Se­xu­el­le Ge­walt: Was Sport­ver­ei­ne und ih­re Mit­glie­der tun kön­nen

Donauwoerther Zeitung - - Die Dritte Seite -

Of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on Ver­ei­ne, die das The­ma bei Ver­samm­lun­gen of­fen an­spre­chen, kön­nen Ta­bus bre­chen und er­hö­hen die Wahr­schein­lich­keit, dass Op­fer se­xu­el­ler Ge­walt sich an­ver­trau­en.

Kla­re Li­ni­en Ma­chen Ver­ei­ne öf­fent lich, et­wa in der Ver­eins­ord­nung, ih­re Ab­leh­nung se­xu­el­ler Ge­walt deut­lich, kön­nen sie Tä­ter ab­schre­cken.

Prä­ven­ti­ons­kon­zept Ent­wi­ckeln Ver­ei­ne ei­nen sys­te­ma­ti­schen Hand lungs­plan, ge­ben sie ih­ren Trai­nern Si cher­heit im Um­gang mit den Kin­dern.

Be­auf­trag­te Set­zen Ver­ei­ne auch per­so­nell auf Prä­ven­ti­on, ist das nicht nur ein kla­res Zei­chen an Tä­ter und Be trof­fe­ne. Ist je­mand ver­ant­wort­lich, wird auch schnel­ler Hil­fe or­ga­ni­siert.

Trans­pa­renz im Trai­ning Las­sen Ver­ei­ne und Übungs­lei­ter die El­tern manch­mal beim Trai­ning zu­schau­en („Of­fe­ne Sport­stun­den“), las­sen sie of­fe­nen Aus­tausch zu und schüt­zen sich vor fal­schem Ver­dacht.

Hand­lungs­leit­fa­den Um un­an­ge neh­me Dis­kus­sio­nen zu ver­mei­den, kön­nen Ver­ei­ne mit ih­ren Mit­glie­dern ge­mein­sam Re­geln für die Ar­beit in der Grup­pe auf­stel­len. Fest­ge­legt wer den soll­te et­wa, wer die Dusch und Um­klei­de­räu­me be­tritt, wie Fahr­ten zu Aus­wärts­spie­len und Trai­nings­la­gern be­treut wer­den, wie ein in­di­vi­du­el­les För­der­trai­ning er­folgt, wel­che Frei zeit­ak­ti­vi­tä­ten es gibt und wel­che Um gangs­for­men ge­pflegt wer­den.

Kin­der stär­ken Kin­der und Ju­gend­li che, die ih­re Rech­te ken­nen, kön­nen bes­ser auf se­xu­el­le Ge­walt re­agie­ren. El­tern und Ver­eins­mit­glie­der soll­ten des­halb of­fen und al­ters­ge­recht mit den Kin­dern über ihr Recht auf Ge­walt frei­heit und se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung spre­chen. Da­bei sol­len die Kin­der auch er­fah­ren, an wen sie sich wen­den, wenn et­was nicht kind­ge­recht zu­geht.

Mit­ar­bei­ter prü­fen Im Ge­spräch mit neu­en Übungs­lei­tern soll­ten Ver­eins funk­tio­nä­re die The­men Kin­der­schutz und Prä­ven­ti­on se­xu­el­ler Ge­walt an spre­chen. Eben­so emp­fiehlt sich, bei Ver­ei­nen, in de­nen der Mit­ar­bei­ter zu­vor be­schäf­tigt war, In­for­ma­tio­nen über sei­ne Hal­tung ein­zu­ho­len. Wenn ein Ver­ein dies trans­pa­rent macht, kön nen po­ten­zi­el­le Tä­ter noch vor ei­nem En­ga­ge­ment das In­ter­es­se ver­lie­ren.

Füh­rungs­zeug­nis Das er­wei­ter­te Füh­rungs­zeug­nis gibt Aus­kunft über Straf­ta­ten, die für Kin­der und Ju­gend schutz re­le­vant sind. Ver­ei­ne soll­ten es sich von Trai­nern und Be­treu­ern vor le­gen las­sen und prü­fen, ob ein En ga­ge­ment im Ver­ein mög­lich ist.

Ver­dachts­mo­men­te Gibt es im Ver ein Ver­dachts­fäl­le se­xu­el­ler Ge­walt, soll­ten Mit­glie­der und Funk­tio­nä­re die­se genau prü­fen und pro­to­kol­lie­ren. Nur tat­säch­lich be­ob­ach­te­tes Ver­hal­ten und Aus­sa­gen be­rich­ten­der Per­so­nen wer­den auf­ge­schrie­ben. Mut­ma­ßun­gen und In­ter­pre­ta­tio­nen da­ge­gen nicht.

Ex­ter­ne Fach­stel­len In­ter­ven­ti­on bei se­xu­el­ler Ge­walt er­for­dert pro­fes­sio nel­les Han­deln, es soll­te so früh wie mög­lich ei­ne ex­ter­ne Fach­stel­le ein ge­schal­tet wer­den. Da­zu zäh­len Kin­der schutz­bün­de, Wei­ßer Ring, Ju­gend äm­ter und Po­li­zei­dienst­stel­len.

In­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on Das Op­fer und even­tu­ell die El­tern brau­chen kla­re In­for­ma­tio­nen über das Vor­ge­hen des Ver­eins. Da­zu dient sach­li­che und an Fak­ten ori­en­tier­te Information.

Vo­rei­li­ge Ur­tei­le ver­mei­den Wer Op­fer schüt­zen will, soll­te auch da­für sor­gen, dass mut­maß­li­che Tä­ter nicht vor­schnell ver­ur­teilt wer­den. So wird de­ren Ruf und der des Ver­eins im Fal­le ei­nes fal­schen Ver­dachts ge­schützt.

Öf­fent­lich­keit Ist ein Vor­fall er­wie sen, soll­te er öf­fent­lich ge­macht wer den, be­vor Ge­rüch­te ent­ste­hen. (zi­an) Qu­el­le: Deut­sche Sport­ju­gend

Fo­to: Fo­to­lia

Kin­der, die im Ver­ein ih­re Rech­te ken nen, sind selbst­be­wuss­ter.

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