Bil­der ei­ner frem­den Welt

Von der Welt ab­ge­schot­tet, be­herrscht von ei­nem Dik­ta­tor – Nord­ko­rea ist den meis­ten Menschen im Wes­ten ein Rät­sel. Ei­ne Schau in Ulm gibt Ein­bli­cke in das Land

Friedberger Allgemeine - - Waswannwo -

Nord­ko­rea ist das der­zeit am schwers­ten zu­gäng­li­che Land der Welt. Ge­lingt es Bild­jour­na­lis­ten, Zu­gang zu be­kom­men, wird das Zu­stan­de­kom­men von Fo­tos streng kon­trol­liert und ma­ni­pu­liert. Heim­li­che und an­geb­lich heim­li­che Schnapp­schüs­se über­schwem­men den Markt, zei­gen in­des die im­mer glei­chen Mo­ti­ve. Ei­ne Aus­stel­lung im Stadt­haus Ulm zeigt nun die Ar­bei­ten drei­er in­ter­na­tio­na­ler Fo­to­gra­fen, de­nen es ge­lun­gen ist, in die­ser frem­den Welt zu ar­bei­ten.

Die Ka­na­die­rin Nat­ha­lie Daoust, Jahr­gang 1977, er­kun­det Ge­heim­nis­se und Ta­bui­sier­tes, ba­lan­cie­rend auf dem fei­nen Grat zwi­schen Vor­stel­lungs­ga­be und Rea­li­tät. Bei der Ent- wick­lung ih­rer Se­rie „Ko­re­an Dreams“aus der mys­te­riö­sen Welt von Nord­ko­rea streb­te sie ei­ne Un­schär­fe an, die an sich im Mo­ment des Er­wa­chens auf­lö­sen­de Traum­bil­der er­in­nert.

Der im Ruhr­ge­biet auf­ge­wach­se­ne Rein­hard Krau­se, Jahr­gang 1959, ist Bild­re­dak­teur der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters in Ber­lin. Als Kri­sen­und Kriegs­re­por­ter war er an vie­len Brenn­punk­ten die­ser Er­de und von 2004 bis 2009 als Reu­ters-Chef­fo­to­graf für Chi­na im Bü­ro Pe­king auch für die Bild­be­richt­er­stat­tung aus Nord­ko­rea zu­stän­dig. Er reis­te nicht nur mehr­fach in das Land, er be­trach­te­te es auch von der chi­ne­si­schen Gren­ze aus.

Die Jour­na­lis­tin, Fo­to­gra­fin und Fil­me­rin Ju lia Leeb hat vie­le Kri­sen­her­de be­reist. Nach Nord­ko­rea reis­te sie mit ei­nem Tou­ris­ten­vi­sum ein – wur­de aber als Fo­to­gra­fin ent­tarnt. Nun darf sie das Land nie mehr be­tre­ten. Ih­re Bil­der, die sie auch als Buch ver­öf­fent­licht hat, zei­gen un­ter an­de­rem die be­kann­ten Mas­sen­cho­reo­gra­fi­en und so­zia­lis­ti­sche Ar­chi­tek­tur. Leeb hat aber im­mer den Menschen in­ner­halb der Ins­ze­nie­rung im Blick.

Die Schau läuft noch bis zum 18. Ju­ni. Es gibt öf­fent­li­che Füh­run­gen und ein be­glei­ten­des Film­pro­gramm (www.stadt­haus.ulm.de).

Öff­nungs­zei­ten Mo. bis Sa. 10 bis 18 Uhr, Do. 10 bis 20 Uhr, So. und Fei­er­ta­ge 11 bis 18 Uhr.

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