Büh­ne für Schulz

Donauwoerther Zeitung - - Medien - DA­NI­EL WIR­SCHING

TV Kri­tik Nicht nur die Twit­ter-Lei­den­schaft von US-Prä­si­dent Do­nald Trump treibt die denk­wür­digs­ten Blü­ten, auch in Ar­ti­keln man­cher deut­scher Jour­na­lis­ten wach­sen selt­sa­me For­mu­lie­run­gen, um hier mal im Bo­ta­ni­schen zu blei­ben.

So schrieb der ver­ant­wort­li­che Re­dak­teur für Feuille­ton On­line und „Me­di­en“der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung (lie­be FAZ, war­um ei­gent­lich setzt ihr Me­di­en in An­füh­rungs­zei­chen?): Der Sound und die Aus­sa­gen, die SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz in An­ne Wills ARD-Sonn­tags­talk vor­ge­tra­gen ha­be, sei­en „nichts an­de­res als die hie­si­ge Aus­ga­be von ,Ma­ke Ame­ri­ca Gre­at Again‘“.

„So wie Do­nald Trump sei­ne Wäh­ler mit Ge­fühl pur, mit ein­gän­gi­gen Slo­gans und wol­ki­gen Ver­spre­chun­gen für sich ge­won­nen hat, pro­biert es Mar­tin Schulz.“Schulz, der deut­sche Trump? Net­te Vor­stel­lung. Üb­ri­gens fin­den sich die Zei­len des durch­aus ge­schätz­ten Kol­le­gen in ei­ner TV-Kri­tik. Und in der kri­ti­sier­te er auch An­ne Will scharf. Sie ha­be Schulz den ro­ten Tep­pich aus­ge­rollt, ihm ei­ne Büh­ne für sei­ne Wahl­kampf-Pa­ro­len ge­ge­ben und nicht kri­tisch nach­ge­hakt. Dar­über kann man dis­ku­tie­ren. Muss man aber Will so hart an­ge­hen? „Man ist es von ihr ja in­zwi­schen ge­wohnt, dass sie So­lo-Sen­dun­gen für Spit­zen­po­li­ti­ker aus­rich­tet, die al­lein dem Zweck zu die­nen schei­nen, dass die­se sich ei­nem Mil­lio­nen­pu­bli­kum in mög­lichst vor­teil­haf­tem Licht prä­sen­tie­ren kön­nen“, meint der Kol­le­ge. Aber was mei­nen Sie da­zu? Wie soll­ten TVMo­de­ra­to­ren mit Spit­zen­po­li­ti­kern um­ge­hen? Schrei­ben Sie mir: wi­da@augs­bur­ger­all­ge­mei­ne.de

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