Le­ben in ei­nem Flücht­lings­camp

Afri­ka Weil im Süd­su­dan Krieg herrscht, sind Ma­rie und Ja­ne nach Ugan­da ge­flo­hen

Donauwoerther Zeitung - - 0anorama \ - VON GIOIA FORSTER

Wenn in ei­nem Land Krieg herrscht, flie­hen vie­le der Ein­woh­ner, um sich in Si­cher­heit zu brin­gen. So ist das auch im Süd­su­dan, ei­nem Land in Afri­ka. Dort kämp­fen zwei Grup­pen ge­gen­ein­an­der. Men­schen wur­den ge­tö­tet und Häu­ser zer­stört. Vie­le Süd­su­da­ne­sen sind da­her in das Nach­bar­land Ugan­da ge­flo­hen. Dort küm­mert man sich um sie.

Die meis­ten Süd­su­da­ne­sen woh­nen in Ugan­da in ei­ner Flücht­lings­sied­lung. Das ist so ähn­lich wie ein Flücht­lings­la­ger – al­ler­dings ist die Sied­lung viel grö­ßer und hat kei­nen Zaun drum­rum. In der Sied­lung Im­vepi le­ben auch die Mäd­chen Ma­rie und Ja­ne.

Pfle­ge­fa­mi­li­en küm­mern sich um die Kin­der

Die 16-jäh­ri­ge Ma­rie läuft je­den Tag an­dert­halb St­un­den zur Schu­le. Denn Flücht­lings­kin­der kön­nen zwar zu­sam­men mit den ugan­di­schen Kin­dern die Schu­le be­su­chen. In den Sied­lun­gen gibt es aber sehr we­ni­ge Schu­len. Da­her müs­sen vie­le Kin­der weit lau­fen – wie Ma­rie. Vor der Schu­le muss sie für ih­re Fa­mi­lie Was­ser ho­len und et­was zu es­sen ko­chen. „Manch­mal, wenn ich zu spät auf­wa­che, schaf­fe ich es nicht recht­zei­tig.“Sie liebt es, in die Schu­le zu ge­hen und dann mit Freun­den Fuß­ball zu spie­len.

Die Sied­lun­gen sind ei­gent­lich wie nor­ma­le Dör­fer: Es gibt Schu­len und Kli­ni­ken, Spiel­plät­ze und Märk­te. Das Le­ben für die Süd­su­da­ne­sen ist aber trotz­dem nicht ein­fach. Denn die Men­schen ha­ben ih­re Hei­mat ver­lo­ren. Vie­le wur­den im Krieg ver­letzt oder ha­ben schlim­me Din­ge er­lebt. Ei­ni­ge Kin­der ha­ben zum Bei­spiel ih­re El­tern ver­lo­ren.

Ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on sorgt dann da­für, dass sol­che Kin­der bei ei­ner süd­su­da­ne­si­schen Fa­mi­lie in den Sied­lun­gen woh­nen kön­nen. „Ich den­ke viel an mei­ne El­tern“, sagt die 15 Jah­re al­te Ja­ne, die mit ih­ren vier Ge­schwis­tern bei solch ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie wohnt. „Aber jetzt ha­ben wir zu­min­dest ei­ne Er­satz­fa­mi­lie, die auf uns auf­passt.“

Auch Ja­ne und ih­re Ge­schwis­ter ha­ben er­lebt, wie es ab­läuft, wenn man neu in die Sied­lung kommt: Erst mal be­kom­men sie dort et­was zu es­sen. Sie wer­den auch von ei­nem Arzt un­ter­sucht und er­hal­ten Din­ge, um zu le­ben: et­wa De­cken, dün­ne Ma­trat­zen und Ei­mer, um Was­ser zu ho­len. Denn die meis­ten Flücht­lin­ge las­sen fast al­les zu­rück, wenn sie flie­hen.

Je­de Flücht­lings­fa­mi­lie be­kommt zu­dem ein Stück Land in ei­ner Sied­lung. Das Land ist et­wa fünf Mal so groß wie ein Bas­ket­ball­platz. Dort kön­nen sie sich ei­ne klei­ne Hüt­te bau­en. Die Hüt­ten be­ste­hen oft aus ei­nem Holz­rah­men und ei­ner wei­ßen Pla­ne. Das hält zwar nicht im­mer den Re­gen ab, aber meist ist es in Ugan­da sehr heiß und tro­cken.

Auf dem Land kön­nen die Flücht­lin­ge auch Obst und Ge­mü­se an­bau­en. Das ist wich­tig für die Men­schen. Denn sie be­kom­men zwar von Hel­fern je­den Mo­nat et­was zu es­sen – oft reicht das aber nicht. Aber im­mer­hin kön­nen die Flücht­lin­ge in den Sied­lun­gen in Frie­den le­ben.

Fo­tos: Gioia Forster

Ja­ne (mit dem blau­en T Shirt) lebt bei die­ser Pfle­ge­fa­mi­lie in der Flücht­lings­sied­lung Im­vepi im Nord­wes­ten von Ugan­da. Man­che Kin­der ver­lie­ren im Süd­su­dan ih­re El­tern und flie­hen al­lei­ne nach Ugan­da.

Ma­rie lebt auch in dem Flücht­lings­camp. Hier steht sie ne­ben ei­ner Mit­ar­bei­te­rin ei­ner Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on.

Die Hüt­ten in dem Flücht­lings­camp be ste­hen meis­tens aus Holz und Plas­tik­p­la nen.

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