Was die Ener­gie­wen­de für LEW Kun­den be­deu­tet

Die Ener­gie­land­schaft wan­delt sich. Im­mer mehr Strom stammt aus er­neu­er­ba­ren Qu­el­len. Die Lech­wer­ke rich­ten ihr Un­ter­neh­men des­halb neu aus. Da­bei wol­len die Chefs die Ver­brau­cher mit­neh­men – auch jen­seits des Strom­prei­ses

Friedberger Allgemeine - - Wirtschaft - VON MICHA­EL KERLER LEW sta­bil auf Kurs Die Er­lö­se stie­gen auf rund 2,4 Mil­li­ar­den Eu­ro. En­thal ten sind dar­in Ver­gü­tun­gen und Markt­prä­mi­en nach dem Er­neu­er ba­re Ener­gi­en Ge­setz. 2015 lag der Um­satz bei 2,3 Mil­li­ar­den Eu­ro. Für die­ses Jahr rech­net die Gru

Augs­burg Wie weit die Ener­gie­wen­de in un­se­rer Re­gi­on ge­die­hen ist, kann man im Haupt­haus der Lech­wer­ke li­ve be­ob­ach­ten. Im Foy­er des Ener­gie­ver­sor­gers am Kö­nigs­platz in Augs­burg läuft ei­ne An­zei­ge, wie viel Strom aus Son­ne, Wind, Bio­mas­se und Was­ser im Mo­ment in das Netz fließt. An die­sem son­ni­gen Mitt­woch ist es zur Mit­tags­zeit fast ge­nau­so viel, wie die Re­gi­on be­nö­tigt. Die Leis­tung steht der ei­nes Atom­kraft­werks kaum nach. Nur, dass der grü­ne Strom schwankt und nicht si­cher zur Ver­fü­gung steht. Trotz­dem: Die Lech­wer­ke, die schwer­punkt­mä­ßig in un­se­rer Re­gi­on ei­ne hal­be Mil­li­on Pri­vat- und Ge­wer­be­kun­den mit Strom ver­sor­gen, stel­len sich auf die neue Ener­gie­welt zu­neh­mend ein. Das wer­den auch die Kun­den mer­ken.

LEW-Chef Mar­kus Lit­pher be­schrieb ges­tern bei der Vor­stel­lung der Jah­res­zah­len ei­ne Ener­gie-Re­vo­lu­ti­on: „Wir ste­hen an der Schwel­le zu ei­nem neu­en Ener­gie­zeit­al­ter“, sag­te er. „Die Ener­gie­zu­kunft ist grün und de­zen­tral.“Was be­deu­tet der Um­bruch aber aus Sicht des Ver­brau­chers?

Strom­preis Die Lech­wer­ke pla­nen, den Strom­preis im Jahr 2017 sta­bil zu hal­ten. Dies be­trifft die Gr­und­ver­sor­gung und Pro­duk­te mit lau­fen­der Preis­ga­ran­tie. Wie sich die Prei­se aber lang­fris­tig ent­wi­ckeln, ist ei­ne an­de­re Fra­ge. Dies hängt stark von Steu­ern und staat­li­chen Um­la­gen ab. „Wir müs­sen zum Bei­spiel die neue EEG-Um­la­ge ab­war­ten, die im Herbst be­kannt ge­ge­ben wird“, sag­te LEW-Vor­stand Nor­bert Schür­mann. Die Be­las­tung ist in den ver­gan­ge­nen Jah- ren ste­tig ge­stie­gen, so­dass Strom im­mer teu­rer ge­wor­den ist.

Um­welt­schutz Die Ver­brau­cher kön­nen da­mit rech­nen, dass im­mer mehr Strom aus er­neu­er­ba­ren Qu­el­len stammt. Un­se­re Re­gi­on ist ein Spit­zen­rei­ter im Um­welt- und Kli­ma­schutz: Über 60 Pro­zent des ver­brauch­ten Stroms stamm­ten heu­te in un­se­rer Re­gi­on aus er­neu­er­ba­ren Qu­el­len, sag­te LEW-Vor­stand Schür­mann. In Deutsch­land sei­en es erst 32 Pro­zent. Die Lech­wer­ke wol­len wei­ter in die Was­ser­kraft in­ves­tie­ren. Zwei Pro­jek­te an Do­nau und Il­ler wer­den von der EU ge­för­dert. Auch den Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik treibt das in­zwi­schen zur RWE-Toch­ter In­no­gy ge­hö­ren­de Un­ter­neh­men vor­an: Pri­vat­kun­den kön­nen zum Bei­spiel über die LEW So­lar­an­la­gen pla­nen und be­stel­len.

