Par­tei­buch soll­te nicht ent­schei­den

Friedberger Allgemeine - - Bayern - Bmi@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

EVON MICHA­EL BÖHM s war kei­ne glück­li­che Ent­schei­dung des Mühl­dor­fer Land­ra­tes, ei­nen AfD-na­hen Mit­ar­bei­ter im Streit aus­ge­rech­net in die Asyl­be­hör­de zu ver­set­zen. Schon al­lein der Au­ßen­wir­kung we­gen – der Är­ger war ab­zu­se­hen. War­um er die Ent­schei­dung den­noch so ge­trof­fen hat, wird wohl sein Ge­heim­nis blei­ben. Zu­min­dest nach au­ßen schweigt der Land­rat zu die­sem The­ma. Mög­li­cher­wei­se war es schlicht­weg die per­so­nel­le Si­tua­ti­on in sei­ner Be­hör­de. Oder aber er woll­te sei­nem Chauf­feur mit dem rech­ten Ge­dan­ken­gut ei­nen Denk­zet­tel ver­pas­sen und ihn haut­nah er­le­ben las­sen, wel­che Men­schen mit wel­chen Schick­sa­len dort um Asyl bit­ten. Es gibt ge­nug Raum für Spe­ku­la­tio­nen.

Im Grun­de ist es aber auch egal, war­um er es tat. Denn: So ver­ständ­lich die Auf­re­gung über die Ent­schei­dung des Land­rats auf den ers­ten Blick auch ist, so pro­ble­ma­tisch ist sie auf den zwei­ten. In ei­nem Rechts­staat wie dem un­se­ren soll­te nicht die Mit­glied­schaft in ei­ner de­mo­kra­tisch le­gi­ti­mier­ten Par­tei über die Eig­nung für den öf­fent­li­chen Di­enst be­stim­men, son­dern in ers­ter Li­nie die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on. Ein Staat, der sei­ne An­ge­stell­ten nach Par­tei­buch ein­stellt, be­gibt sich auf ge­fähr­li­ches Ter­rain.

Da­her ist die Fra­ge, ob ein Af­DMann in der Aus­län­der­be­hör­de gut auf­ge­ho­ben ist, ei­gent­lich die fal­sche. Ent­schei­dend soll­te sein, ob ein Chauf­feur wirk­lich als Asyl­Sach­be­ar­bei­ter ge­eig­net ist. Bleibt zu hof­fen, dass sich der Mühl­dor­fer Land­rat die­se Ent­schei­dung gut über­legt hat. Am En­de trägt er da­für die Ver­ant­wor­tung.

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