Zwei ech­te Ren­ner

Ka­jak Zwei­er 0,188 Se­kun­den Vor­sprung reicht den Renn­ka­nu­ten Rend­schmidt/Groß zu Gold. An­schlie­ßend ha­ben sie wie­der trainiert

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janeiro Die aus­schwei­fen­de Gold-Par­ty nach ih­rem Olym­pia­T­ri­umph fiel für Max Rend­schmidt und Mar­cus Groß zu­nächst aus. Un­mit­tel­bar nach der Sie­ger­eh­rung und zahl­rei­chen In­ter­views setz­ten sich die bei­den Ka­nu-Olym­pia­sie­ger im Ka­jak-Zwei­er über 1000 Me­ter so­fort wie­der ins Boot, um für ih­ren nächs­ten Wett­kampf zu trai­nie­ren. Denn schon heu­te steht der Vor­lauf im Vie­rer an, auch dort soll ei­ne Me­dail­le her. „Wir wer­den heu­te Abend mit ei­nem Was­ser an­sto­ßen“, kün­dig­te der Ber­li­ner Groß an, „am Sams­tag nach dem letz­ten Ren­nen kön­nen wir es mehr ge­nie­ßen.“

Die Er­leich­te­rung beim 26 Jah­re al­ten Groß und sei­nem vier Jah­re jün­ge­ren Es­se­ner Boots­ka­me­ra­den Rend­schmidt war den­noch enorm. Weil sie jah­re­lang Er­folg um Er­folg in ih­rer Disziplin ein­ge­heimst hat­ten, muss­te Gold her. Un­be­dingt. Der auf­ge­stau­te Druck fiel dann in we­ni­gen Mi­nu­ten ab. Ob­wohl in Rio noch ei­ne wei­te­re Glanz­leis­tung von den bei­den Gold-Padd­lern er­war­tet wird, wie Ver­bands­chef Tho­mas Ko­nietz­ko deut­lich mach­te. „Sie ha­ben Teil eins ih­res olym­pi­schen Jobs ge­macht“, kon­sta­tier­te der Prä­si­dent des Deut­schen Ka­nu-Ver­ban­des. „Im Vie­rer wol­len wir auch ei­ne Me­dail­le.“

Die deut­sche Ka­nu-Bi­lanz am Don­ners­tag fiel auch des­halb nicht über­schwäng­lich aus, weil die Padd­ler in zwei an­de­ren Dis­zi­pli­nen ih­re Po­di­ums­chan­cen nicht nut­zen konn­ten. Der Ka­jak-Zwei­er mit Ro­nald Rau­he und Tom Liebs­cher muss­te sich im 200-Me­ter-Sprint ge­nau­so mit Rang fünf be­gnü­gen wie Fran­zis­ka We­ber im Ka­jak-Ei­ner der Frau­en über 500 Me­ter. Zwei Ta­ge nach Sil­ber im Zwei­er war die Pots­da­me­rin beim Olym­pia­sieg der Un­ga­rin Da­nu­ta Ko­z­ak chancenlos. Gold im Män­ner-Sprint ging an die Spa­nier Saul Cra­viot­to und Cris­ti­an To­ro.

Der Deut­sche Ka­nu-Ver­band peilt in den Renn­sport-Ent­schei­dun­gen sechs Me­dail­len an. Die ers­ten bei­den Pla­ket­ten hat­ten am Di­ens­tag Sebastian Bren­del mit Gold im Ca­na­di­er-Ei­ner über 1000 Me­ter so­wie We­ber und Ti­na Diet­ze mit Sil­ber im Ka­jak-Zwei­er über 500 Me­ter ge­holt.

Zum Ab­schluss der Wettbewerbe am Sams­tag dür­fen der Ca­na­di­er­Zwei­er über 1000 Me­ter und bei­de Ka­jak-Vie­rer noch auf Me­dail­len hof­fen. Drei wei­te­re Pla­ket­ten sind durch­aus rea­lis­tisch. „Wir sind voll in un­se­rem Plan“, ur­teil­te Ko­nietz­ko. Dass es bei Rend­schmidt und Groß zu Gold reich­te, war al­ler­dings Zen­ti­me­ter­ar­beit. Im Ziel be­trug der Vor­sprung auf Ser­bi­en gan­ze 0,188 Se­kun­den. „Län­ger hät­te die Stre­cke nicht sein dür­fen“, be­kann­te Rend­schmidt.

Mit ho­her Schlag­fre­quenz hat­ten sich die bei­den früh vom Rest des Fel­des ab­ge­setzt, nach 750 Me­tern wuchs der Vor­sprung auf zwei Se­kun­den an. „Aber wenn man früh vie­le Kör­ner ver­braucht, kann es hin­ten raus sehr weh­tun“, kon­sta­tier­te Groß. Es tat weh, es wur­de rich­tig eng – aber es reich­te.

„Die Ser­ben hat­ten ei­ne ho­he End­ge­schwin­dig­keit. Da bleibt ei­nem kurz das Herz ste­hen“, kom­men­tier­te Ka­jak-Bun­des­trai­ner Ste­fan Ulm.

Fo­to: Ky­leTera­da, dpa

So se­hen Olym­pia­sie­ger aus: Mar­cus Gross (links) und Max Rend­schmidt ha­ben ges­tern im Ka­jak-Zwei­er über 1000 Me­ter Gold ge­won­nen.

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