Der Play­boy zeigt wie­der al­les

War­um das Män­ner­ma­ga­zin ei­ne Kehrt­wen­de hin­legt

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON STE­PHA­NIE SARTOR

Augs­burg Nun al­so doch wie­der Hä­schen oh­ne Hö­schen. Ab März zie­hen die Da­men in der US-ame­ri­ka­ni­schen Aus­ga­be des Play­boy wie­der kom­plett blank – nach ei­nem lan­gen Jahr der Ent­halt­sam­keit, in dem die Leser des Män­ner­ma­ga­zins nur mehr be­klei­de­te Mo­dels zu se­hen be­ka­men. Aus­zie­hen sei doch alt­ba­cken, hat­te es da­mals ge­hei­ßen. Und über­haupt: Ein Heft vol­ler Nackt­auf­nah­men, das sei im Zeit­al­ter der In­ter­net-Por­no­gra­fie eh völ­lig über­holt. Kann man so se­hen. Nur war­um ist dann jetzt doch wie­der al­les an­ders? Krea­ti­v­chef Co­oper Hef­ner, Sohn des Play­boy-Grün­ders Hugh Hef­ner, er­klärt das so: „Ich bin der Ers­te, der zu­gibt, dass die Art, in der das Magazin Nackt­heit zeig­te, alt­ba­cken war, aber es war ein Feh­ler, sie völ­lig zu ver­ban­nen.“Nun ge­he es dar­um, die ei­ge­ne Identität zu­rück­zu­ge­win­nen, schreibt er auf Twit­ter. Im Kl­ar­text: run­ter mit den Kla­mot­ten. Der Me­di­en­wis­sen­schaft­ler Jef­frey Wim­mer von der Uni­ver­si­tät Augs­burg hat die Dis­kus­si­on um die nack­ten Tat­sa­chen mit­ver­folgt. Die Kehrt­wen­de ist in sei­nen Au­gen ein „ver­zwei­fel­tes Zu­rück­ru­dern, be­vor man die Leser ver­liert“. Er kann die Re­ak­ti­on des Ma­ga­zins ver­ste­hen: „Es ist schwie­rig, die Leser um­zu­er­zie­hen. Die Kom­bi­na­ti­on aus äs­the­ti­schen Nackt­fo­tos und gu­ten jour­na­lis­ti­schen Tex­ten war für vie­le ein­zig­ar­tig. Das neue Kon­zept funk­tio­nier­te nicht. Für vie­le Leser ging der Reiz ver­lo­ren.“Denn nur we­gen der Tex­te brau­che man den Play­boy ja auch nicht zu kaufen.

Fo­to:Ga­vinBond,dpa

DieM­är­zAus­ga­be­des­USPlay­boys.

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