Töd­li­cher Un­fall hat Nach­spiel für Di­plo­ma­ten

Kommt Sau­di doch nicht straf­los da­von?

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Ber­lin Ein von ei­nem sau­di­schen Di­plo­ma­ten ver­ur­sach­ter töd­li­cher Rad­un­fall in Ber­lin könn­te nun doch ju­ris­ti­sche Fol­gen für den Bot­schafts­mit­ar­bei­ter ha­ben. Das Aus­wär­ti­ge Amt lei­te­te die for­mell nö­ti­gen Schrit­te ein, um den Un­fall­ver­ur­sa­cher trotz des­sen di­plo­ma­ti­scher Im­mu­ni­tät mög­li­cher­wei­se be­lan­gen kön­nen. Das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um schick­te da­zu ei­ne so­ge­nann­te „Ver­bal­no­te“an die Bot­schaft Sau­di-Ara­bi­ens und bat um ei­ne Stel­lung­nah­me. Recht­li­che Schrit­te kön­nen frü­hes­tens ein­ge­lei­tet wer­den, „wenn die er­be­te­ne Stel­lung­nah­me vor­liegt und die po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen ab­ge­schlos­sen sind“, hieß es aus dem Au­ßen­mi­nis­te­ri­um.

Als mög­li­che Schrit­te bei straf­recht­li­chen Er­mitt­lun­gen wur­den et­wa ein An­trag auf Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät oder die Auf­for­de­rung zur Ab­be­ru­fung des Di­plo­ma­ten ge­nannt. Der 50-jäh­ri­ge sau­di­sche Di­plo­mat stand am Di­ens­tag­abend im Ber­li­ner Stadt­teil Neu­kölln mit sei­nem Sport­wa­gen mit Di­plo­ma­ten­kenn­zei­chen im ab­so­lu­ten Hal­te­ver­bot auf ei­nem Rad­weg und riss ab­rupt die Tür auf. Ein 55-jäh­ri­ger Rad­fah­rer prall­te ge­gen die Tür und starb im Kran­ken­haus an sei­nen Kopf­ver­let­zun­gen. Di­plo­ma­ten ste­hen un­ter be­son­de­rem Schutz, um nicht aus po­li­ti­schen Grün­den be­langt wer­den zu kön­nen. Nor­ma­ler­wei­se wür­de ein sol­cher Un­fall Er­mitt­lun­gen we­gen Ver­dachts auf fahr­läs­si­ge Tö­tung in Gang set­zen. Laut Staats­an­walt­schaft wer­den Un­fall-Straf­ver­fah­ren bei Di­plo­ma­ten aber meist so­fort ein­ge­stellt.

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