Mi­nis­te­rin reimt, CSU är­gert sich

Streit über Hend­ricks’ „neue Bau­ern­re­geln“

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Ber­lin Bau­ern­re­geln sind ei­gent­lich nichts, wor­über man sich im po­li­ti­schen Ber­lin all­zu sehr er­regt. Doch dann kam Bar­ba­ra Hend­ricks, SPDUm­welt­mi­nis­te­rin, die nun ver­sucht, mit rhein­län­di­schem Hu­mor ge­gen Pro­ble­me der Mas­sen­tier­hal­tung vor­zu­ge­hen. Doch nicht al­le fin­den Hend­ricks’ neue Bau­ern­re­geln lus­tig. „Steh’n im Stall zu vie­le Kü­he, macht die Gül­le mäch­tig Mü­he“, dich­tet ihr Um­welt­mi­nis­te­ri­um, oder: „Oh­ne Blu­men auf der Wie­se, geht’s der Bie­ne rich­tig mie­se.“Oder auch: „Steht das Schwein auf ei­nem Bein, ist der Schwei­ne­stall zu klein.“Beim Bau­ern­ver­band und Hend­ricks’ CSU-Ka­bi­netts­kol­le­gen Chris­ti­an Schmidt kom­men die Rei­me gar nicht gut an.

Von „gro­ßer Ver­är­ge­rung“schreibt der Land­wirt­schafts­mi­nis­ter. Da wer­de der ge­sam­te bäu­er­li­che Be­rufs­stand „an den Pran­ger ge­stellt“. Das sei ei­ne „be­wuss­te Fehl­deu­tung“, kon­tert das Mi­nis­te­ri­um. Um „je­den Mil­li­me­ter an Ver­bes­se­run­gen“ha­be die SPD-Mi­nis­te­rin rin­gen müs­sen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Sie will mit ih­ren „neu­en Bau­ern­re­geln“auf Pla­ka­ten in über 70 Städ­ten und im Netz Bür­ger an­re­gen, sich an ei­ner De­bat­te über die Zu­kunft der Land­wirt­schaft in Eu­ro­pa zu be­tei­li­gen.

Aber war­um macht das die Um­welt­mi­nis­te­rin, war­um nicht der Land­wirt­schafts­mi­nis­ter? Das ist der Kern des Kon­flikts. Die SPDFrau wil­dert re­gel­mä­ßig im Res­sort des CSU-Manns. Er ist der Mi­nis­ter für Land­wirt­schaft und Tier­hal­tung, ih­re Auf­ga­be ist der Schutz von Bo­den, Was­ser, Luft und Kli­ma. Das lässt sich nicht tren­nen.

So will Hend­ricks mit­hil­fe des Bau­rechts den Kom­mu­nen Mög­lich­kei­ten ge­ben, sehr gro­ße Stäl­le zu ver­hin­dern. Sie macht Druck beim The­ma Über­dün­gung und Ni­trat im Grund­was­ser, kämpft ge­gen das Un­kraut­gift Gly­pho­sat. Der Agrar­mi­nis­ter ver­weist oft dar­auf, dass die ers­te Auf­ga­be der Land­wir­te nun mal sei, die Er­näh­rung zu si­chern – und die Idea­li­sie­rung ei­ner Hei­le-Welt-Land­wirt­schaft nichts nüt­ze.

Fo­to: dpa

Poe­sie Streit un­ter Kol­le­gen: Mi­nis­ter Schmidt, Kol­le­gin Hend­ricks.

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