Donau Zeitung

Ex‰Freund im Rausch er­sto­chen

Haft­stra­fe für Blut­tat in Neu­burg

- VON LUZIA GRASSER Crime

In­gol­stadt/Neu­burg Zu ei­ner sechs­ein­halb­jäh­ri­gen Haft­stra­fe hat das Land­ge­richt In­gol­stadt ei­ne 30-Jäh­ri­ge ver­ur­teilt. Die Frau hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr ei­nen Tag vor Weih­nach­ten im Dro­gen­rausch mit ei­nem Mes­ser ih­ren Ex-Freund er­sto­chen. Die Tat hat­te sich in der ge­mein­sa­men Woh­nung im Neu­bur­ger Orts­teil Bit­ten­brunn er­eig­net. Die Stra­fe um­fasst auch ei­nen Dro­gen­ent­zug und ei­ne zwei­jäh­ri­ge The­ra­pie in ei­ner ge­schlos­se­nen Ein­rich­tung. Denn zu der Tat, da war sich Vor­sit­zen­der Rich­ter Kon­rad Kliegl si­cher, wä­re es „oh­ne mas­si­ve In­to­xi­ka­ti­on über­haupt nicht ge­kom­men“.

Die 30-Jäh­ri­ge und ihr ehe­ma­li­ger Freund hat­ten ei­ne äu­ßerst schwie­ri­ge Be­zie­hung. Sie hat­te ihn im­mer wie­der be­tro­gen, war aber fi­nan­zi­ell ab­hän­gig von dem Mann, um ih­re Dro­gen fi­nan­zie­ren zu kön­nen. Von Zeu­gen wur­de sie als ag­gres­siv be­schrie­ben, die un­ter Dro­gen „zum Mons­ter“wer­den kön­ne. Der 41-Jäh­ri­ge hin­ge­gen galt als ru­hig und de­vot ge­gen­über der 30-Jäh­ri­gen. „Sie die Kö­ni­gin, er der Skla­ve“, sag­te Rich­ter Kliegl.

Die end­lo­sen Strei­ter­ein zwi­schen den bei­den wa­ren schließ­lich in der Nacht auf den 23. De­zem­ber es­ka­liert. Ir­gend­wann um Mit­ter­nacht hat­te die Frau zum Mes­ser ge­grif­fen und zu­ge­sto­chen. Zwei Sti­che hat­te die Rechts­me­di­zin fest­ge­stellt. Der Mann war in­ner­halb kür­zes­ter Zeit ver­blu­tet. Die Frau gab die Tat zwar zu, sprach aber von ei­ner Not­wehr-Si­tua­ti­on. Sie ha­be sich auf die­se Wei­se ge­gen ei­nen Mes­ser­an­griff des 41-Jäh­ri­gen zur Wehr set­zen wol­len. Ih­re Ver­tei­di­ge­rin hat­te des­halb auch auf Frei­spruch plä­diert. Doch die Not­wehr-Ver­si­on hat­te das Ge­richt der Frau nicht ge­glaubt. Es ver­ur­teil­te sie schließ­lich we­gen Tot­schlags in ei­nem min­der­schwe­ren Fall, da die 30-Jäh­ri­ge we­gen der Dro­gen zur Tat­zeit nur ver­min­dert steue­rungs­fä­hig war.

Soll­te das Ur­teil rechts­kräf­tig wer­den, muss die Frau mög­li­cher­wei­se nicht mehr lan­ge im Ge­fäng­nis blei­ben. Nach vier wei­te­ren Mo­na­ten könn­te sie mit ih­rer The­ra­pie be­gin­nen, der Rest der Haft­stra­fe – drei Jah­re und drei Mo­na­te – könn­ten zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt wer­den.

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