Si­che­re Strom­ver­sor­gung Die Angst vor dem Black­out – dem Netz­aus­fall – war ei­ne gro­ße Be­fürch­tung am An­fang der Ener­gie­wen­de. Die Lech­wer­ke-Chefs be­geg­nen dem The­ma in­zwi­schen ge­las­sen, auch wenn die Schwan­kun­gen im Netz ge­wal­tig sind, weil zum Bei­spiel Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen nur dann Strom in gro­ßen Men­gen lie­fern, wenn es son­nig ist. „Wir ha­ben ein sta­bi­les Ver­teil­netz auf­ge­baut, das die enor­men Schwan­kun­gen be­wäl­tig“, sag­te LEW-Chef Lit­pher. Das Un­ter­neh­men setz­te da­für 2016 Re­kor­din­ves­ti­tio­nen ein.

Spei­cher Wer als Pri­vat­mann ei­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge hat oder plant, für den wer­de es aus Sicht der Lech­wer­ke im­mer at­trak­ti­ver, Strom für die Nacht zwi­schen­zu­spei­chern. So ein Bat­te­rie­spei­cher kann zum Bei­spiel im Kel­ler ste­hen. „Mitt­ler­wei­le wer­den 40 Pro­zent der neu in­stal­lier­ten Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen mit ei­nem Bat­te­rie­spei­cher ver­knüpft“, be­rich­te­te LEW-Chef Schür­mann. En­de 2016 gab es 1540 Spei­cher im LEW-Netz. „Die Ener­gie­wen­de wird nur mit Spei­chern funk­tio­nie­ren“, sag­te Schür­mann. „Den neu­en Tech­no­lo­gi­en ge­hört die Zu­kunft.“

Di­gi­ta­le Strom­zäh­ler Die Bun­des­re­gie­rung hat den ge­setz­li­chen Rah­men für neue Strom­zäh­ler ge­schaf­fen. Die­se sol­len di­gi­tal wer­den. Auch die Haus­hal­te müs­sen sich auf ei­ne Um­stel­lung auf in­tel­li­gen­te Um­satz Re­kor­din­ves­ti­tio­nen Ge­winn Di­vi­den­de Mit­ar­bei­ter Zäh­ler ein­stel­len. Die Lech­wer­ke müs­sen die­sen Pro­zess ma­na­gen. Di­gi­ta­le Strom­zäh­ler sei­en ein „wich­ti­ges Zu­kunfts­the­ma“, das in den nächs­ten Jah­ren schritt­wei­se um­ge­setzt wer­de, be­rich­te­ten die Lech­wer­ke ges­tern. Mit an­de­ren Netz­be­trei­bern sei die Ge­sell­schaft „Me­te­ring Süd“ge­grün­det wor­den, da­mit die Da­ten kor­rekt über­tra­gen wer­den. Lit­pher ver­sprach da­bei ei­nen ho­hen Da­ten­schutz und ei­ne ho­he Da­ten­si­cher­heit.

Elek­tro­mo­bi­li­tät „Die Re­gi­on soll Vor­rei­ter bei der Elek­tro­mo­bi­li­tät wer­den“, gab Vor­stand Schür­mann ges­tern als Ziel aus. Bis­her stel­len die Lech­wer­ke rund 130 La­de­punk­te be­reit. In Zu­kunft soll in Schnell­la­de­säu­len in­ves­tiert wer­den.

Fo­to: mke

„Wir ste­hen an der Schwel­le zu ei­nem neu­en Ener­gie­zeit­al­ter“, mei­nen die Lech­wer­ke Vor­stän­de Nor­bert Schür­mann (links) und Mar­kus Lit­pher.

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