Son­ni­ger Gau­di­wurm mit je­der Men­ge Spaß

Um­zug Das be­schau­li­che Genderkingen mau­sert sich zu­se­hends zur Tra­di­ti­ons­fa­schings­hoch­burg. Auch lo­ka­le The­men im Fokus

Donauwoerther Zeitung - - Dz Extra: Fasching In Genderkingen - VON JÜR­GEN ZIEGELMEIR

Genderkingen Wür­de ein Kri­ti­ker die Aus­sa­ge von Franz Wal­zel be­ur­tei­len, müss­te er sie als Un­ter­trei­bung ein­stu­fen. Auf die Fra­ge, was denn der Gau­di­wurm heu­er bie­ten wer­de, ant­wor­te­te der Um­zugs­lei­ter der Gen­der­kin­ger Fa­schings­Freun­de (GFF) be­schei­den: „Ei­gent­lich nichts Be­son­de­res.“Doch schon die St­un­de vor dem Start be­wies, wie viel Mü­he sich die GFF gibt, um ih­ren Ruf als Fa­schings­hoch­burg zu fes­ti­gen.

Zu­sam­men mit Prä­si­dent Udo Heininger emp­fin­gen Bür­ger­meis­ter Ro­land Dietz und des­sen Stell­ver­tre­ter Klaus Bley­mayr die Ge­sell­schaf­ten aus Tapfheim, Huisheim, Holz­heim, Rain, Obern­dorf, Donauwörth, Höch­städt und Mertingen. Bei Kaf­fee und Ku­chen stell­ten sich die Hof­staa­ten vor und stimm­ten sich auf das größ­te Er­eig­nis des Jah­res ein, das in Genderkingen statt­fin­det. Da­bei prä­sen­tier­te Heininger dann die Über­ra­schung des Tages. Per­fekt ge­schminkt als Fran­ken­steins kam ei­ne De­le­ga­ti­on der Wald­stet­ter Lacha­bat­scher ins Bür­ger­haus. „Zwei St­un­den sind wir aus der Nä­he von Schwä­bisch Gmünd her­ge­fah­ren, um die­se Gast­freund­schaft hier zu ge­nie­ßen“, sag­te ei­ner der 25 Mu­si­kan­ten, um sich gleich dar­auf un­ter den Pulk von 72 Grup­pen zu mi­schen. So pas­sier­te der Zug dann den Fried­hof, schlän­gel­te sich am Rat­haus vor­bei bis zum Zoll­saal, wo sich die Masch­ke­rer an­schlie­ßend zur gro­ßen Par­ty tra­fen. Vom Fens­ter am Sit­zungs­saal im Rat­haus be­grüß­te Hof­mar­schall Ro­man Fors­ter je­de ein­zel­ne Grup­pe und wünsch­te ih­nen viel Spaß bei die­sem Um­zug, der et­was grö­ßer war als ver­gan­ge­nes Jahr. „Von der Län­ge her kön­nen wir es et­wa mit dem Nacht­um­zug in Bäumenheim auf­neh­men“, ana­ly­sier­te Wal­zel.

Als Be­weis da­für zeig­te er sei­nen Plan, der nicht je­den ein­zel­nen Wa­gen auf­lis­tet, son­dern je­der Grup­pe ei­ne Num­mer gibt. Auch heu­er nah­men die Gast­ge­ber aus Gen­der­kin- gen wie­der das lo­ka­le Ge­sche­hen auf die Schip­pe. Vor al­lem muss­te da­bei Dietz her­hal­ten, des­sen Alb­träu­me im Ge­mein­de­rat dis­ku­tiert wer­den. „Je­doch ge­lang ein wich­ti­ger Be­schluss, mit FKK am Bag­ger­see ist jetzt Schluss“, stand auf ei­nem Schild. Es ma­nö­vrier­ten aber nicht nur gro­ße Zug­ma­schi­nen um die en­ge Kur­ve am Rat­haus. Vie­le Fuß­grup­pen in bun­ten Ko­s­tü­men misch­ten sich un­ter die Zu­schau­er und ver­brei­te­ten gu­te Lau­ne. Ob „vo­gel­wil­de Wei­ber“, Frosch­kö­ni­gin­nen oder Schaum­bä­der – die Krea­ti­vi­tät ließ sich an die­sem Sams­tag nicht ein­gren­zen.

Viel Ar­beit mach­ten sich auch die Wi­kin­ger aus Eg­gel­stet­ten. Sie zo­gen ihr klei­nes Schiff, in dem viel Lie­be zum De­tail steck­te, per Mus­kel­kraft, oh­ne lau­te Musik und Ge­tö­se. Das al­les de­fi­niert den Fa­sching, und ein Wa­gen aus Bay­er­dil­ling hat da­zu ei­nen Spruch ge­tex­tet, der das mit we­ni­gen Wor­ten be­schreibt: „Oi­da, is ja scho wie­der Fa­sching, ze­fix is des geil.“

Fotos: Jür­gen Ziegelmeir

Im Gen­der­kin­ger Ge­mein­de­rat wer­den die Alb­träu­me von Bür­ger­meis­ter Ro­land Dietz zur Rea­li­tät, egal ob es um of­fe­ne „Bau­stel­len“wie Se­nio­ren­re­si­denz, Klär­an­la­ge und Co. geht. Das im­po­san­te Schiff der Gen­der­kin­ger Fa­schings Freun­de steu­er­te der­weil Prä si­dent Udo Heininger sicher durch den Ort.

Mit ih­rem klei­nen Wi­kin­ger­schiff, das sie per Mus­kel­kraft zo­gen, er­reg­ten die Wi­kin­ger aus dem be­nach­bar­ten Eg­gel­stet­ten Auf se­hen. Auf­fäl­lig: Auch bei den klei­nen Fuß­grup­pen gab man sich Mü­he mit der Ver­klei­dung.

Ein Hauch von Hip­pie Zeit: Viel Ar­beit mach­ten sich die­se Masch­ke­rer mit ih­rem Ge­fährt.

Mit dem Pl­an­wa­gen aus dem Wil­den Wes­ten kam die­se Grup­pe nach Genderkingen.

Krea­tiv baye­risch: Le­ben­de Mai­bäu­me plat­zier­ten sich vor dem Rat­haus.

Sie hat­ten kei­ne wei­te An­rei­se: Die Sweet Lol­ly Flys ka­men aus Obern­dorf.

So­gar ein iri­sches Pub auf Rä­dern war in Genderkingen. Der Kin­der­gar­ten Obern­dorf roll­te in Mi­nia­tur mit (oben).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.