„Die Bot­schaft ist an­ge­kom­men“

In­ter­view Dirk Schus­ter, der neue Coach des FC Augs­burg, zieht zum Ab­schluss des Trai­nings­la­gers in Süd­ti­rol Bi­lanz. War­um Spaß da­zu ge­hört, wie­so es auf dem Platz lau­ter wer­den soll und wie der in­ne­re Schwei­ne­hund be­zwun­gen wird

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 | Sport - In­ter­view: Wolf­gang Lang­ner

Ih­re Trai­nings-Me­tho­den sind ein biss­chen ei­gen­wil­lig. Be­kommt man da ein Ge­fühl wie die Spie­ler re­agie­ren, oder ist es Ih­nen egal, weil Sie sa­gen, ich zie­he hier mein Ding durch? Schus­ter: Ich muss ei­ne Ge­gen­fra­ge stel­len. Was ver­ste­hen Sie un­ter ei­gen­wil­li­ge Me­tho­den?

Na­ja, Sie ma­chen sehr viel im Wett­kampf­mo­dus. Zum Bei­spiel Fuß­ball, Hand­ball und Kopf­ball in ei­ner Spiel­form ...

Schus­ter: Die ge­nann­ten Spiel­for­men set­zen auch an­de­re Bun­des­li­gis­ten ein. So ei­gen­wil­lig oder neu­mo­disch ist das al­so nicht. Fuß­bal­ler wol­len auch Spaß bei der Ar­beit ha­ben. Es ist viel Ernst­haf­tig­keit da­bei und die Wett­kampf­ge­dan­ken wol­len wir auch be­son­ders hoch­hal­ten. So ist ei­ne be­son­ders ho­he Trai­nings­qua­li­tät ge­si­chert. Wir ha­ben in die­sem zehn­tä­gi­gen Trai­nings­la­ger sehr in­ten­siv ge­ar­bei­tet, ha­ben vie­le tak­ti­sche In­hal­te ein­ge­baut. Die­ses Trai­nings­la­ger war ein vol­ler Er­folg.

Die Mann­schaft wirk­te in den ers­ten

bei­den Ta­gen auf dem Platz eher ru­hig. Zu­letzt wur­de es we­sent­lich emo­tio­na­ler. Hat die Mann­schaft Zeit ge­braucht, sich hier zu ak­kli­ma­ti­sie­ren?

Schus­ter: Die Mann­schaft war zu­nächst in der Vor­be­rei­tung eher ru­hig. Un­ser Ziel ist es, auf dem Platz laut­stär­ker zu sein. Man muss Kom­man­dos ge­ben, wie zu lau­fen ist, wie man die Räu­me bes­ser zu­stel­len kann, oder den Mit­spie­ler pus­hen. Das soll al­les be­deu­tend bes­ser wer­den als zu Be­ginn der Vor­be­rei­tung.

Sie woll­ten auch hier in Mals die Ka­pi­täns­fra­ge re­geln. Wur­de die ge­klärt?

Schus­ter: Nein, da las­sen Sie uns noch ein biss­chen Zeit. Es gibt ei­nen kla­ren Trend, aber das wer­den wir zu­erst der Mann­schaft mit­tei­len.

Un­ab­hän­gig von der Ka­pi­täns­fra­ge: Wie ist Paul Ver­ha­egh zu be­wer­ten?

Schus­ter: Er ist ein sehr wich­ti­ger Spie­ler. Wir ha­ben ihn schon in der Ver­gan­gen­heit als Füh­rungs­spie­ler ken­nen­ge­lernt, der mit sei­nen sport­li­chen Leis­tun­gen über­zeugt, der auf dem Platz vor­an­geht, der kla­re An­sa­gen auf und ne­ben dem Platz macht. In Darm­stadt ha­ben wir uns frü­her schon mal Ge­dan­ken ge­macht, ob es nicht ei­ne Mög­lich­keit gä­be, Paul Ver­ha­egh nach Darm­stadt zu ho­len. Er ist für mich ei­ner der bes­ten Rechts­ver­tei­di­ger der Bun­des­li­ga.

Am über­nächs­ten Frei­tag be­ginnt die Sai­son mit dem Po­kal­spiel ge­gen Ra­vens­burg. Kann man spe­ku­lie­ren, dass die Mann­schaft, die beim 4:0 ge­gen den FC Süd­ti­rol in der ers­ten Halb­zeit ge­spielt hat, viel­leicht auch ge­gen Ra­vens­burg so star­tet?

Schus­ter: Spe­ku­lie­ren dür­fen Sie im­mer, aber Sie wer­den von mir kei­ne Aus­sa­ge be­kom­men. Es gibt ge­wis­se Ten­den­zen, aber es kön­nen sich al­le emp­feh­len und da wer­de ich mich auch nicht fest­le­gen.

Sie ha­ben mal ge­sagt: Fuß­ball muss auch mal weh­tun. Er­le­ben wir den här­tes­ten FCA al­ler Zei­ten?

Schus­ter: Das weiß ich nicht. Ich ken­ne nicht die gan­ze Vor­ge­schich­te des Ver­eins. Aber als Spie­ler muss man zeit­wei­se auch den in­ne­ren Schwei­ne­hund über­win­den. Des­halb ha­ben wir in Lands­berg ei­nen Tri­ath­lon ge­macht oder jetzt am Re­schen­see die­sen Du­ath­lon. Da wa­ren die Spie­ler auch ein­mal mü­de und sind dann über die ei­ge­nen Gren­zen ge­gan­gen.

Es gibt mit Alex­an­der Ess­wein und Raúl Bo­ba­dil­la zwei Wa­ckel­kan­di­da­ten. Bei­de ha­ben mit an­de­ren Klubs ver­han­delt. Gab es Ge­sprä­che?

Schus­ter: Es wur­de ge­spro­chen und wir ha­ben klar ge­sagt, was wir von ih­nen er­war­ten. Wenn man sieht, wie bei­de im Trai­ning auf­tre­ten, glau­be ich, dass die Bot­schaft an­ge­kom­men ist.

Die Spie­ler sind hier sehr dis­zi­pli­niert. Ein Teil räumt hin­ter­her den Trai­nings­platz auf. Sind sie von Ih­nen so dis­zi­pli­niert wor­den?

Schus­ter: Das Team, das ver­lo­ren hat, hat die Pflicht an­schlie­ßend auf­zu­räu­men – To­re, Hüt­chen, Bäl­le, Leib­chen. Im Spiel­be­trieb ist es dann nor­mal, dass der ei­ne oder an­de­re noch zu­sätz­li­ches in­di­vi­du­el­les Trai­ning macht.

Wei­te­res Test­spiel Der FCA hat ein wei­te­res Test­spiel ver­ein­bart. Am Frei­tag die­ser Wo­che tritt der FCA in Ger­ma­rin­gen ge­gen den FC Va­duz aus Liech­ten­stein an (Be­ginn 18.30 Uhr). Va­duz spielt in der ers­ten Schwei­zer Li­ga.

Fo­to: Klaus Rai­ner Krie­ger

Dirk Schus­ter

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