Traum­kar­rie­re ei­nes Ad­op­tiv­kinds

Tur­ne­rin Si­mo­ne Bi­les könn­te Re­kord bre­chen

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro US-Tur­ne­rin Si­mo­ne Bi­les hat 12 000 Fans in der Olym­pic Are­na in Ek­s­ta­se ver­setzt. Die 19 Jah­re al­te Mil­lio­närs­toch­ter aus Spring im US-Bun­des­staat Te­xas lan­de­te am Don­ners­tag im Mehr­kampf nach dem Sieg im US-Team mit 62,198 Punk­ten sou­ve­rän ih­ren zwei­ten Er­folg bei den Som­mer­spie­len in Rio de Janei­ro.

Bi­les könn­te nun auch zur er­folg­reichs­ten Ath­le­tin der Spie­le avan­cie­ren, denn in den Ge­rä­te­fi­nals gilt sie noch drei­mal als Top-Fa­vo­ri­tin. Sie hat im US-Team und im Mehr­kampf so deut­lich do­mi­niert, dass ihr auch die Ti­tel am Bal­ken, Sprung und Bo­den zu­ge­traut wer­den. Al­lein am Stu­fen­bar­ren gilt sie nicht als Sie­geskan­di­da­tin.

Mit der star­ken Bi­les im Team setz­ten die Ame­ri­ka­ne­rin­nen ih­ren seit zwölf Jah­ren an­hal­ten­den Sie­ges­zug bei Olym­pi­schen Spie­len fort. Bi­les’ Sieg war der fünf­te All­round-Er­folg der US-Girls in der Olym­pia-Ge­schich­te. Sie könn­te al­ler­dings noch ei­nen drauf le­gen und die ers­te Tur­ne­rin der Olym­pia-Ge­schich­te wer­den, die fünf Gold­me­dail­len bei ei­ner Auf­la­ge der Som­mer­spie­le ge­winnt. Bis­lang füh­ren La­ris­sa La­ty­ni­na (So­wjet­uni­on), Ag­nes Ke­le­ti (Un­garn/bei­de 1956), Ve­ra Cas­lavs­ka (Tsche­chi­en/1968) und Eca­te­ri­na Sz­abo (Ru­mä­ni­en/1984) die Wer­tung an.

Da­bei war die frü­he Kind­heit der in Co­lum­bus (Ohio) ge­bo­re­nen Si­mo­ne Bi­les al­les an­de­re als schön. Sie wuchs in Pfle­ge­hei­men auf, ih­re Mut­ter Shan­non Bi­les war nach Dro­gen- und Al­ko­hol-Kon­sum nicht in der La­ge, Si­mo­ne und ih­re Schwes­ter Adria auf­zu­zie­hen. Mit sechs Jah­ren ad­op­tier­te sie ihr Groß­va­ter Ro­nald. Der wohl­ha­ben­de Texa­ner er­zog sie mit sei­ner Frau Nel­lie wie die ei­ge­nen. Si­mo­ne spricht ihn da­her auch als Dad­dy an.

Ihm ver­dankt die nur 1,42 Me­ter gro­ße Ath­le­tin ih­re Aus­bil­dung, er er­mög­lich­te ihr das Trai­ning in ei­nem der bes­ten, aber auch teu­ers­ten Gyms der Staa­ten. Für Auf­se­hen sorg­te 2014 bei der WM im chi­ne­si­schen Nan­jing sei­ne Mo­ti­va­ti­on, ihr ein ei­ge­nes Gym zu schen­ken, wenn sie als Welt­meis­te­rin nach Hau­se kommt. Ins­ge­samt zehn­mal hat sie das in­zwi­schen ge­schafft. Und da­zu noch ein ihr be­nann­tes Ele­ment im Tur­nen er­fun­den.

Si­mo­ne Bi­les

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