Bay­ern treibt mehr Steu­ern ein

Fi­nan­zen War­um sich die Kas­sen fül­len und wie sich die Zahl der Selbst­an­zei­gen ent­wi­ckelt hat

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ULI BACHMEIER

München Das Steu­er­auf­kom­men in Bay­ern ist in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren um stol­ze 17,5 Pro­zent auf 116 547 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr 2016 ge­stie­gen. Das lag, wie Fi­nanz­mi­nis­ter Markus Sö­der (CSU) bei der Vor­la­ge des Steu­er­be­richts sag­te, zum ei­nen an der „dy­na­mi­schen Wirt­schafts­kraft“des Frei­staats, zum an­de­ren an der wach­sen­den Leis­tungs­kraft der baye­ri­schen Fi­nanz­äm­ter. Sie sei­en in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren um 303 Voll­zeit­kräf­te – dar­un­ter 50 neue Steu­er­fahn­der – auf­ge­stockt wor­den.

Die Fra­ge, wel­chen Nut­zen mehr Steu­er­prü­fer und -fahn­der brin­gen, war in Bay­ern lan­ge Zeit um­strit­ten. Frü­he­re Staats­re­gie­run­gen hat­ten sich den For­de­run­gen des Obers­ten Rech­nungs­hofs und der Op­po­si­ti­on im Land­tag nach mehr Per­so­nal be­harr­lich wi­der­setzt. Mitt­ler­wei­le hat ein Sin­nes­wan­del statt­ge­fun­den, der sich für den Staat ganz of­fen­kun­dig aus­zahlt. Sö­der, der seit 2011 Fi­nanz­mi­nis­ter ist, be­ton­te, er sei von An­fang an der Mei­nung ge­we­sen, dass hier mehr Stel­len nö­tig sei­en. „Ich bin fest über­zeugt, dass das sinn­voll ist“, sag­te er und kün­dig­te an, wei­te­re Stel­len zu schaf­fen.

Et­was an­ders als noch vor ei­ni­gen Jah­ren stellt sich die Staats­re­gie­rung auch zum lan­ge um­strit­te­nen An­kauf von Steu­er-CDs. Nach­dem das Steu­er­ab­kom­men mit der Schweiz ge­schei­tert sei, ha­be es kei­ne an­de­re Mög­lich­keit mehr ge­ge­ben, Steu­er­flücht­lin­gen auf die Spur zu kom­men. Des­halb ha­be sich Bay­ern auch stets an den Kos­ten der CDs be­tei­ligt, die von an­de­ren Län­dern an­ge­kauft wur­den. Das ha­be sich für den Frei­staat ge­lohnt, sag­te Sö­der. Der­zeit wür­den aber kaum noch CDs mit plau­si­blen Da­ten an­ge­bo­ten.

Stark rück­läu­fig ist nach Aus­sa­ge Sö­ders zu­dem die Zahl der Selbst­an­zei­gen. Wa­ren es im Jahr 2014 noch fast 6000, so sank die­se Zahl im ver­gan­ge­nen Jahr auf 459.

Ver­mut­lich sei in dem Be­reich weit­ge­hend ab­ge­räumt. Wer jetzt noch Geld ver­ste­cke, der sei „ent­we­der über­zeugt von der Nicht­ent­de­ckung oder nicht be­son­ders schlau“. »Kom­men­tar

Markus Sö­der

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