Ge­fühl­tes Gold

Die deut­schen Män­ner ge­win­nen das klei­ne Fi­na­le um Bron­ze und fei­ern da­nach wie Olym­pia­sie­ger. Für den Ka­pi­tän war es das letz­te Spiel

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janeiro Mo­ritz Fürs­te sank nach dem Pen­al­ty-Dra­ma mit Hap­py End wei­nend auf die Knie, dann be­ju­bel­te er mit Toch­ter Em­ma auf dem Arm den krö­nen­den Ab­schluss sei­ner Kar­rie­re. Dank Tor­wart Ni­co­las Ja­co­bi ha­ben Deutsch­lands Ho­ckey-Män­ner um den schei­den­den Ka­pi­tän Olympia-Bron­ze ge­won­nen. Ja­co­bi be­hielt im Ner­ven­du­ell ge­gen die Nie­der­lan­de zwei­mal die Ober­hand und sorg­te da­mit für gren­zen­lo­sen Ju­bel. „Ich ha­be da­für ge­be­tet, dass ich nicht mehr schie­ßen muss“, sag­te der als letz­ter Schüt­ze vor­ge­se­he­ne Fürs­te. „Wir ha­ben heu­te al­les er­reicht, was mög­lich war. Ich füh­le mich gera­de wie nach den Olym­pia­sie­gen.“

Mit 4:3 im Pen­al­ty­schie­ßen be­hielt die DHB-Aus­wahl im Spiel um Platz drei die Ober­hand, nach­dem es in der re­gu­lä­ren Spiel­zeit nach To­ren von Jor­rit Croon (35.) und Mar­tin Hä­ner (42.) 1:1 ge­stan­den hat­te. Nach Bron­ze 2004 so­wie Gold 2008 und 2012 keh­ren die DHBMän­ner da­mit zum vier­ten Mal in Se­rie mit Edel­me­tall von Olympia zu­rück. Bun­des­trai­ner Va­len­tin Al­ten­burg war er­leich­tert: „Wir hat­ten uns auf Bron­ze ein­ge­schwo­ren. Es fühlt sich gera­de an, als ob wir al­les ge­won­nen ha­ben.“

We­ni­ge St­un­den vor dem Match hat­te Fürs­te sei­nen Rück­tritt aus der Na­tio­nal­mann­schaft via Face­book be­kannt ge­ge­ben. „Heu­te wer­de ich das letz­te Mal im Na­tio­nal­tri­kot auf­lau­fen. Ein letz­tes Mal al­les ge­ben, um für Deutsch­land, das Team und für mich ei­ne olym­pi­sche Me­dail­le zu ge­win­nen“, schrieb der 31-Jäh­ri­ge in ei­ner län­ge­ren Er­klä­rung. „11 Jah­re, 291 Län­der­spie­le, un­end­li­che Mo­men­te, Emo­tio­nen und Er­fah­run­gen, Freund­schaf­ten, Sie­ge und Nie­der­la­gen. All das durf­te ich in mei­ner Ho­ckey-Kar­rie­re er­le­ben.“

Der Ab­schluss wur­de dann noch ein­mal rich­tig emo­tio­nal. Nach zwei Olym­pia­sie­gen, ei­nem WM- und zwei EM-Ti­teln krön­te der Ham­bur­ger sei­ne be­ein­dru­cken­de Lauf­bahn mit Bron­ze.

Vor vier Jah­ren hat­ten sich Deutsch­land und die Nie­der­lan­de noch im End­spiel von Lon­don ge­gen­über ge­stan­den. Nach ent­täu­schen­den Leis­tun­gen im Halb­fi­na­le fan­den sich bei­de Schwer­ge­wich­te nun im klei­nen Fi­na­le wie­der. Dort do­mi­nier­te der Welt­rang­lis­ten­drit­te, sün­dig­te aber im Ab­schluss. Gleich rei­hen­wei­se wur­den bes­te Chan­cen ver­ge­ben. Die­se Nach­läs­sig­keit räch­te sich. Wie aus dem Nichts ver­wan­del­te der Eu­ro­pa­meis­ter durch Croon ei­nen An­griff zum Füh­rungs­tref­fer, doch Hä­ner glich zum 1:1 aus.

So ging es ins Pen­al­ty­schie­ßen, wo Ja­co­bi gleich den ers­ten Ver­such der Nie­der­län­der ab­wehr­te. To­bi­as Hau­ke, Mats Gram­busch, Timm Herz­bruch und Li­nus Butt ver­wan­del­ten da­nach für Deutsch­land. Als Ja­co­bi den letz­ten Schuss des Erz­ri­va­len durch San­der de Wi­jn ab­wehr­te, bra­chen al­le Däm­me.

Fo­to: dpa

Ka­pi­tän Mo­ritz Fürs­te fei­er­te mit Toch­ter Em­ma den Ge­winn von Bron­ze.

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