Ar­bei­ten in der El­tern­zeit

Nach­wuchs Vie­le Müt­ter und Vä­ter wol­len wäh­rend der El­tern­zeit ar­bei­ten. Der An­walts­ver­ein Do­nau-Ries in­for­miert, was da­bei be­ach­tet wer­den muss

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft In Der Region -

Land­kreis Wer schon wie­der ins Be­rufs­le­ben ein­tre­ten möch­te, wäh­rend er den Nach­wuchs noch be­treut, muss ei­ni­ge Re­ge­lun­gen be­ach­ten. Zum The­ma „Ar­bei­ten in der El­tern­zeit“in­for­miert der An­walts­ver­ein Do­nau-Ries. Müt­ter und Vä­ter in El­tern­zeit dür­fen ma­xi­mal 30 St­un­den pro Wo­che ar­bei­ten, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Ver­eins. Die­se Gren­ze gel­te auch im zwei­ten und drit­ten Jahr, wenn die El­tern kein El­tern­geld mehr er­hal­ten. Die Hö­he des El­tern­gel­des be­trägt min­des­tens 65 Pro­zent des Net­to­ver­diens­tes vor der Ge­burt, er­klä­ren die Ju­ris­ten in der Pres­se­mit­tei­lung.

Ar­bei­ten Müt­ter und Vä­ter wäh­rend sie El­tern­geld be­kom­men, wer­den die Ein­künf­te auf die­ses an­ge­rech­net. Sie ha­ben dann nur An­spruch auf El­tern­geld für die Dif­fe­renz zwi­schen vor­he­ri­gem und ak­tu­el­lem Ein­kom­men. Ein Bei­spiel: Ei­ne Frau hat vor der Ge­burt bei­spiels­wei­se 2300 Eu­ro net­to ver­dient. In der El­tern­zeit ar­bei­tet sie in Teil­zeit und er­hält mo­nat­lich nur noch 1300 Eu­ro. Im ers­ten Jahr hat sie dann An­spruch auf El­tern­geld als Aus­gleich für die we­ni­ger ver­dien­ten 1000 Eu­ro. Das sind rund 650 Eu­ro, rech­net der An­walts­ver­ein vor.

„Da der Ver­dienst auf das El­tern­geld an­ge­rech­net wird, rech­net sich ei­ne Teil­zeit­stel­le in der El­tern­zeit lei­der fi­nan­zi­ell oft nicht“, sagt Rechts­an­wäl­tin Dr. Andrea Theu­rer. In der El­tern­zeit zu ar­bei­ten, sei aber für Müt­ter und Vä­ter in­ter­es­sant, die den An­schluss im Be­ruf nicht ver­lie­ren wol­len. Selbst­stän­di­ge kön­nen zwar kei­ne El­tern­zeit be­an­tra­gen. Sie kön­nen aber eben­falls An­spruch auf El­tern­geld ha­ben. Hier dient das Ein­kom­men als Mar­ke. Wer auf ei­ge­ne Rech­nung tä­tig ist, darf laut An­walts­ver­ein Do­nauRies ma­xi­mal 75 Pro­zent des vor­he­ri­gen Net­to­ein­kom­mens ver­die­nen, um An­spruch auf El­tern­geld zu ha­ben. Die Hö­he des El­tern­gel­des be­rech­net sich wie bei Ar­beit­neh­mern auch.

Wäh­rend der El­tern­zeit selbst­stän­dig ma­chen

„Wäh­rend der El­tern­zeit dür­fen Müt­ter und Vä­ter auch bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber tä­tig sein – eben­falls für ma­xi­mal 30 St­un­den“, sagt Rechts­an­wäl­tin Theu­rer. Dies müss­ten sie vier Wo­chen im Vor­aus beim ak­tu­el­len Ar­beit­ge­ber be­an­tra­gen. Der An­trag, in ei­ner an­de­ren Fir­ma ar­bei­ten zu dür­fen, muss üb­ri­gens nicht gleich­zei­tig mit dem An­trag auf El­tern­zeit ge­stellt wer­den. Auch wer wäh­rend der El­tern­zeit selbst­stän­dig ar­bei­ten möch­te, muss dies be­an­tra­gen, wie es in der Pres­se­mit­tei­lung heißt. (pm)

Sym­bol­fo­to: Tim Bra­ken­mei­er, dpa

Wer auch wäh­rend der El­tern­zeit be­rufs­tä­tig sein will, muss ei­ni­ge Re­ge­lun­gen be ach­ten.

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