Pau­la und die brau­nen Blät­ter

Für klei­ne Le­ser Un­se­re Zei­tungs­en­te er­klärt, war­um zur­zeit das Laub von den Bäu­men her­un­ter­fällt

Donauwoerther Zeitung - - Die Samstagsseite - VON MA­XI­MI­LIA­NE BÖCKH Donauwörth

Als klei­ne En­te hat man es der­zeit nicht leicht. Im­mer, wenn Pau­la Print nur mal schnell über die Wie­se wat­scheln will, schlid­dert und stol­pert sie über­all über gel­be, brau­ne und ro­te Blät­ter. „Die sind doch bis vor Kur­zem noch am Baum ge­han­gen“, wun­dert sie sich. „Aber da wa­ren sie auch noch grün.“Nur, war­um ist das ei­gent­lich so? Die Zei­tungs­en­te reibt sich ver­wun­dert den Schna­bel. Doch dann plus­tert sie sich plötz­lich vor lau­ter Auf­re­gung auf. Ihr fällt ein, dass sie in der Kü­ken­schu­le schon ein­mal et­was dar­über ge­hört hat, war­um im Herbst die Bäu­me ihr Laub ab­wer­fen. Pau­la weiß so­fort ei­nen ers­ten wich­ti­gen Un­ter­schied: „Es gibt Laub- und Na­del­bäu­me.“Nur die Bäu­me mit den Na­deln, wie zum Bei­spiel Tan­nen oder Fich­ten, sind das gan­ze Jahr über grün, auch im Win­ter. Ganz an­ders ver­hält es sich da mit den Laub­bäu­men wie Kas­ta­ni­en oder Ei­chen. Da fal­len im Herbst nicht nur die Nuss­früch­te von den Äs­ten, son­dern auch die vie­len bun­ten Blät­ter. Ir­gend­wie pas­siert das im­mer dann, wenn es wie­der kalt wird. Der klei­nen schlau­en En­te ist klar, dass da ein Zu­sam­men­hang be­steht.

„Ei­gent­lich se­hen die kah­len Bäu­me im Win­ter so aus, als hät­ten sie ei­ne Pau­se ein­ge­legt und wür­den schla­fen.“Da­mit hat Pau­la auch gar nicht so Un­recht. Das größ­te Pro­blem der Bäu­me in der kalten Jah­res­zeit sind nicht nur die nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren an sich, son­dern dass da­durch auch der Bo­den im­mer käl­ter wird, bis er ge­friert. Auf die­se Wei­se kön­nen die Bäu­me dann kein Was­ser mehr über ih­re Wur­zeln auf­neh­men. Der Schna­bel der ge­fie­der­ten Re­por­te­rin wird ganz blass, wenn sie dar­an denkt, wie es ihr ge­hen wür­de, wenn sie kein Was­ser mehr zu trin­ken be­kä­me: „Da wür­de ich dann ja ver­durs­ten – und den Bäu­men geht es wohl ge­nau­so.“ Über ih­re grü­nen Blät­ter ver­duns­ten sie näm­lich sehr viel Was­ser bei ei­nem Vor­gang, der Pho­to­syn­the­se heißt. Wenn die Blät­ter dann weg sind, geht auch kein Was­ser mehr ver­lo­ren, so­dass ein Baum gut den Win­ter über­le­ben kann.

„Nur, war­um ver­färbt sich das Laub im­mer erst noch, be­vor es auf den Bo­den fällt?“, grü­belt Pau­la. Aber auch da er­in­nert sie sich dar­an, was ihr die Leh­re­rin er­klärt hat. Das ist ein biss­chen wie bei der Müll­ver­wer­tung. Der Baum zieht al­les aus den Blät­tern, was er noch ir­gend­wie brau­chen kann. Die Farb­stof­fe und Zu­cker­res­te, die dann noch in ei­nem Blatt zu­rück­blei­ben, sind im Ge­gen­satz zum Blatt­grün eben gelb und rot. Die­ses schö­ne bun­te Laub bleibt aber nicht lan­ge an den Bäu­men. Es wird welk und fällt ab. Der Baum selbst hat so die Mög­lich­keit, sich über den Win­ter zu er­ho­len und im Früh­jahr neue grü­ne Blät­ter wach­sen zu las­sen. Dar­auf freut sich Pau­la jetzt schon, weil sie dann nicht mehr mit ih­ren klei­nen Fü­ßen über das gan­ze Laub stol­pert.

Foto: Böckh

Na, das mit dem Ver­ste­cken hat nicht so wirk­lich ge­klappt ... Pau­las oran­ge­far­be­nen Schna­bel sieht man im­mer noch im brau­nen Laub. War­um die Blät­ter vom Baum fal­len, er­klärt un­se­re Zei­tungs­en­te.

Foto: Mar­ti­na Die­mand

Sich in Bio-Ur­nen be­stat­ten zu las­sen, ist im­mer mehr im Kom­men.

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