Ist die Erd­beer Sai­son schon vor­bei?

Na­tur Die ers­ten Fel­der für Selbst­pflü­cker ha­ben be­reits wie­der ge­schlos­sen. Woran das liegt und war­um Lieb­ha­ber auf die ro­ten Frücht­chen trotz­dem noch nicht ver­zich­ten müs­sen

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ANI­KA ZIDAR

Augs­burg Erd­beer-Zeit in Bay­ern: Aus Sü­d­eu­ro­pa be­zie­hen Su­per­märk­te die Frucht des Früh­som­mers seit Mo­na­ten, Bee­ren aus der Re­gi­on gibt es aber erst seit we­ni­gen Wo­chen. Die ers­ten Fel­der ha­ben in die­sen Ta­gen al­ler­dings schon wie­der ge­schlos­sen – und das, ob­wohl das Wet­ter zum Selbst­pflü­cken kaum bes­ser sein könn­te. Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten, da­mit der Aus­flug auf das Erd­beerFeld nicht in ei­ner Ent­täu­schung en­det:

Täuscht der Ein­druck, dass die Erd­beer-Sai­son 2017 au­ßer­ge­wöhn­lich kurz war?

Tat­säch­lich ha­ben die meis­ten Er­zeu­ger mit dem Erd­beer-Ver­kauf in die­sem Jahr re­la­tiv spät be­gon­nen. Ge­ra­de Selbst­pflü­cker ka­men in der Re­gi­on erst Mit­te Ju­ni so rich­tig auf ih­re Kos­ten. Be­son­ders kurz war die Sai­son für die Erd­beer-Bau­ern ei­ner nicht re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge un­se­rer Zei­tung zu­fol­ge im Wit­tels­ba­cher Land, im Nor­den von Augs­burg so­wie im Raum Neu-Ulm.

War­um hat die Erd­beer-Zeit 2017 so spät be­gon­nen?

Für die Erd­beer-Bau­ern in Schwa­ben war es ein tur­bu­len­tes Jahr. Bei har­tem Spät­frost mit bis zu mi­nus sie­ben Grad in den April­näch­ten

Deut­sche Erd­bee­ren gibt es noch län­ger zu kau­fen

sind den Er­zeu­gern et­li­che Erd­beerBlü­ten er­fro­ren. Hin­zu kommt, dass vie­le Blü­ten nicht op­ti­mal be­stäubt wur­den, da auf­grund des un­be­stän­di­gen Wet­ters we­ni­ger In­sek­ten un­ter­wegs wa­ren und sie auch durch den Ein­satz von Wär­mev­lies nicht so leicht an die Blü­ten ka­men. Jo­hann Zott be­sitzt meh­re­re Erd­beer-Fel­der zwi­schen Ulm und Mem­min­gen. Er geht da­von aus, dass es bei sei­nen Früh-Erd­bee­ren Ern­te­aus­fäl­le von bis zu 80 Pro­zent gab.

War­um ha­ben die ers­ten Fel­der zum Selbst­pflü­cken jetzt schon wie­der ge­schlos­sen?

Das som­mer­li­che Wet­ter der ver­gan­ge­nen Wo­chen hat vie­le Erd­beer-Fans auf die Fel­der ge­lockt. Al­ler­dings ha­be die lang an­hal­ten­de Hit­ze auch da­für ge­sorgt, dass die Ern­te­zeit schnell wie­der vor­bei­geht, sagt Er­zeu­ge­rin An­ne­gret Schmid aus Min­del­heim im Un­ter­all­gäu: „Drei Wo­chen oh­ne Re­gen sind für die Erd­beer­pflan­zen al­les an­de­re als ide­al. Wir ha­ben unsere Fel­der zu­sätz­lich be­reg­net, aber das leis­tet sich nun mal nicht je­der.“Auch Erd- beer-Bau­er Wolf­gang Lunz aus Ober­gries­bach im Wit­tels­ba­cher Land hat sich zu­nächst über das son­ni­ge Wet­ter ge­freut: „Man hat rich­tig ge­merkt, wie eif­rig die Leu­te am Wo­che­n­en­de zum Pflü­cken ge­kom­men sind. Aber jetzt sind al­le Erd­bee­ren auf ein­mal reif ge­wor­den und wir muss­ten schon wie­der schlie­ßen.“

Wie fällt die Erd­beer-Ern­te 2017 in Süd­deutsch­land aus?

Ei­ner Um­fra­ge der Agrar­markt-In­for­ma­ti­ons-Ge­sell­schaft zu­fol­ge rech­nen die süd­deut­schen Erd­beerEr­zeu­ger in die­sem Jahr mit ei­ner Ab­satz­men­ge von 28 500 Ton­nen, was fünf Pro­zent we­ni­ger Ern­te­er­trä­ge wä­ren als 2016 und so­gar 24 Pro­zent we­ni­ger als im Durch­schnitt. Si­mon Schu­ma­cher, der Spre­cher des Ver­bands Süd­deut­scher Spar­gel- und Erd­bee­r­an­bau­er, sagt: „Vie­le Be­trie­be be­en­den die Erd­beer-Sai­son mitt­ler­wei­le schon Mit­te Ju­ni par­al­lel zum En­de der Spar­gel­zeit. Die Au­s­prä­gung der Frost- und Hit­ze­pe­ri­oden ist lo­kal aber so un­ter­schied­lich, dass man­che Er­zeu­ger von wet­ter­be­ding­ten Ver­lus­ten gar nicht be­trof­fen sind.“

Wo kann man in der Re­gi­on jetzt noch gu­te Erd­bee­ren pflü­cken?

Ge­ra­de in Nord­schwa­ben schlie­ßen vie­le Er­zeu­ger ih­re Selbst­pflückFel­der be­reits in die­sen Ta­gen. Auf Fel­dern, die von den Erd­beer-Bau­ern künst­lich be­reg­net wur­den, ist die Si­tua­ti­on deut­lich bes­ser. Gu­te Erd­beer-Aus­sich­ten gibt es auch auf den Fel­dern in Süd­schwa­ben, weil es im All­gäu und im Un­ter­all­gäu am Wo­che­n­en­de zu­min­dest ein biss­chen ge­reg­net hat. Vie­le An­bie­ter von Erd­beer-Fel­dern ha­ben ei­ne ei­ge­ne Home­page und in­for­mie­ren auch te­le­fo­nisch über die je­wei­li­gen Fel­der.

Wo und bis wann fin­de ich noch deut­sche Erd­bee­ren, wenn die Fel­der ge­schlos­sen sind?

Auch wenn fast al­le Fel­der für Selbst­pflü­cker bis An­fang Ju­li schlie­ßen dürf­ten, müs­sen Ver­brau­cher nicht auf deut­sche Erd­bee­ren ver­zich­ten. Der Spre­cher des Ver­bands Süd­deut­scher Spar­gel- und Erd­bee­r­an­bau­er, Si­mon Schu­ma­cher, sagt: „In ei­nem gu­ten Le­bens­mit­tel-Ein­zel­han­del sind Erd­beerS­pät­sor­ten noch bis min­des­tens An­fang Au­gust er­hält­lich. Al­ler­dings han­delt es sich da­bei eher um hoch­prei­si­ge Sor­ten.“

Fo­to: Bern­hard Weiz­enegger

Wo sind denn die gan­zen Erd­bee­ren? Das schei­nen sich auch Amie und Mu­na (von links) bei Fried­berg ge­fragt ha­ben. Im­mer­hin hat­te die Plan­ta­ge dort ges­tern noch ge­öff­net. Das ist längst nicht mehr über­all der Fall.

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