Paul Ver­ha­egh führt den FCA wei­ter auf den Platz

Fuß­ball War­um Trai­ner Dirk Schus­ter auch in der kom­men­den Sai­son auf den Nie­der­län­der als Ka­pi­tän baut

Friedberger Allgemeine - - Sport Regional - VON RO­BERT GÖTZ

Paul Ver­ha­egh wird beim Bun­des­li­ga­start des FC Augs­burg am 26. Au­gust zu Hau­se ge­gen den VfL Wolfsburg nicht die Ka­pi­täns­bin­de tra­gen. Aber nicht weil ihn Trai­ner Dirk Schus­ter ab­ge­setzt hat, son­dern weil der Nie­der­län­der mit ei­ner Sprung­ge­lenks­ver­let­zung, die er sich am Mitt­woch im Trai­ning zu­ge­zo­gen hat, nicht nur heu­te im DFB-Po­kal ge­gen den FV Ra­vens­burg feh­len wird, son­dern auch am 26. Au­gust.

Doch Schus­ter stell­te ges­tern bei der Pres­se­kon­fe­renz vor sei­nem ers­ten Pflicht­spiel klar, dass die Ver­let­zung von Ver­ha­egh jetzt nicht ganz so schlimm sei. „Wenn es ein End­spiel wä­re, wür­de er mit Schmerz­mit­teln spie­len kön­nen. Aber wir ha­ben ei­ne sehr lan­ge Sai­son vor uns, da wol­len wir kein Ri­si­ko ein­ge­hen“, sag­te Schus­ter.

Ei­ne lan­ge Sai­son, in der Ver­ha­egh wei­ter die Ka­pi­täns­bin­de tra­gen wird. Ges­tern gab der Bun­des­li­gist be­kannt, dass Trai­ner Dirk Schus­ter den Rechts­ver­tei­di­ger wie­der zum Ka­pi­tän be­stimmt hat­te. Der ers­te Stell­ver­tre­ter von Ver­ha­egh ist Mit­tel­feld­spie­ler Da­ni­el Bai­er.

„Wenn et­was funk­tio­niert, soll­te man es auch nicht än­dern“, be­grün­de­te Schus­ter sei­ne Wahl. Zu­vor hat­te er die Mann­schaft ei­nen Mann­schafts­rat wäh­len las­sen. Je­der Spie­ler hat­te fünf Na­men no­tie­ren dür­fen. Nach der Aus­zäh­lung der Stim­men hat­ten Paul Ver­ha­egh, Christoph Jan­ker, Mar­win Hitz, Ha­lil Alt­in­top und Da­ni­el Bai­er die meis­ten Stim­men auf sich ver­ei­nigt. „Aus die­sem Kreis ha­ben wir, das Trai­ner­team, dann den Ka­pi­tän be­stimmt“, er­klär­te Schus­ter das Pro­ze­de­re.

Die Wahl fiel nicht nur auf Ver­ha­egh, weil er die meis­ten Stim­men sei­ner Kol­le­gen auf sich ver­ei­ni­gen konn­te, für Schus­ter war das nur ei­ne Be­stä­ti­gung sei­ner Über­le­gun­gen, son­dern weil er Schus­ter in der Vor­be­rei­tung mit sei­ner Per­sön­lich­keit über­zeugt hat­te. Schus­ter er­klär­te: „Er hat in der Ver­gan­gen­heit ei­nen über­ra­gen­den Job ge­macht. Er ist ein ab­so­lu­ter Füh­rungs­spie­ler – auf und ne­ben dem Platz. Er spricht vie­le Din­ge klar und deut­lich an.“

Und ge­nau das ist für Dirk Schus­ter un­heim­lich wich­tig, denn er for­dert auf dem Platz ei­ne Mann­schaft, die laut­stark kom­mu­ni­ziert. Denn er will den FCA ag­gres­si­ver ma­chen. Schon bei sei­nem An­tritt hat­te er klar­ge­stellt. „Fuß­ball ist ein Kon­takt­sport mit vie­len Zwei­kämp­fen, und die wol­len wir hart und ag­gres­siv, aber nie un­fair be­strei­ten. Mit hart ist aber auch ge­meint, dass man manch­mal über sei­nen ei­ge­nen Schwei­ne­hund ge­hen muss.“

Schon nach we­ni­gen Ta­gen ging es ihm auf dem Platz zu lei­se zu. „Ich ha­be zu Be­ginn der Vor­be­rei­tung ei­ne eher ru­hi­ge Mann­schaft vor­ge­fun­den. Es war da­her ei­ne kla­re For­de­rung und An­sa­ge, dass das bes­ser wer­den muss!“

Ver­ha­egh, der am 1. Sep­tem­ber sei­nen 33. Ge­burts­tag fei­ert, hat dies in Trai­ning und Spiel schnell um­ge­setzt. Der rech­te Ver­tei­di­ger ist da­für auch prä­des­ti­niert. Er ist ein na­tür­li­cher An­füh­rer, der nicht laut­schreie­risch da­her­kommt, son­dern ei­ne na­tür­li­che Au­to­ri­tät aus­strahlt. Den­noch sind sei­ne Kom­man­dos un­über­hör­bar.

Im Ja­nu­ar 2012 hat­te Ver­ha­egh das Ka­pi­tän­s­amt von Uwe Möhr­le über­nom­men, der da­mals zu Ener­gie Cott­bus wech­sel­te. Seit­dem trägt der zwei­fa­che Fa­mi­li­en­va­ter aus Se­venum (Pro­vinz Lim­burg) die Bin­de mit dem FCA-Wap­pen. Ver­ha­egh war im Som­mer 2011 von Vi­tes­se Arn­heim zum da­ma­li­gen Zweit­li­gis­ten FC Augs­burg ge­wech­selt. Bis­her hat er 125 Bun­des­li­ga­spie­le für den FCA ab­sol­viert. Beim FCA wur­de er auch zum nie­der­län­di­schen Na­tio­nal­spie­ler. Mit der „Oran­je“wur­de er bei der Welt­meis­ter­schaft 2014 Drit­ter. Im Ach­tel­fi­na­le ge­gen Me­xi­ko stand er so­gar in der Start­elf; er wur­de nach 67 Mi­nu­ten aus­ge­wech­selt. Es blieb sein ein­zi­ger Ein­satz.

Fo­to: Ul­rich Wa­gner

Paul Ver­ha­egh trägt auch in der kom­men­den Sai­son die Ka­pi­täns­bin­de am rech­ten Ober­arm. Der­zeit ist der Ver­tei­di­ger al­ler­dings ver­letzt.

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