Frau­en über­neh­men das Kom­man­do an den Ma­schi­nen

Fach­kräf­te Sechs Mon­tie­re­rin­nen drü­cken noch ein­mal für zwei Jah­re die Schul­bank. Vol­le Auf­trags­bü­cher sind ein Pro­blem

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft In Der Region - VON CHRIS­TI­AN MÜHLHAUSE

Mon­heim Der Fach­kräf­te­man­gel ist ei­nes der gro­ßen The­men der Zu­kunft, ist von al­len Sei­ten zu hö­ren. Bei den Un­ter­neh­men pas­sie­re der­zeit al­ler­dings noch zu we­nig in die­ser Rich­tung, sagt Wer­ner Mö­ritz, ope­ra­ti­ver Ge­schäfts­füh­rer der Ar­beits­agen­tur Do­nau­wörth. „Das Pro­blem ist ak­tu­ell die ho­he Aus­las­tung in den Fir­men. Es ist zwar er­freu­lich, dass die Auf­trags­bü­cher voll sind, al­ler­dings brau­chen die Fir­men die Mit­ar­bei­ter und stel­len sie des­we­gen nur sel­ten für Wei­ter­qua­li­fi­zie­run­gen frei.“Ent­spre­chen­de För­der­pro­gram­me der Ar­beits­agen­tur wür­den in wirt­schaft­lich schwä­che­ren Zei­ten häu­fi­ger ge­nutzt, so der Be­hör­den­lei­ter.

Ei­ne Fir­ma, die auf das An­ge­bot zu­rück­ge­grif­fen hat, ist Büh­ler Mo­tor aus Mon­heim. Über das We­ge­bau-Pro­gramm der Ar­beits­agen­tur wur­den sechs Mit­ar­bei­te­rin­nen zur Ma­schi­nen- und An­la­gen­füh­re­rin aus­ge­bil­det. Sie ha­ben zu­vor als Mon­tie­re­rin­nen ge­ar­bei­tet. Für die­se Zeit wur­den sie von ih­rem Ar­beit­ge­ber für zwei Jah­re frei­ge­stellt. Die Ar­beits­agen­tur zahl­te wäh­rend die­ser Zeit die Kurs­ge­büh­ren und er­stat­te­te der Fir­ma Büh­ler Mo­tor ei­nen Teil des Ge­hal­tes. „Wir sind froh, dass sich die­se Mit­ar­bei­te­rin­nen der Her­aus­for­de­rung stel­len. Wir brau­chen mehr Fach­ar­bei­ter“, sagt Werks­lei­ter Ha­rald Krug.

Dass es ei­ne Her­aus­for­de­rung war, be­stä­tigt Teil­neh­me­rin Len­ka Lux. Vor al­lem, sich das tech­ni­sche Fach­wis­sen an­zu­eig­nen, ha­be sie ge­for­dert, er­in­nert sie sich. „Ge­schafft ha­be ich das si­cher auch, weil wir in der Fort­bil­dung zu ei­nem gu­ten Team ge­wor­den und uns ge­gen­sei­tig un­ter­stützt ha­ben“, sagt sie. Das be­stä­tigt auch Su­san­ne Pil­ger. Sie ar­bei­tet be­reits seit 30 Jah­ren für das Un­ter­neh­men. Werks­lei­ter Krug fin­det es selbst­ver­ständ­lich, dass auch äl­te­re Mit­ar­bei­ter die Chan­ce er­hal­ten, sich wei­ter­zu­qua­li­fi­zie­ren. Zum ei­nen blei­be Pil­ger dem Un­ter­neh­men noch meh­re­re Jah­re er­hal­ten und zum an­de­ren sei auch der rich­ti­ge Mix ein wich­ti­ger Fak­tor. „Die jün­ge­ren Kol­le­gen ler­nen von den äl­te­ren und die wie­der­um pro­fi­tie­ren von der Dy­na­mik der jün­ge­ren.“

Dass sechs Frau­en die Um­schu­lung zur Ma­schi­nen- und An­la­gen­füh­re­rin, ei­nem eher män­ner­ty­pi­schen Be­ruf, bei den Be­ruf­li­chen Fort­bil­dungs­zen­tren der baye­ri­schen Wirt­schaft ge­macht ha­ben, sei dem Um­stand ge­schul­det, dass vie­le der 400 Mit­ar­bei­ter in dem Un­ter­neh­men Frau­en sind. Sie wer­den auch des­we­gen drin­gend ge­braucht, weil Büh­ler Mo­tor ex­pan­diert. Ge­plant sind in Mon­heim ei­ne wei­te­re Pro­duk­ti­ons­hal­le mit 2400 Qua­drat­me­tern und ein zwei­stö­cki­ger Ver­wal­tungs­trakt mit gut 1000 Qua­drat­me­tern Flä­che. Die Hal­le soll nach Aus­kunft von Pro­jekt­lei­ter Chris­ti­an Ja­kob bis zum ers­ten Quar­tal 2018 fer­tig­ge­stellt sein, das Bü­ro­ge­bäu­de bis zum zwei­ten Quar­tal 2018. Kos­ten: rund 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Fo­to: Mühlhause

Über die Zu­satz­qua­li­fi­zie­rung freu­ten sich bei Büh­ler: (von links) Ju­lia Jochum (Ar beits­agen­tur), Um­schü­le­rin Bet­ti­na Groh­mann, Bri­git­te Schneid (Ar­beits­agen­tur), die Um­schü­ler Su­san­ne Pil­ger und Ni­co­le Kraus, Werks­lei­ter Ha­rald Krug und die Um schü­le­rin­nen Ga­b­rie­la Seibt, Len­ka Lux und Ma­ri­na Dietrich.

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