ro­sa ge­stri­che­ne St­ein­haus im 300-See­len-Dörf­chen Lill­kyr­ka hat­te es dem Ehe­paar schon seit Län­ge­rem an­ge­tan. Da­mals wohn­ten die bei­den im Nach­bar­ort: „Un­ser dor­ti­ges Haus fühl­te sich im­mer ein biss­chen zu groß an für un­se­re klei­ne Fa­mi­lie“, er­zählt Le­na, „da­her wa­ren wir auf der Su­che nach et­was Neu­em.“Oder eher et­was Al­tem, denn sie und ihr Mann ha­ben so­wohl be­ruf­lich als auch pri­vat ei­ne Schwä­che für al­te Bau­sub­stanz und tra­di­tio­nel­les Hand­werk. Ge­mein­sam be­treibt das Ehe­paar seit 2007 ein Ge­schäft für Bau­ma­te­ria­li­en,

Pu­re Land­haus­ro­man­tik mit Mus­ter­ta­pe­ten und fri­schen Blu­men

Land­haus­kü­che mit Holz an den Wän­den und Schach­brett­bo­den

Re­no­vie­rungs­zu­be­hör und an­ti­ke Woh­nac­ces­soires. Chris­ter Flo­din ist dar­über hin­aus als Tisch­ler mit ei­ner Spe­zia­li­sie­rung auf al­te Häu­ser tä­tig. Kein Wun­der al­so, dass sich die bei­den von dem denk­mal­ge­schütz­ten Haus mit ver­wun­sche­nem Gar­ten ma­gisch an­ge­zo­gen fühl­ten. Auch im In­ne­ren wird die Lei­den­schaft der Be­woh­ner deut­lich – denn wei­ße Wän­de und mi­ni­ma­lis­ti­sches De­sign sucht man hier ver­geb­lich. Statt­des­sen ver­lieh Le­na den Wän­den mit Mus­ter­ta­pe­ten nost­al­gi­schen Charme und häng­te gold ge­rahm­te Bil­der und an­ti­ke Kron­leuch­ter auf. Be­son­de­re Auf­merk­sam­keit ließ das Paar den wun­der­schö­nen al­ten Holz­die­len zu­kom­men, die es zu­nächst mit fei­nem Sand scheu­er­te und da­nach mit Lein­öl pfleg­te. „Da­durch er­hält der Bo­den ei­ne tol­le Pa­ti­na. Und wenn man die Be­hand­lung mit Öl oft ge­nug durch­ge­führt hat, ist der Bo­den recht wi­der­stands­fä­hig und kann auch mal mit ei­nem feuch­ten Mopp ge­wischt wer­den“, er­klärt Le­na. Die wohl größ­te Bau­stel­le – vor al­lem op­tisch – be­fand sich je­doch

in der Kü­che des alt­ehr­wür­di­gen Hau­ses: Die­se war im wasch­ech­ten 80er-Jah­re-Look mit Ter­ra­kot­ta-Flie­sen und Kie­sel­stein­wand aus­ge­stat­tet – für Le­na und Chris­ter ein Stil­bruch, mit dem sie nicht le­ben woll­ten. So über­stri­chen sie die Bo­den­flie­sen in ei­ner grau-wei­ßen Schach­brett-Op­tik und lie­ßen die Wän­de mit Holz ver­tä­feln und weiß la­ckie­ren. Da­durch wirkt der Raum nicht nur viel hel­ler, son­dern macht nun auch dem Na­men Land­haus­kü­che al­le Eh­re und passt so­mit per­fekt zum Rest der Ein­rich­tung. Wo sie nur konn­ten, nutz­ten die Flod­ins al­te Ma­te­ria­li­en für die Re­no­vie­rung ih­res Traum­hau­ses, die sie häu­fig in Ab­riss­häu­sern fan­den und selbst wie­der auf­be­rei­tet ha­ben. An­de­re Schmuck­stü­cke, wie zum Bei­spiel der blau ge­mus­ter­te Ka­chel­ofen im Wohn­zim­mer, wa­ren be­reits im Haus vor­han­den. Mit ih­rem En­ga­ge­ment und ih­rer Lie­be zur Tra­di­ti­on ha­ben Le­na und Chris­ter dem al­ten Spuk­haus neu­es Le­ben ein­ge­haucht – und des­sen an­ti­ken Charme da­bei per­fekt er­hal­ten.

Hier ist fast al­les alt: Le­na und Chris­ter lie­ben An­ti­qui­tä­ten über al­les

TEXT: KA­RO­LIN KÜHL, KERS­TIN HERMELIN FO­TOS: SOFI SYKFONT/INA AGENCY

Links: Der blau ge­mus­ter­te Ka­chel­ofen ist ein ech­tes High­light und so alt wie das Haus selbst. Die­ses Bild: Bei al­ler Lie­be zur Tra­di­ti­on: Das So­fa ist von Ikea. Un­ten: Kat­ze Mo im Gar­ten.

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