Vor­sicht bei Ver­gleich­spor­ta­len

Ener­gie Zum Jah­res­be­ginn ha­ben zahl­rei­che Strom­an­bie­ter ih­re Prei­se er­höht. Kun­den kön­nen viel Geld spa­ren, wenn sie wech­seln. Wor­auf sie da­bei ach­ten müs­sen

Donauwoerther Zeitung - - Donauwörth - VON RENÉ LAU­ER

Do­nau­wörth Im Ta­rif­dschun­gel der Strom­an­bie­ter den Durch­blick zu be­hal­ten, ist nicht ein­fach. Nach­dem zum Jah­res­be­ginn ei­ni­ge Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men die Prei­se tra­di­tio­nell er­höht ha­ben, ma­chen sich vie­le Men­schen Ge­dan­ken. Lohnt sich ein Wech­sel des Strom­an­bie­ters? Und wenn ja, wo fin­det sich die bes­te Al­ter­na­ti­ve? Jo­sef Le­ber­le, Ener­gie­be­ra­ter der Bau­in­nung Do­nau-Ries, ver­rät, wor­auf man ach­ten muss.

Sich ei­nen neu­en Strom­an­bie­ter zu su­chen, ist mit Ar­beit ver­bun­den. Ta­ri­fe ver­glei­chen, Ver­brauch über­prü­fen, Zäh­ler­stän­de ab­le­sen. Auch des­halb scheu­en sich vie­le Men­schen vor ei­nem An­bie­ter­wech­sel, sagt Le­ber­le. Ver­gleich­spor­ta­le im In­ter­net neh­men zu­min­dest den auf­wen­digs­ten Teil der Ar­beit ab: das Son­die­ren der ver­schie­de­nen An­bie­ter. On­li­ne-Por­ta­le wie Check24 oder Ve­ri­vox bie­ten nach Ein­ga­be ei­ni­ger In­for­ma­tio­nen ei­nen schnel­len Über­blick über die güns­tigs­ten Ta­ri­fe.

Doch Le­ber­le rät zur Vor­sicht. „Nicht im­mer ist das güns­tigs­te An­ge­bot hier auch wirk­lich emp­feh­lens­wert“, sagt der Ener­gie­be­ra­ter. Denn vie­le der ge­zeig­ten Ta­ri­fe sei­en nur dank be­son­de­rer Bo­nus­zah­lun­gen im ers­ten Jahr güns­ti­ger als die von re­gio­na­len Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men. Ab dem zwei­ten Jahr zah­le man für ei­ne Ki­lo­watt­stun­de dann ge­nau­so viel wie vor­her – un­ter Um­stän­den so­gar mehr. Hier sei der Kun­de ge­for­dert und müs­se sich mit den Ver­trags­in­hal­ten ge­nau aus­ein­an­der­set­zen. Wem es nichts aus­macht, jähr­lich den Strom­an­bie­ter zu wech­seln, kön­ne so mehr als hun­dert Eu­ro im Jahr spa­ren. Denn zu ver­schie­de­nen Bo­ni, die auf den Jah­res­ver­brauch an­ge­rech­net wer­den, ge­be es oft noch sat­te Neu­kun­den­prä­mi­en dazu. Wer häu­fig wech­seln will, müs­se al­ler­dings auf die Kün­di­gungs­fris­ten und Min­dest­ver­trags­lauf­zei­ten ach­ten, die teils stark va­ri­ie­ren.

Teils ver­lan­gen be­son­ders güns­ti­ge An­bie­ter auch die Zah­lung der Strom­rech­nung für ein gan­zes Jahr im Vor­aus. Da­von rät Le­ber­le drin­gend ab. In der Ver­gan­gen­heit ha­be es schon di­ver­se Fäl­le ge­ge­ben, in de­nen ein Strom­lie­fe­rant dann plei­te ge­gan­gen wä­re und die Leu­te ihr Geld nie mehr ge­se­hen hät­ten. Acht ge­ben soll­ten Kun­den des­halb auch auf die Be­wer­tun­gen des je­wei­li­gen Strom­an­bie­ters, gera­de wenn er ih­nen nicht be­kannt ist. Die meis­ten Ver­gleich­spor­ta­le ver­fü­gen über ein ei­ge­nes Be­wer­tungs­sys­tem.

Für al­le Kun­den, die schon seit Jah­ren bei ih­rem An­bie­ter sind, hat Jo­sef Le­ber­le noch ei­nen wei­te­ren Tipp: „Es lohnt sich, erst ein­mal bei sei­nem Gr­und­ver­sor­ger nach ei­nem bes­se­ren Ta­rif zu fra­gen, be­vor man wech­selt“, rät der Ener­gie­be­ra­ter. Denn wer mit ei­nem güns­ti­gen An­ge­bot ei­nes Kon­kur­renz­un­ter­neh­mens zu sei­nem ak­tu­el­len Strom­lie­fe­ran­ten ge­he, ha­be im­mer die Chan­ce, dass die­ser sei­nem Stamm­kun­den mit ei­nem Ra­batt oder Bo­nus ent­ge­gen­kommt.

Da­bei wä­re nicht nur von Vor­teil, dass man sich als Kun­de den müh­sa­men Wech­sel er­spa­re. „Vie­le güns­ti­ge Strom­an­bie­ter, die im On­li­neVer­gleich­spor­tal ganz oben ste­hen, spa­ren am Ser­vice“, er­klärt Le­ber­le. Wenn es zu ei­nem Pro­blem kom­me, kön­ne man dort schließ­lich nur an­ru­fen und hän­ge dann lan­ge in der War­te­schlei­fe. „Bei ei­nem re­gio­na­len An­bie­ter kann ich auch per­sön­lich nach­fra­gen, ha­be fes­te An­sprech­part­ner, die mir hel­fen kön­nen“, sagt Le­ber­le. Und wenn es vor Ort ein­mal Pro­ble­me ge­be, sei es schwie­rig, von den Un­ter­neh­men, die in Ber­lin oder Frank­furt sit­zen, ei­nen Kun­den­dienst zu or­ga­ni­sie­ren.

Symbolfoto: Schmidt, dpa

Vie­le On­li­ne Por­ta­le bie­ten ei­nen um­fas­sen­den Ta­rif­ver­gleich: Von Ur­laubs­an­ge­bo­ten bis zu Ener­gie­lie­fe­ran­ten las­sen sich Ver­trä­ge ab­schlie­ßen. Doch Kun­den soll­ten ge­nau hin­schau­en, mahnt Ener­gie­be­ra­ter Jo­sef Le­ber­le.

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