Wie geht In­te­gra­ti­on?

Tipp des Tages Ei­ne Ko­mö­die zwi­schen Deutsch­kurs und Aus­län­der­amt

Donauwoerther Zeitung - - Fernsehen Aktuell Am Freitag - Fa­bi­an Nit­sch­mann, dpa

Arte, 20.15 Uhr Auf der ei­nen Sei­te ein stren­ger Aus­län­der­amts-Chef, der am liebs­ten al­le Neu­an­kömm­lin­ge so­fort wie­der ab­schie­ben wür­de. Auf der an­de­ren Sei­te ein ein­falls­rei­cher Mo­schee-Vor­ste­her, der jun­gen Män­nern Bräu­te aus der tür­ki­schen Hei­mat ver­mit­telt. In der Ko­mö­die „300 Wor­te Deutsch“, heu­te um 20.15 Uhr auf Arte, pral­len die Kli­schees auf­ein­an­der.

Die Al­ten füh­ren ei­nen Klein­krieg – wäh­rend die Jun­gen ver­mit­teln. Die Al­ten, das sind Dr. Lud­wig Sar­hei­mer (Chris­toph Ma­ria Herbst) vom Aus­län­der­amt und Mo­schee-Vor­ste­her Cen­giz De­mir­kan (Ve­dat Erin­cin). Der Deut­sche hat nur die Aus­rei­se der Bräu­te im Kopf, der Tür­ke da­ge­gen nur al­te Tra­di­tio­nen. Doch De­mir­kan hat ein Pro­blem: Die ein­ge­reis­ten Frau­en kön­nen kein Wort Deutsch. Denn im Film gilt: Nur wer 300 Wor­te Deutsch spricht und 650 ver­steht, darf ein­rei­sen.

„300 Wor­te Deutsch“ist ei­ne flot­te Ko­mö­die des Re­gis­seurs Zü­li Ala­dag, die An­fang 2016 in die Ki­nos kam. Die Schau­spie­ler agie­ren mit gro­ßer Lei­den­schaft und schaf­fen es re­gel­mä­ßig, den Fo­kus auf ih­re schau­spie­le­ri­sche Leis­tung statt auf Kli­schees und ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­le zu len­ken. Den­noch: Im Dreh­buch steht der Clash der Kul­tu­ren im Mit­tel­punkt. Bei den Al­ten be­deu­tet das stän­di­ger Streit, bei den Jun­gen da­ge­gen Völ­ker­ver­stän­di­gung. In Zei­ten von Rechts­po­pu­lis­mus und is­la­mis­ti­schem Ter­ror ist das nicht im­mer nur er­fri­schend.

Der Film mit sei­ner recht vor­her­seh­ba­ren Hand­lung ar­bei­tet sich er­folg­rei­cher an ei­ner an­de­ren Er­kennt­nis ab: In­te­gra­ti­on ge­lingt nur durch Sprach­kennt­nis­se.

Fo­to: Bernd Spau­ke, ZDF

Wenn die Deutsch­kennt­nis­se nicht aus­rei­chen, ist Dr. Lud­wig Sar­hei­mer (Chris­toph Ma­ria Herbst) von der Aus­län­der­be­hör­de un er­bitt­lich.

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