Si­cher durch die Au­to Wa­sch­an­la­ge

Rat­ge­ber Ein ab­ge­ris­se­ner Spie­gel, ei­ne um­ge­knick­te An­ten­ne oder di­cke Krat­zer im Lack. Was ist zu tun, wenn der Wa­gen bei der Wä­sche be­schä­digt wird?

Donauwoerther Zeitung - - 'eld ,eben - VON SAN­DRA LIERMANN

Augs­burg Der Au­ßen­spie­gel ist be­schä­digt, die eben noch ge­ra­de in die Luft ra­gen­de An­ten­ne hat ei­nen Knick, den Lack auf der Mo­tor­hau­be zie­ren Krat­zer. Ei­gent­lich soll­te der Wa­gen doch aus­se­hen wie neu, wenn er aus der Wa­sch­an­la­ge kommt. Doch was tun, wenn das Au­to bei der Wä­sche be­schä­digt wird? Rechts­ex­per­ten des ADAC ge­ben Tipps, wie sich Streit ver­mei­den lässt.

Wer haf­tet bei Schä­den wie Krat­zern im Lack?

Den ADAC-Rechts­ex­per­ten zu­fol­ge hat der Be­trei­ber der Wa­sch­an­la­ge zu haf­ten, wenn ein Scha­den trotz ord­nungs­ge­mä­ßer Nut­zun­ge nach­weis­lich in der An­la­ge ent­stan­den ist. Bei Krat­zern im Lack, die durch die Rei­ni­gungs­bürs­ten ent­stan­den sind, muss in der Re­gel der Be­trei­ber für die Kos­ten auf­kom­men. Denn er muss dar­auf ach­ten, dass sich in den Bürs­ten kei­ne Ge­gen­stän­de ver­fan­gen, die Scha­den an­rich­ten kön­nen. Die Bürs­ten nach je­dem Fahr­zeug zu kon­trol­lie­ren, sei Wa­sch­an­la­gen­be­trei­bern je­doch nicht zu­zu­mu­ten, so ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Saar­brü­cken aus dem Jahr 2013.

Wie sieht es bei ab­ge­knick­ten An­ten­nen oder ab­ge­ris­se­nen Spie­geln aus?

Auch hier haf­tet der Be­trei­ber, wenn der Scha­den nach­weis­lich in der Wa­sch­an­la­ge ent­stan­den ist. Nach Aus­sa­ge des ADAC muss gleich­zei­tig aber auch der Kun­de „die er­for­der­li­che Sorg­falt“bei der Be­nut­zung der An­la­ge an den Tag le­gen. Dar­un­ter fällt zum Bei­spiel, Si­che­rungs­und Warn­hin­wei­se in den all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen zu be­ach­ten. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Amts­ge­richts Al­ten­burg aus dem Jahr 2001 kann der Kun­de in be­stimm­ten Fäl­len den­noch Scha- den­er­satz ver­lan­gen: Im da­ma­li­gen Fall stand auf ei­nem Schild der Hin­weis „An­ten­ne ein­schie­ben oder ab­neh­men“. Das war bei der dieb­stahl­ge­si­cher­ten An­ten­ne am Wa­gen des Kun­den aber nicht mög­lich. Der Be­trei­ber wä­re ver­pflich­tet ge­we­sen, ihn dar­auf hin­zu­wei­sen und ihm von der Be­nut­zung der An­la­ge ab­zu­ra­ten.

Das heißt, der An­la­gen­be­trei­ber muss Kun­den auf je­de Ge­fahr hin­wei­sen?

Den Rechts­ex­per­ten des ADAC zu- fol­ge muss der Be­trei­ber nicht ex­pli­zit dar­auf hin­wei­sen, dass die Schei­ben­wi­scher in Ru­he­po­si­ti­on ste­hen und die Fens­ter ge­schlos­sen sein müs­sen. Der Be­trei­ber muss je­doch Fahr­zeu­ge zu­rück­wei­sen, bei de­nen auf­grund be­son­de­rer au­gen­schein­li­cher Um­stän­de die Be­nut­zung der Wa­sch­an­la­ge zu Schä­den füh­ren kann. Gleich­zei­tig muss auch der Kun­de auf be­son­de­re Um­stän­de auf­merk­sam ma­chen, die Schä­den be­güns­ti­gen könn­ten, wie bei­spiels­wei­se ein Re­ser­ve­rad an der Heck­tür. Dem Kun­den zu­fol­ge ist ein Scha­den in der Wa­sch­an­la­ge ent­stan­den, der Be­trei­ber hält das für un­mög­lich. Wer ist in der Be­weis­pflicht? Nach Darstel­lung des ADAC muss der Kun­de be­wei­sen, dass ein Scha­den in der An­la­ge ent­stan­den ist, zum Bei­spiel mit­hil­fe ei­nes Sach­ver­stän­di­gen. Au­ßer­dem muss ein Fehl­ver­hal­ten des Kun­den aus­ge­schlos­sen sein. An­dern­falls haf­tet der Be­trei­ber nicht. Haf­tungs­be­schrän­kun­gen in den all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen sto­ßen recht­lich im­mer wie­der auf Kri­tik und müs­sen nicht zwin­gend wirk­sam sein, er­klä­ren die Ex­per­ten des ADAC.

Falls es doch so­weit kommt: Was ist im Scha­dens­fall zu tun?

Grund­sätz­lich ist es sinn­voll, das Fahr­zeug noch auf dem Ge­län­de der Wa­sch­an­la­ge zu kon­trol­lie­ren, so die Emp­feh­lung des ADAC. Kun­den soll­ten Schä­den so­fort dem Be­trei­ber mel­den und sich die­se aus Be­weis­grün­den schrift­lich be­stä­ti­gen las­sen.

Und wenn sie den Scha­den erst be­mer­ken, wenn sie wie­der zu Hau­se sind?

Man­che Wa­sch­an­la­gen­be­trei­ber le­gen in den all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen fest, dass ein Scha­den vor Ver­las­sen des Ge­län­des ge­mel­det wer­den muss. Ob ei­ne sol­che Klau­sel wirk­sam ist, le­gen Ge­rich­te laut ADAC je­doch un­ter­schied­lich aus. Er­satz­an­sprü­che kön­nen auch noch nach dem Ver­las­sen des Ge­län­des er­ho­ben wer­den, der Kun­de muss dann je­doch nach­wei­sen, dass der Scha­den tat­säch­lich in der Wa­sch­an­la­ge ent­stan­den ist. Das kann schwie­rig wer­den – denn wenn der Kun­de das Ge­län­de ver­las­sen hat, kann der Wa­sch­an­la­gen­be­trei­ber ent­ge­gen­hal­ten, dass der Scha­den auch bei ei­ner wei­te­ren Wä­sche oder durch an­de­re Ur­sa­chen ent­stan­den sein kann.

Foto: Ar­min Weigel, dpa

In der Wa­sch­an­la­ge möch­ten Kun­den vor al­lem, dass ih­re Au­tos sau­ber wer­den. Aber was ist zu tun, wenn es bei der Wä­sche Krat­zer be­kommt?

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