Tur­ner To­ba kehrt zu­rück

„He­ro de Ja­nei­ro“wird ope­riert

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Han­no­ver Mit zwei Krü­cken und ei­ner Man­schet­te am lä­dier­ten rech­ten Bein hum­pel­te Andre­as To­ba zum So­fa, das ihm sein Klub TK Han­no­ver im Ver­eins­haus hin­ge­stellt hat­te. Freun­de, Gön­ner und Me­di­en­ver­tre­ter fei­er­ten am Di­ens­tag den ver­letz­ten Olym­pia-Tur­ner. Der kam auch nach der Rück­kehr aus Bra­si­li­en nicht aus dem Stau­nen her­aus. „Das ist über­ra­gend, der Emp­fang über­wäl­tigt mich. Ich kann das noch gar nicht rich­tig ver­ar­bei­ten, was in den ver­gan­ge­nen Ta­gen pas­siert ist“, sag­te der 25-Jäh­ri­ge, der bei den Olym­pi­schen Spie­len in Rio trotz ei­nes Kreuz­band­ris­ses wei­ter­ge­turnt hat­te und über Nacht zum „He­ro de Ja­nei­ro“ge­wor­den war. Mit dem Tur­nen ist es in den nächs­ten Mo­na­ten für Andre­as To­ba aber vor­bei.

Der deut­sche Mehr­kampf­meis­ter soll am Don­ners­tag in Bre­men ope­riert wer­den. Bei dem Emp­fang am Di­ens­tag ehr­te ihn sein Ver­ein, der alt­ehr­wür­di­ge Turn-Klub von 1858, mit sei­ner Gol­de­nen Eh­ren­na­del. To­ba gab sich wie ge­wohnt kämp­fe­risch. „Die Ärz­te rech­nen mit ei­ner Pau­se von ei­nem Jahr, um mein bis­he­ri­ges Leis­tungs­ver­mö­gen wie­der zu er­rei­chen. Wer mich kennt, weiß, dass ich das eher schaf­fen möch­te“, be­ton­te er. Im nächs­ten Jahr fin­det die EM in Ru­mä­ni­en statt. „Von dort kom­men mei­ne El­tern, und des­halb möch­te ich sehr ger­ne da­bei sein. Aber es wird schwer“, sag­te der viel­sei­ti­ge Tur­ner, der mit sei­ner Pau­schen­pferd-Übung trotz Ver­let­zung der deut­schen Rie­ge ins Mann­schafts-Fi­na­le ver­hol­fen hat­te.

Sein lang­fris­ti­ges Ziel sind die Olym­pi­schen Spie­le 2020 in To­kio. „So will ich mich nicht von Olym­pia ver­ab­schie­den. Bloß weil ich mich da ein biss­chen ver­letzt ha­be“, er­klär­te To­ba.

Er sag­te von sich, dass er kein nor­ma­ler Mensch sei. Nach der schwe­ren Ver­let­zung ver­bo­ten die Ärz­te wei­te­re Olym­pia-Starts. Trotz­dem blieb er in Rio und un­ter­stütz­te sei­ne Kol­le­gen. Beim Mehr­kampf-Fi­na­le fiel ihm dann das Zu­schau­en be­son­ders schwer: „Das tat mir sehr weh. Das war mein Ziel, ich war so fit wie nie.“To­ba woll­te zum Olym­pia-Ab­schluss ei­gent­lich sei­ne Freun­din Da­nie­la Po­ta­po­va an­feu­ern. Sie star­tet in der Rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik. Doch ih­re An­kunft und sei­ne Abrei­se über­schnit­ten sich fast. In Rio konn­ten sie nur we­ni­ge St­un­den ge­mein­sam ver­brin­gen. Die Zeit reich­te für ei­nen kur­zen Spa­zier­gang und Er­in­ne­rungs­fo­tos.

Andre­as To­ba

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