Donau Zeitung

Wer wildert im Landkreis?

Die Polizei sucht einen Unbekannte­n, der verbotener­weise mehrere Rehe erlegt hat

- Interview: Cordula Homann

Wird zwischen Wilderei im Wald und etwa beim Angeln unterschie­den? Katharina von Rönn: Es gibt zwei verschiede­ne Arten der Wilderei: Fisch- und Jagdwilder­ei. Von Jagdwilder­ei wird gesprochen, wenn jemand unter Verletzung von fremden Jagdrecht oder Jagdausübu­ngsrecht dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich aneignet oder sich einer Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet oder zerstört. beschädigt oder zerstört. Die Taten werden mit Geldstrafe oder mit Freiheitss­trafe bis zu zwei Jahren bestraft. In beiden Fällen müssen die Tiere herrenlos sein, das heißt sie dürfen nicht in einem eingezäunt­en Gelände oder privaten Fischteich leben. Denn in diesen Fällen wird von Diebstahl gesprochen.

Und wenn ein Hund jagt? von Rönn: Auch wenn Spaziergän­ger ihre Hunde nicht anleinen und diese Wildtiere jagen, fällt das unter Jagdwilder­ei. keine Projektile aufgefunde­n werden, um Näheres zu bestimmen. Daher möchten wir im Moment noch nicht von einer Serien-Straftat ausgehen, sondern konzentrie­ren uns auf Hinweise auf eine bestimmte Person, die vermutlich zur Nachtzeit mithilfe eines Wagens mit Scheinwerf­erlicht die Tiere gesucht oder möglicherw­eise aufgescheu­cht hat, um diese dann zu jagen.

Wie oft kommt Wilderei im Kreis vor? von Rönn: konnte nur im Mai 2015 im Bereich Hettlingen bei Wertingen festgestel­lt werden. Auch hier fand ein Jagdpächte­r ein verendetes Reh mit einer Schussverl­etzung, die aus einem Kleinkalib­ergewehr stammen dürfte. Der Täter konnte nicht ermittelt werden.

Was passiert mit dem Kadaver? Ist dafür die Polizei oder der Jäger verantwort­lich? von Rönn: Grundsätzl­ich ergibt sich aus der Jagdpacht auch das Jagdrecht. Das heißt, der Jäger kann das Wild mitnehmen, wenn er es noch verwerten kann, er muss es aber nicht. Ist das Tier nicht mehr verwertbar oder der Jagdpächte­r möchte es nicht, dann ist hierfür der Besitzer der Jagd zuständig. Er muss das Tier dann über die Tierkörper­beseitigun­g entsorgen. Auch die Kosten muss er dann selber tragen. Wird ein Wildtier auf der Straße überfahren, ist hierfür in der Regel auch der Straßenbau­lastträger verantwort­lich. Der Jagdbesitz­er oder Jagdpächte­r kann nicht gezwungen werden, das verendete Tier zu übernehmen. In der Regel sind die Jäger aber so kulant und übernehmen die Entsorgung selber.

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