Lei­se zum Er­folg .........................................

Die star­ken Sei­ten der In­tro­ver­tier­ten

ERFOLG Magazin - - Inhalt -

Fuß­bal­trai­ner Joa­chim Löw gilt als in­tro­ver­tier­ter Er­folgs­typ.

Mark Zu­cker­berg, An­ge­la Mer­kel, Ba­rack Oba­ma, Jo­gi Löw, Avril La­vi­g­ne oder Matthias Brandt: Er­folg­rei­che In­tro­ver­tier­te fin­den wir in al­len Le­bens­be­rei­chen. An­statt ef­fekt­voll auf sich auf­merk­sam zu ma­chen, hal­ten sie sich eher zu­rück. Und doch ha­ben „In­tros“star­ke Sei­ten, die sie zu dem ge­macht ha­ben, was sie heu­te sind. Sie kön­nen klug in­ne­hal­ten, wirk­lich zu­hö­ren, sich auf das We­sent­li­che kon­zen­trie­ren. Sie sind be­harr­lich, zu­ver­läs­sig und nicht auf den Main­stream an­ge­wie­sen. Fast die Hälf­te al­ler Men­schen ist lei­se. In der lau­ten Bu­si­ness­welt hat In­tro­ver­si­on oft ei­nen schlech­ten Ruf. Zu wich­tig scheint es, auf den ers­ten Blick leis­tungs­und durch­set­zungs­stark zu er­schei­nen. Trotz ih­rer Vor­zü­ge wer­den In­tros des­halb oft un­ter­schätzt – und vie­le un­ter­schät­zen sich auch selbst. Doch das ist eben­so falsch wie un­nö­tig. Lei­se Men­schen ha­ben schlicht an­de­re Ei­gen­schaf­ten als Ex­tro­ver­tier­te und kom­men auf ih­re ei­ge­ne Wei­se bes­ser zum Ziel. In­zwi­schen setzt sich die Er­kennt­nis durch: Als lei­ser Mensch ha­ben auch Sie be­son­de­re Stär­ken, die Ih­ren Er­folg be­flü­geln. Die­se kön­nen Sie bes­tens für Ihr Wei­ter­kom­men nut­zen. Die fol­gen­den vier Stra­te­gi­en ha­ben sich be­son­ders be­währt.

Vie­le In­tro­ver­tier­te sind mit sich selbst bei al­ler Kom­pe­tenz er­staun­lich kri­tisch. Sie se­hen ih­re Er­fol­ge als selbst­ver­ständ­lich oder als Glücks­fall. Die­se in­ne­re Hal­tung ist ver­häng­nis­voll. Denn wenn Sie selbst Ih­re Leis­tung nicht an­er­ken­nen: Wie sol­len das dann Ih­re Mit­men­schen tun? Fra­gen Sie sich al­so je­den Abend, was Ih­nen gut ge­lun­gen ist. Wo ha­ben Sie Ih­rer Fir­ma Geld ge­spart oder ge­bracht? Wel­che Pro­ble­me ha­ben Sie ge­löst? Schrei­ben Sie Ih­re Ant­wor­ten in ein ei­ge­nes Ta­ge­buch. Über­tra­gen Sie ein­mal mo­nat­lich Ih­re größ­ten Er­fol­ge in ei­ne Er­folgs­map­pe. Mit ihr ha­ben Sie Ih­re Leis­tung je­der­zeit pa­rat und ha­ben in Ge­halts­ver­hand­lun­gen so­li­de Ar­gu­men­te. Und: Sie über­zeu­gen sich selbst von dem, was Sie kön­nen!

2. Punk­ten Sie mit Auf­merk­sam­keit.

Zu­hö­ren, be­ob­ach­ten, sich ein­füh­len: Das kön­nen vie­le In­tros be­son­ders gut. Nut­zen Sie die­se Stär­ken und zei­gen Sie Vor­ge­setz­ten, Mit­ar­bei­te­rin­nen und Kol­le­gen im Ge­spräch Ihr ru­hi­ges In­ter­es­se. Ech­te Auf­merk­sam­keit ist sel­ten und zeigt des­halb enor­me Wir­kung. Ih­re Mit­men­schen füh­len sich ge­schätzt. Und Sie selbst sind im­mer auf dem neu­es­ten Stand: Denn Sie er­hal­ten wert­vol­le In­for­ma­tio­nen über das, was an­de­re be­wegt und was in Ih­rem Um­feld pas­siert.

