Grat­wan­de­rung bei Ein­sät­zen

Donauwoerther Zeitung - - Wemding | Harburg | Landkreis - VON WOLF­GANG WI­DE­MANN re­dak­ti­on@do­nau­wo­er­t­her zei­tung.de

Zu­satz­spu­ren sol­len den Ver­kehr auf Bun­des­stra­ßen im Do­nauRies-Kreis si­che­rer ma­chen. Die­ses Kon­zept ist auf der B 25 zwi­schen Do­nau­wörth und Nörd­lin­gen zu ei­nem er­heb­li­chen Teil schon um­ge­setzt und soll bald auch auf der B 2 und der B 16 ver­wirk­licht wer­den. Der Si­cher­heits­ge­winn ist nach­voll­zieh­bar.

Wenn nur in ei­ne Rich­tung, und da­zu noch auf ei­ner wei­te­ren Spur, über­holt wer­den darf, wird das Un­fall­ri­si­ko mi­ni­miert – so­lan­ge sich die Ver­kehrs­teil­neh­mer an die gel­ten­den Re­geln hal­ten.

Auf den so­ge­nann­ten „2+1-Stre­cken“müs­sen sich die Fah­rer in der Rich­tung, in der nur ei­ne Spur vor­han­den ist, in Ge­duld üben. Ein lang­sa­mes Fahr­zeug kann über ei­nen oder meh­re­re Ki­lo­me­ter nicht über­holt wer­den, auch wenn die Stra­ße ge­ra­de ist und nie­mand ent­ge­gen­kommt.

Wäh­rend der nor­ma­le Ver­kehrs­teil­neh­mer sich schlicht und ein­fach an die Re­gel zu hal­ten hat, dass die dop­pel­te durch­ge­zo­ge­ne Li­nie nicht über­quert wer­den darf, stellt sich die Sa­che bei Blau­licht­fahr­zeu­gen et­was dif­fi­zi­ler dar. Wenn Not­arzt, Ret­tungs­dienst, Feu­er­wehr oder Po­li­zei zu ei­nem Ein­satz un­ter­wegs ist, kann es auf je­de Mi­nu­te an­kom­men. Im Ex­trem­fall ent­schei­det die Zeit, die zum Ein­satz­ort be­nö­tigt wird, über Le­ben und Tod.

Der Zu­fall will es, dass in­ner­halb von 15 Mo­na­ten auf der B25 bei Har­burg prak­tisch genau an der glei­chen Stel­le sich erst der Fah­rer ei­nes Ret­tungs­wa­gens und dann der ei­ner Po­li­zei­strei­fe für ein – laut Ver­kehrs­recht ei­gent­lich ver­bo­te­nes – Über­hol­ma­nö­ver ent­schie­den ha­ben. Dies wirft ein Licht auf die Pro­ble­ma­tik und den Druck, dem die Hel­fer und Ret­ter in sol­chen Si­tua­tio­nen aus­ge­setzt sind. Sie voll­zie­hen bis­wei­len ei­ne Grat­wan­de­rung, um schnell vor­wärts­zu­kom­men.

Ei­ne kniff­li­ge Fra­ge ist nun, wie das Ver­hal­ten des Ver­ur­sa­chers recht­lich zu wer­ten ist. Die Jus­tiz wird er­neut zu ent­schei­den ha­ben, wel­che Um­stän­de vor­la­gen, wel­cher Vor­wurf dar­aus ge­zo­gen wer­den kann und ob be­zie­hungs­wei­se in wel­cher Wei­se der Be­am­te zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wird.

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