Ge­gen Ter­ror

Ur­teil Münch­ner woll­te zum IS nach Sy­ri­en. Bun­des­ge­richts­hof be­stä­tigt erst­mals Haft­stra­fe

Donauwoerther Zeitung - - Bayern -

Karls­ru­he/Mün­chen Deutsch­lands obers­te Straf­rich­ter ha­ben zum ers­ten Mal die Ver­ur­tei­lung ei­nes Is­la­mis­ten be­stä­tigt, der sich in ei­nem sy­ri­schen Ter­ror­camp mi­li­tä­risch aus­bil­den las­sen woll­te. Be­reits die ver­such­te Aus­rei­se in ein sol­ches Camp steht seit Ju­ni 2015 un­ter Stra­fe. Wie der Bun­des­ge­richts­hof am Di­ens­tag mit­teil­te, gibt es „kei­ne durch­grei­fen­den Be­den­ken ge­gen die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Norm“im Straf­ge­setz­buch.

In dem Fall ging es um ei­nen Deut­schen aus Mün­chen, der zwei­mal ver­geb­lich ver­sucht hat­te, ins sy­ri­sche Bür­ger­kriegs­ge­biet zu rei­sen, um dort für ei­nen is­la­mi­schen Got­tes­staat zu kämp­fen. Im Ok­to­ber 2015 wur­de er am Flug­ha­fen Mün­chen fest­ge­nom­men. Vom dor­ti­gen Land­ge­richt wur­de der da­mals 27-Jäh­ri­ge im Mai 2016 zu zwei­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Die­ses Ur­teil ist nun rechts­kräf­tig. Der Mann war ein­mal bis in die Tür­kei ge­kom­men, schaff­te es dort dann aber nicht über die Gren­ze nach Sy­ri­en. Beim zwei­ten An­lauf wur­de er mit ei­nem One-Way-Ti­cket, zwei Han­dys und Out­door-Aus­rüs­tung vor dem Ab­flug fest­ge­nom­men.

Der 2009 ein­ge­führ­te Pa­ra­graf 89a des Straf­ge­setz­buchs stellt die Vor­be­rei­tung ei­ner schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Ge­walt­tat un­ter Stra­fe. Da­zu ge­hö­ren zum Bei­spiel Ter­ror­an­schlä­ge. Schon da­ge­gen gab es gro­ße Be­den­ken, weil je­mand für et­was ver­ur­teilt wer­den kann, was er noch gar nicht ge­tan hat. Der BGH gab 2014 prin­zi­pi­ell grü­nes Licht, der Tä­ter müs­se aber „be­reits fest ent­schlos­sen“sein.

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