Son­ne igno­riert Uh­ren

Donau Zeitung - - Meinung & Dialog -

Eben­falls da­zu:

Seit Wo­chen le­se ich in Ih­rer Zei­tung im­mer wie­der For­mu­lie­run­gen wie: „Durch die Som­mer­zeit ist es abends län­ger hell.“Oder: „Bei dau­er­haf­ter Som­mer­zeit geht die Son­ne im Win­ter erst ge­gen 9 Uhr auf.“Die­se For­mu­lie­run­gen sind ir­re­füh­rend, denn sie im­pli­zie­ren, dass die Ein­stel­lung un­se­rer Uh­ren den Lauf der Son­ne ver­än­dern wür­de. Das ist aber nicht der Fall. Egal wie wir un­se­re Uh­ren stel­len, die Son­ne geht ex­akt zur glei­chen Zeit auf und un­ter, nur die Uh­ren zei­gen et­was an­de­res an. Bei all den Dis­kus­sio­nen um die Zeit­um­stel­lung scheint den we­nigs­ten Men­schen die selbst­ver­ständ­li­che Tat­sa­che be­wusst zu sein, dass Uh­ren nun ein­mal die Zeit nicht ma­chen, son­dern sie le­dig­lich an­zei­gen. Was uns krank macht, ist des­halb nicht die Uhr­zeit, son­dern dass wir un­se­ren Le­bens­rhyth­mus von Uh­ren ab­hän­gig ma­chen und nicht vom Lauf der Son­ne. Wenn wir uns am Son­nen­stand ori­en­tie­ren wür­den, gä­be es üb­ri­gens auch kei­ne Dis­kus­si­on mehr, wel­che Zeit die rich­ti­ge ist, denn nur die MEZ ent­spricht dem Son­nen­stand.

Mar­kus Schäf­ler, Buch­loe

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