Ex FBI Chef sagt: Trump lügt

USA Co­mey macht öf­fent­lich, wie ihn der US-Prä­si­dent be­drängt hat

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON THO­MAS SEIBERT

Washington Der frü­he­re FBI-Chef Ja­mes Co­mey hat der Re­gie­rung von US-Prä­si­dent Do­nald Trump vor­ge­wor­fen, Lü­gen über ihn ver­brei­tet zu ha­ben. In ei­ner An­hö­rung vor dem Ge­heim­dienst­aus­schuss des Se­nats be­kräf­tig­te er, Trump ha­be ihn zur Be­en­di­gung von Er­mitt­lun­gen ge­gen den ehe­ma­li­gen Be­ra­ter Michael Flynn auf­ge­for­dert. Dies sei sehr ver­stö­rend ge­we­sen. Der ExPo­li­zei­chef be­ton­te, es ge­be kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Russ­land ver­such­te, in den jüngs­ten US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf ein­zu­grei­fen.

Co­meys An­hö­rung war mit Span­nung er­war­tet wor­den, weil Kri­ti­ker dem Prä­si­den­ten ei­ne il­le­ga­le Ein­mi­schung in lau­fen­de FBI-Er­mitt- lun­gen vor­wer­fen: Dies könn­te theo­re­tisch ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren aus­lö­sen. Trump ha­be zwar nicht wort­wört­lich das En­de der Er­mitt­lun­gen ge­gen Flynn ver­langt, sag­te Co­mey, aber: „Ich ver­stand es als An­wei­sung.“Laut Co­mey äu­ßer­te Trump nie­mals Wün­sche im Zu­sam­men­hang mit an­de­ren FBI-Er­mitt­lun­gen – nur mit Blick auf die Russ­land-Ak­te.

Trump hat­te Co­mey im Mai ge­feu­ert und dies mit den Russ­lan­dEr­mitt­lun­gen be­grün­det. Der frü­he­re Po­li­zei­chef be­ton­te in der live vom Fern­se­hen über­tra­ge­nen An­hö­rung, er ha­be den Ein­druck ge­habt, dass Trump von ihm ei­ne Ge­gen­leis­tung für sei­nen Ver­bleib im Amt ver­lan­gen woll­te. Sei­ne ei­ge­ne Zu­kunft auf dem Chef­pos­ten des FBI sei of­fen­bar eng mit der Fra­ge der von Trump ein­ge­for­der­ten Loya­li­tät ver­bun­den ge­we­sen. Co­mey frag­te zu­dem, war­um der Prä­si­dent un­be­dingt oh­ne Zeu­gen mit ihm über Flynn spre­chen woll­te.

Trumps pri­va­ter An­walt brach­te nach der An­hö­rung Er­mitt­lun­gen ge­gen Co­mey ins Gespräch, weil die­ser ver­trau­li­che In­for­ma­tio­nen wei­ter­ge­ge­ben ha­be. Co­mey hat­te ein­ge­räumt, da­für ge­sorgt zu ha­ben, dass sei­ne in­ter­nen Auf­zeich­nun­gen über die Ge­sprä­che mit Trump in die Me­di­en ge­lan­gen.

Im Kommentar er­klärt Tho­mas Spang, war­um Er­mitt­ler und Staats­an­wäl­te nun et­was vor­lie­gen ha­ben, um ju­ris­tisch ge­gen Trump vor­zu­ge­hen. Ei­nen aus­führ­li­chen Bericht le­sen Sie auf der Po­li­tik.

Foto: Alex Bran­don, dpa

Po­lit­kri­mi in Washington: Der ehe­ma­li­ge FBI Chef Ja­mes Co­mey sag­te ges­tern vor dem US Kon­gress aus.

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