Donau Zeitung

AfD for­dert 500 Eu­ro für je­den Deut­schen

Die Rechts­po­pu­lis­ten wol­len ein so­zi­al­po­li­ti­sches Kon­zept er­ar­bei­ten

- VON MARGIT HUFNAGEL Alternative for Germany · Berlin · Alliance '90/The Greens · Angela Merkel · Bundestag · Bundestag of Germany · Auch · Jörg Meuthen

Ber­lin Die Grü­nen ver­leg­ten ih­ren Par­tei­tag auf ein So­fa ins In­ter­net, bei der CDU brach über die Dis­kus­si­on um das pas­sen­de For­mat ein ve­ri­ta­bler Streit vom Zaun. Und die AfD? Lässt sich von den stei­gen­den Co­ro­na-In­fek­ti­ons­zah­len nicht be­ein­dru­cken und ver­an­stal­tet am Wo­che­n­en­de ei­nen Prä­senz­par­tei­tag am Nie­der­rhein. In Kal­kar tref­fen sich rund 600 De­le­gier­te – ein Zei­chen auch an die An­hän­ger­schaft in die­ser Pan­de­mie. Denn wäh­rend es der AfD am An­fang kaum ge­lun­gen war, die Kri­se für sich selbst zu nut­zen, ent­wi­ckeln sich die An­ti-Co­ro­na-De­mons­tra­tio­nen im­mer stär­ker zu ei­nem Sprach­rohr der Rechts­po­pu­lis­ten. Von Mer­kel-Dik­ta­tur ist bei den Pro­tes­ten die Re­de. Ein Duk­tus, der auch in­ner­halb der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei zu hö­ren ist. Zwar for­der­te die AfD noch zu Be­ginn der Co­ro­na-Kri­se ei­nen ra­di­ka­len Kurs von der Kanz­le­rin, schwenk­te in­zwi­schen aber um ins La­ger der Wi­der­ständ­ler. Im Bun­des­tag fal­len die Ab­ge­ord­ne­ten im­mer wie­der durch ei­nen la­xen Um­gang mit der Mas­ke auf. Auch des­halb wur­de das Ur­teil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter auf In­ter­es­se: Beim Par­tei­tag gilt Mas­ken­pflicht. Die AfD-Füh­rung muss al­so et­was kon­trol­lie­ren, was sie selbst ab­lehnt. Auch sonst dürf­te das Wo­che­n­en­de tur­bu­lent wer­den. In der Sonn­tags­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts In­fra­test di­map kommt die AfD der­zeit auf elf Pro­zent. Bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl war die Par­tei noch bei 12,6 Pro­zent ge­lan­det. Ge­lin­gen soll der Sprung nach oben mit ei­nem so­zi­al­po­li­ti­schen Kon­zept. Das fehlt der AfD bis­lang völ­lig; der kla­re Schwer­punkt lag auf der Mi­gra­ti­ons­po­li­tik. Un­um­strit­ten ist der neue Kurs al­ler­dings nicht. Die AfD teilt sich in ein La­ger, das sich als wirt­schafts­li­be­ral sieht, und ein La­ger, das auf mehr staat­li­che Für­sor­ge set­zen will. Die Dis­kus­si­on über die künf­ti­ge Aus­rich­tung dürf­te ent­spre­chend heiß her­ge­hen.

Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Re­né Sprin­ger et­wa for­dert ein Grund­ein­kom­men für deut­sche Staats­bür­ger. Je­der soll von Ge­burt an mo­nat­lich 500 Eu­ro vom Staat be­kom­men – und zwar oh­ne An­trag und Be­darfs­prü­fung. Aus­län­der sol­len da­ge­gen wei­ter­hin ei­nen An­trag stel­len müs­sen, um nach ei­ner Be­dürf­tig­keits­prü­fung So­zi­al­leis­tun­gen zu be­zie­hen. Un­ter­stüt­zung er­hält Sprin­ger un­ter an­de­rem von Par­tei­chef Jörg Meu­then – der ei­gent­lich als Wirt­schafts­li­be­ra­ler zur AfD ge­sto­ßen war.

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