Wehr: Rad­ler kön­nen wie­der drü­ber

Durch­fahrt Die Sper­rung gibt es nicht mehr. Wer mit dem Rad die Wehr­an­la­gen am Lech nutzt, han­delt al­ler­dings auf ei­ge­ne Ge­fahr. Wel­che Lö­sung BEW und Ge­mein­den ge­fun­den ha­ben

Donauwoerther Zeitung - - An Donau Und Lech - VON MARGRET STURM

Rain/Ell­gau Für die be­trof­fe­nen Lech­ta­ler war es ein gro­ßes Är­ger­nis: die Sper­rung der Wehr­an­la­gen am un­te­ren Lech für Rad­fah­rer. Seit Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res durf­ten die Weh­re zwi­schen Rain und Meit­in­gen/Thier­haup­ten von Rad­fah­rern nicht mehr be­nutzt wer­den. Die Baye­ri­sche Elek­tri­zi­täts­wer­ke Gm­bH (BEW) als Be­triebs­füh­rer die­ser Kraft­wer­ke hat­te das so ent­schie­den. Der Grund: Die Über­gän­ge am Wehr sei­en le­dig­lich als Fuß­weg kon­zi­piert und wür­den des­halb die Qua­li­täts­nor­men für Rad­we­ge hin­sicht­lich Brei­te, Be­lag und sons­ti­ge Kri­te­ri­en nicht er­fül­len, so die BEW da­mals; es be­ste­he al­so ein Si­cher­heits­ri­si­ko für Rad­fah­rer. Und die Wehr­über­gän­ge wür­den teil­wei­se so­gar in Rad­kar­ten auf­ge­führt, zeig­te sich die BEW ent­setzt und ent­schloss sich zu der um­strit­te­nen Sper­rung – zu­mal es im­mer mehr schwe­re E-Bi­kes ge­be, mit de­nen der Über­gang noch schwie­ri­ger zu be­wäl­ti­gen sei.

Ein ein­fa­ches Schild mit dem Hin­weis „Be­tre­ten auf ei­ge­ne Ge­fahr“rei­che nicht, um die Haf­tung aus­zu­schlie­ßen, so die BEW da­mals zum recht­li­chen Hin­ter­grund. Dar­auf­hin gab es im­mer wie­der hef­ti­ge Bür­ger­pro­tes­te ge­gen die­se Ent­schei­dung. Denn die Über- gän­ge wa­ren so­wohl von Fuß­gän­gern als auch von Rad­fah­rern flei­ßig ge­nutzt wor­den. Und lan­ge Um­we­ge bis zu den of­fi­zi­el­len Lech­brü­cken bei Thier­haup­ten und Rain moch­ten vie­le nicht in Kauf neh­men.

Hin­ter den Ku­lis­sen wur­de seit­dem nach ei­ner bür­ger­freund­li­che­ren Lö­sung ge­sucht. Die­se ist nun ge­fun­den und sieht nach An­ga­ben der BEW fol­gen­der­ma­ßen aus: An den drei Kraft­wer­ken in Ell­gau, Ober­peiching und Rain sind Be­schil­de­run­gen an­ge­bracht, die den Wehr­steg als Geh­weg kenn­zeich­nen. Kon­kret han­delt es sich um das be­kann­te Ver­kehrs­schild, das zwei Fuß­gän­ger auf blau­em Hin­ter­grund zeigt.

Da die­se Be­schil­de­rung in den Zu­stän­dig­keits­be­reich der Ge­mein­er­höh­tes den fällt, hät­ten sich die BEW in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten eng mit dem Markt Thier­haup­ten und der Stadt Rain ab­ge­stimmt, er­läu­tert Tho­mas Renz, Ab­tei­lungs­lei­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on der Lech­wer­ke AG, auf An­fra­ge un­se­rer Zei­tung. Ziel die­ser Ge­sprä­che sei es ge­we­sen, ei­ne für al­le Be­tei­lig­ten zu­frie­den­stel­len­de Lö­sung zu fin­den.

Nach­dem die Si­tua­ti­on noch­mals ge­mein­sam ge­prüft wor­den sei, ha­be man sich für die­se Art der Be­schil­de­rung ent­schie­den. BEW ha­be al­so auf An­ord­nung der Kom­mu­nen die Wehr­ste­ge jetzt als Geh­we­ge ge­kenn­zeich­net.

Durch die­sen Kunst­griff ist die Que­rung für Rad­fah­rer wie­der mög­lich. Al­ler­dings hand­le der Rad­fah­rer auf ei­ge­ne Ge­fahr, be­tont die BEW.

Sym­bol­fo­to: Wei­gel

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