Ein ganz gro­ßer olym­pi­scher Auf­tritt mit zwölf Jah­ren Ver­spä­tung

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Mit zwölf Jah­ren Ver­spä­tung durf­te sich Van­der­lei de Li­ma (im Bild) end­lich wie ein Olym­pia­sie­ger füh­len. Der eins­ti­ge Ma­ra­thon­läu­fer ent­zün­de­te die Flam­me zu den ers­ten Olym­pi­schen Spie­len in Süd­ame­ri­ka – und sorg­te da­mit für den emo­tio­na­len Ab­schluss der Er­öff­nungs­fei­er im Ma­ra­canã-Sta­di­on. „Oh­ne Zwei­fel ha­be ich heu­te die Gold­me­dail­le be­kom­men“, sag­te der tra­gi­sche Held von At­hen 2004. Beim olym­pi­schen Ma­ra­thon in der grie­chi­schen Haupt­stadt war de Li­ma we­ni­ge Ki­lo­me­ter vor dem Ziel von ei­nem psy­chisch kran­ken Mann von der Stre­cke ge­drängt wor­den. Zu dem Zeit­punkt lag der Bra­si­lia­ner mit 25 Se­kun­den Vor­sprung klar auf Gold­kurs. De Li­ma ver­lor wert­vol­le Zeit. Am En­de muss­te er zwei Kon­kur­ren­ten vor­bei­zie­hen las­sen. Er gab aber nicht auf und ge­wann noch Bron­ze. Seit da­mals ge­nießt der dem­nächst 47-Jäh­ri­ge in sei­ner Hei­mat Hel­den­sta­tus. Wohl al­le Bra­si­lia­ner gönn­ten ihm den ma­gi­schen Mo­ment in der ers­ten Olym­pia-Nacht von Rio. Da­bei war er gar nicht als letz­ter der mehr als 12000 Fa­ckel­läu­fer vor­ge­se­hen. Die Rol­le war ei­gent­lich dem größ­ten al­ler Volks­hel­den Bra­si­li­ens vor­be­hal­ten. Doch Fuß­ball-Le­gen­de Pelé muss­te aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den pas­sen.

Fo­to: Em­ma­nu­el Dun­and, afp

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