3. Schaf­fen Sie ei­nen Über­blick.

Pla­nen und struk­tu­rier­tes, ana­ly­ti­sches Den­ken ge­hö­ren zu den gro­ßen Stär­ken vie­ler lei­ser Men­schen. Se­hen Sie al­so wei­ter als bis zum nächs­ten Mee­ting. Ver­or­ten Sie Un­ter­neh­mens­zie­le und Auf­ga­ben Ih­res Be­rei­ches. Be­rei­ten Sie al­le wich­ti­gen Ter­mi­ne gut vor. Pla­nen Sie! Schaf­fen Sie Prio­ri­tä­ten, ent­wi­ckeln Sie Stra­te­gi­en; lie­fern Sie Ori­en­tie­rung. Spre­chen Sie mit Vor­ge­setz­ten über Be­rei­che, für die Sie Ide­en ha­ben. Da­durch wer­den Sie sicht­bar und zei­gen: Sie wol­len Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Wenn Sie ei­nen Plan ha­ben und vor­be­rei­tet sind, kön­nen Sie leich­ter ent­schei­den und sou­ve­rän An­lie­gen ver­tre­ten. Ih­re Um­ge­bung wird mit Ih­nen rech­nen!

Wenn Sie selbst Ih­re Leis­tung nicht an­er­ken­nen: Wie sol­len das dann Ih­re Mit­men­schen tun?

4. Kom­mu­ni­zie­ren Sie be­wusst.

Wie ar­bei­tet das Team? Wo gibt es zwi­schen Ab­tei­lun­gen Pro­ble­me? Wer soll­te was wis­sen? Funk­stil­le kos­tet In­for­ma­tio­nen, Zeit und Geld. Un­ter­stüt­zen Sie mit Ih­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nen gu­ten In­for­ma­ti­ons­fluss. Ge­stal­ten Sie Mee­tings so, dass sie Ex­tros und In­tros Raum bie­ten. Las­sen Sie zum Bei­spiel die Mo­de­ra­ti­on von Te­am­mee­tings ro­tie­ren. Oder las­sen Sie von al­len Teil­neh­men­den Lö­sungs­ide­en auf Mo­de­ra­ti­ons­kar­ten schrei­ben – in ei­nem ein­zi­gen Satz. Sie wer­den er­staun­li­che Ent­de­ckun­gen ma­chen. Netz­wer­ken Sie ge­zielt. Ver­ab­re­den Sie sich mit Kol­le­gen in der Kan­ti­ne. Kom­men Sie mit Te­am­mit­glie­dern und Vor­ge­setz­ten ins Ge­spräch. So er­fah­ren Sie viel und ge­win­nen Ver­trau­en und Sym­pa­thie. Als In­tro sind Sie da­bei be­son­ders stark im Aus­tausch mit ei­ner oder we­ni­gen Per­so­nen: So kön­nen Sie sich kon­zen­trie­ren und auch dis­kre­te­re The­men an­spre­chen. Au­ßer­dem ver­kür­zen Sie den Small Talk, den vie­le Lei­se nicht mö­gen. Glei­ches gilt für Selbst­dar­stel­lung: Im Ge­spräch mit nur ei­ner Person dim­men auch sehr ex­tro­ver­tier­te Kol­le­gen ih­re Selbst-pr-ri­tua­le. Pro­bie­ren Sie die Stra­te­gi­en aus – Sie wer­den bald Ve­rän­de­run­gen fest­stel­len. Vie­le Lei­se sind er­folg­reich, weil sie als zu­ver­läs­sig, leis­tungs­stark und sub­stanz­reich gel­ten. Sei­en Sie ei­ne Person, der an­de­re ver­trau­en. Es gibt kaum ei­ne Wäh­rung, die sel­te­ner ist – ge­ra­de in un­si­che­ren Zei­ten.

Dr. Sylvia Löh­ken ist Red­ne­rin, Coach, Au­to­rin und Trai­ne­rin. Sie ist Wis­sen­schaft­le­rin und Ma­na­ge­rin in ei­ner gro­ßen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on und un­ter an­de­rem im Ma­nage­ment, der Kom­mu­nal­po­li­tik und For­schung tä­tig. Sylvia Löh­ken hat ei­ne Vor­lie­be für das lei­se Ja­pan, in dem sie drei Jah­re in ei­ner lei­ten­den Po­si­ti­on tä­tig war.

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