Bay­ernLB beugt sich den Sioux

Lan­des­bank fi­nan­ziert Pi­pe­line nicht wei­ter

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ULI BACH­MEI­ER

Mün­chen Nach mas­si­ven Pro­tes­ten von Um­welt­schüt­zern und Siou­xIn­dia­nern ge­gen den Bau der 1900 Ki­lo­me­ter lan­gen Öl­pipe­line „Da­ko­ta Ac­cess“in den USA wird sich die Baye­ri­sche Lan­des­bank aus der Fi­nan­zie­rung des Pro­jekts zu­rück­zie­hen. Das be­stä­tig­te Lan­des­ban­kChef Jo­han­nes-Jörg Rieg­ler ges­tern im Land­tag. Er muss­te dort auf An­trag der SPD in ei­ner nicht-öf­fent­li­chen Sit­zung des Haus­halts­aus­schus­ses über das um­strit­te­ne Ge­schäft be­rich­ten. Die Ent­schei­dung der staats­ei­ge­nen Bank, den Bau der Pi­pe­line nicht wei­ter zu fi­nan­zie­ren, war be­reits vor der Sit­zung ge­fal­len. In ei­ner Er­klä­rung der Bay­ernLB vom Vor­tag heißt es, man ha­be ent­schie­den, „zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt ver­trags­kon­form aus der Fi­nan­zie­rung aus­zu­stei­gen und für ei­ne zeit­nah er­war­te­te An­schluss­fi­nan­zie­rung nicht zur Ver­fü­gung zu ste­hen.“

Das Pro­jekt hat­te welt­weit Auf­merk­sam­keit er­regt, weil es nach Auf­fas­sung von Kri­ti­kern mas­si­ve Um­welt­ge­fah­ren birgt und oben­drein die Ver­fas­sungs­rech­te des Stamms der „Stan­ding Rock Sioux“ver­let­ze. Die In­dia­ner be­fürch­ten ei­ne Ve­r­un­rei­ni­gung ih­res Trink­was­sers und ei­ne Be­ein­träch­ti­gung ih­rer hei­li­gen Stät­ten. Ex-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma hat­te den Bau in dem be­son­ders um­strit­te­nen Ab­schnitt dar­auf­hin zu­nächst ge­stoppt. Der neue US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat­te ver­fügt, dass wei­ter ge­baut wer­den darf.

Zum Fall für den Baye­ri­schen Land­tag wur­de es durch die Be­tei­li­gung der Lan­des­bank an ei­nem in­ter­na­tio­na­len Kon­sor­ti­um. SPD, Freie Wäh­ler und Grü­ne sind der Auf­fas­sung, dass die staats­ei­ge­ne Bank ih­ren Grund­sät­zen fol­gen und sich an der­art frag­wür­di­gen Pro­jek­ten im Aus­land nicht be­tei­li­gen soll. Dass das En­ga­ge­ment der Bank nun be­en­det wird, stieß bei den schwä­bi­schen Haus­halts­po­li­ti­kern Ha­rald Gül­ler (SPD) und Bern­hard Pohl (Freie Wäh­ler) auf Zu­stim­mung. Pohl sag­te, er sei „nicht be­geis­tert, wenn wir in in­ter­na­tio­na­le Aben­teu­er in­ves­tie­ren.“Gül­ler will so­zia­le, ethi­sche und um­welt­be­zo­ge­ne Kri­te­ri­en bei der Kre­dit­ver­ga­be über­prü­fen. »Kom­men­tar

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