Un­glei­cher Kampf um das Ei

Gro­ßer Leis­tungs­un­ter­schied im Frau­en-Tur­nier. Bei den Män­nern kommt ein Star

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 - VON PE­TER DEI­NIN­GER

Rio de Janeiro Die Ja­pa­ne­rin­nen ge­ben ihr Bes­tes. Ver­zwei­felt ver­su­chen sie, Schritt zu hal­ten mit der Num­mer sie­ben im Team von Groß­bri­tan­ni­en. Aber Hea­ther Fis­her ist nicht nur ei­nen Kopf grö­ßer, son­dern auch aus ei­ner an­de­ren mus­ku­lä­ren Ge­wichts­klas­se. Wie ein hei­ßes Mes­ser durch ein Stück But­ter glei­tet sie durch die Nip­ponAb­wehr und legt den ei­för­mi­gen Ball hin­ter der Li­nie ab. Fünf wei­te­re Punk­te für Groß­bri­tan­ni­en. Am En­de steht es 40:0 – die Rug­by­welt bei den Olym­pi­schen Spie­len ist zwei­ge­teilt.

Da sind Mann­schaf­ten wie Groß­bri­tan­ni­en, Aus­tra­li­en, USA oder Ka­na­da, bei de­nen der Ball wie bei ei­nem Staf­fel­lauf ziel­si­cher von Hand zu Hand wan­dert, und da gibt es Teams, die dem au­ßer gu­ten Wil­len nichts ent­ge­gen­zu­set­zen ha­ben. Gast­ge­ber Bra­si­li­en, Ja­pan, Ko­lum­bi­en oder Ke­nia sind nur Spar­rings­part­ner in der Welt des weib­li­chen Kör­per­kon­takts. „Wir trai­nie­ren das ja seit vie­len Jah­ren und ha­ben uns Stück für Stück die Fä­hig­kei­ten im Zwei­kampf er­ar­bei­tet“, sagt Ka­ty McLe­an aus New­cast­le de­nen, die Rug­by für ei­ne un­ge­eig­ne­te weib­li­che Spiel­art hal­ten.

Die 30-jäh­ri­ge Leh­re­rin ist durch ih­ren Vater zum Rug­by ge­kom­men und kann nicht nur in der Fa­mi­lie auf Ver­ständ­nis hof­fen. „Wenn ich frü­her mit ei­nem blau­en Au­ge in die Klas­se kam, ha­ben mich die Kin­der auf­ge­mun­tert“, er­zählt sie lä­chelnd.

Bis zu 10000 Zu­schau­er kom­men zu den Spie­len der bri­ti­schen Na­tio­nal­mann­schaft, Ka­ty McLe­an hat ei­nen Pro­fi­ver­trag. Die Zu­schau­er in der halb ge­füll­ten Are­na sind an die­sem Abend bes­tens ge­launt. Die Sie­be­ner-Va­ri­an­te, mit der Rug­by nach 92 Jah­ren Pau­se sein olym­pi­sches Come­back gibt, ent­spricht dem Zeit­geist. Ein Spiel dau­ert nur 15 Mi­nu­ten, das ge­sam­te Tur­nier in Deo­do­ro bei Rio wird in­ner­halb von nur drei Ta­gen ab­ge­wi­ckelt, be­reits am heu­ti­gen Mon­tag wird der Olym­pia­sie­ger ge­kürt, da­nach über­neh­men die Män­ner.

Olym­pia lockt so­gar ei­nen der Stars aus der Na­tio­nal Football Le­ague in den USA. Na­te Eb­ner von den New En­g­land Pa­tri­ots nahm „Son­der­ur­laub“und er­füllt sich ei­nen Traum. „Die Chan­ce, an den Spie­len teil­zu­neh­men, ist für mich ein­ma­lig.“Bob Lat­ham, Exe­ku­tiv­mit­glied des Welt­ver­ban­des (World Rug­by) aus Te­xas, ist sich si­cher, dass sei­ne Sport­art in Rio „der­art viel Auf­merk­sam­keit fin­den wird, dass sie auch über 2020 hin­aus, Teil des Pro­gramms blei­ben wird“.

Fo­to: dpa

Chan­cen­los wa­ren die Ke­nia­ne­rin­nen, die hier die Fran­zö­sin Ca­ro­li­ne La­da­gnous zu stop­pen ver­su­chen. Frank­reich be­sieg­te Ke­nia mit 40:7.

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