Donau Zeitung

Das Du­ell der ech­ten Fünf­zi­ger

Mi­ke Ty­son boxt ge­gen Jo­nes ju­ni­or

- VON MI­LAN SA­KO Boxing · Martial Arts · Sports · Los Angeles · Muhammad Ali · Muhammad · Mike Tyson · Evander Holyfield · Bill Clinton · Columbia Records · Auch · Roy Jones Jr. · Andy Foster · Staples Center · Staples Inc.

Los An­ge­les Bo­xer ge­ben sich im­mer bö­se. „I am so me­an, i ma­ke me­di­ci­ne sick“, tön­te einst Mu­ham­mad Ali, der Größ­te al­le Zei­ten. Er sei so bö­se, dass er so­gar Me­di­zin krank ma­che. Nun ja, Sprü­che klop­fen zählt zum Kern­ge­schäft im Bo­xen, da­mit die Bör­se klin­gelt. Mi­ke Ty­son bil­det da kei­ne Aus­nah­me. Im Ring er­lang­te der ge­drun­ge­ne Ame­ri­ka­ner zwei­fel­haf­ten Welt­ruhm, als er Evan­der Ho­ly­field am Ohr knab­ber­te. Au­ßer­halb der Ring­sei­le wank­te Ty­son eher wie ein Ge­trie­be­ner durchs Le­ben. Die Lan­ge­wei­le be­kämpf­te er mit un­ge­sun­den Mit­teln. Es war nicht leicht, von dem Teu­fels­zeug zu las­sen, er­zähl­te er: „Hil­la­ry Cl­in­ton hat mal er­klärt: Es braucht ein gan­zes Dorf, um ein Kind auf­zu­zie­hen. Ich wür­de es mal so sa­gen: Es hat ein gan­zes Dorf ge­braucht, um mich von den Dro­gen und dem gan­zen Al­ko­hol weg­zu­be­kom­men.“Sprü­che klop­fen kann Ty­son auch. Im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter wagt er am Sams­tag ein Come­back, wie so vie­le Kämp­fer vor ihm.

Es wird ein Du­ell der Vor­ru­he­ständ­ler, die es zu­sam­men auf 105 Jah­re brin­gen. Die bei­den Ex-Welt­meis­ter Ty­son, 54, und Roy Jo­nes ju­ni­or, 51, kämp­fen in Los An­ge­les zum ers­ten Mal in ih­rem Le­ben ge­gen­ein­an­der. Und vor al­lem Ty­son hält sich vor sei­nem Come­back 15 Jah­re nach sei­nem letz­ten Auf­tritt im Ring nicht zu­rück. „Ich mag im Le­ben hier und da ver­lie­ren, aber nicht im Ring am 28. No­vem­ber“, tön­te er zu­letzt auf sei­nem Ins­ta­gram-Ka­nal. Er wer­de sei­nen drei Jah­re jün­ge­ren Geg­ner k. o. schla­gen. Das darf er gar nicht. Bei­den Bo­xern ist laut US-Me­dien­be­rich­ten ver­bo­ten, den an­de­ren k. o. zu schla­gen. Soll­te ein Kämp­fer ei­ne Platz­wun­de oder ei­ne an­de­re Ver­let­zung er­lei­den, wer­de der Kampf ab­ge­bro­chen, zi­tier­te der Sen­der CBS CSAC-Ge­schäfts­füh­rer An­dy Fos­ter. Auch sonst dürf­te das Du­ell im lee­ren Stap­les Cen­ter von Los An­ge­les ei­ne skur­ri­le Show wer­den. Um die bei­den ech­ten Fünf­zi­ger nicht zu über­for­dern, wur­de der Fight auf acht Run­den zu je zwei Mi­nu­ten ver­kürzt. Die Hand­schu­he sind di­cker und schwe­rer.

In den Neun­zi­gern, als bei­de Bo­xer in Top­form wa­ren, wünsch­ten sich vie­le Fans die­ses Du­ell. Jo­nes hat in sei­ner Kar­rie­re 47 sei­ner 66 Sie­ge durch K. o. ge­holt und Welt­meis­ter­gür­tel vom Mit­tel­ge­wicht bis zum Schwer­ge­wicht ge­won­nen. Ty­son hol­te 1986 als 20-Jäh­ri­ger den WM-Ti­tel im Schwer­ge­wicht und war da­mit jün­ger als je­der vor ihm. Sei­ne größ­ten Kämp­fe wa­ren je­doch Nie­der­la­gen. Ge­gen Ho­ly­field ver­lor er zwei­mal. Die Dol­lars sind selbst­re­dend nicht das stärks­te Ar­gu­ment für die Rück­kehr: „Das Geld in­ter­es­siert mich nicht. Ich will wis­sen, wie es sich an­fühlt, dem gro­ßen Mi­ke Ty­son ge­gen­über­zu­ste­hen“, sag­te Jo­nes ju­ni­or. In Wahr­heit lockt vor al­lem das Geld die bö­sen Män­ner an.

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Fo­to: dpa Oh­ren­bei­ßer Mi­ke Ty­son steigt wie­der in den Ring.

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