Dach­ter­ras­sen, die be­gehr­ten Ra­ri­tä­ten

In un­se­rer Som­mer­rei­he „Grü­ne Oa­sen“stel­len wir Ter­ras­sen und In­nen­hö­fe in der In­nen­stadt vor, die den Bli­cken sonst ver­bor­gen blei­ben. Zum Auf­takt er­klärt ein Ex­per­te, auf was man bei der Be­pflan­zung ach­ten muss

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON INA KRES­SE

Oben ist es an­ders. Die Sicht auf den Him­mel ist un­ver­baut, das Ge­wu­sel an Fuß­gän­gern und Au­tos un­ten in an­ge­neh­mer Dis­tanz. Die Ge­räu­sche der Stadt ver­schwim­men zu Hin­ter­grund­mu­sik. Glück­lich kann sich schät­zen, wer ei­ne Dach­ter­ras­se in der In­nen­stadt hat. In un­se­rer Som­mer­se­rie „Grü­ne Oa­sen“stel­len wir sol­che Dach­gär­ten und idyl­li­sche In­nen­hö­fe vor, die den Bli­cken sonst ver­bor­gen blei­ben.

Ei­ne Woh­nung in der Alt­stadt mit ei­ner Dach­ter­ras­se – wün­schen kann man sich viel. Aber ein sol­ches Ob­jekt zu fin­den und es sich vi­el­leicht auch leis­ten zu kön­nen, steht auf ei­nem an­de­ren Blatt. Dach­ter­ras­sen in der In­nen­stadt sind Ra­ri­tä­ten. Noch. Denn der Trend geht ge­nau dort hin. Et­li­che Neu­bau­pro­jek­te in der Stadt, wie et­wa „Mo­zart Augs­burg“im Dom­vier­tel oder die „Ter­ras­sen­wohn­an­la­ge Vo­gel­tor“ver­spre­chen zu den Woh­nun­gen schö­ne Dach­ter­ras­sen. Flo­ri­an Uhl vom Gar­ten­fach­be­trieb Wör­ner, der sich mit der Be­pflan­zung von Frei­sit­zen aus­kennt, be­stä­tigt die­sen Trend. „Die Zahl der Dach­ter­ras­sen nimmt zu, weil Flä­chen all­ge­mein we­ni­ger wer­den und des­halb je­der Qua­drat­me­ter ge­nutzt wird.“

Un­se­re Som­mer­se­rie „Grü­ne Oa­sen“zeigt, welch idyl­li­sche Über­ra­schun­gen sich in der Alt­stadt ver­ber­gen. Das sind Dach­ter­ras­sen von al­ten Häu­sern, zum Teil mit Win­ter­gär­ten aus­ge­baut. Pit­to­res­ke In­nen­hö­fe, in de­nen sich et­wa sämt­li­che Haus­be­woh­ner an Som­mer­aben­den zum ge­mein­sa­men Es­sen, Trin­ken und Plau­dern tref­fen. Grü­ne Oa­sen sind Le­bens­ge­fühl. Für die Gestal­tung der Frei­sit­ze wird zum Teil viel Auf­wand be­trie­ben.

Flo­ri­an Uhl, Be­ra­ter in Sa­chen Gar­ten- und Land­schafts­bau, hört von sei­nen Kun­den als ers­tes meist fol­gen­den Satz: „Ich will es mög­lichst pfle­ge­leicht.“Uhl ver­steht das. „Wir ha­ben in Augs­burg vie­le Pend­ler, die in Mün­chen ar­bei­ten. Wenn man zwölf St­un­den am Tag un­ter­wegs ist, hat man nicht die Zeit, sich auch noch um die Pflan­zen zu küm­mern.“Der Ex­per­te gibt zu be­den­ken, dass auf ei­ner Dach­ter­ras­se ein ei­ge­nes Kli­ma herr­sche. „Ob un­ten im Gar­ten oder oben im drit­ten Stock ist ein him­mel­wei­ter Un­ter­schied.“Meist ha­be man oben vol­le Son­ne und viel mehr Wind. „Die Pflan­zen auf ei­ner Dach­ter­ras­se müs­sen re­sis­ten­ter sein.“Wer es auf sei­ner Ter­ras­se zu je­der Jah­res­zeit grün ha­ben will, dem rät der Ex­per­te zu Kie­fer, Thu­ja und Ei­be. „Die Kie­fer ist am re­sis­ten­tes­ten. Sie kommt bei uns auch im al­pi­nen Be­reich vor und braucht we­nig Er­de und Nähr­stof­fe.“Prin­zi­pi­ell kön­ne man aber sämt­li­che Blü­ten­sträu­cher, die man aus Gär­ten kennt, auch in Ge­fä­ßen auf Dach­ter­ras­sen oder in In­nen­hö­fen pflan­zen. Da­bei gel­te: je grö­ßer die Be­häl­ter, des­to bes­ser für die Pflan­ze. Da die Wur­zeln nur be­grenz­ten Raum ha­ben, brau­chen sie mehr Pfle­ge. Uhl rät zu ei­ner Kü­bel­pflan­zen-Er­de, die mehr Was­ser spei­chert. Zu­dem emp­fiehlt er ei­ne Be­wäs­se­rungs­an­la­ge. Wich­tig sei auch, dass die Töp­fe un­ten Lö­cher ha­ben, da­mit kei­ne Stau­näs­se und da­mit Wur­zel­fäu­le ent­ste­hen kann. Sei­te 37

Un­se­re neue Se­rie

Un­ter dem Mot­to „Grü­ne Oa­sen“stel len wir im­mer mitt­wochs be­son­de re Dach­ter­ras­sen und In­nen­hö­fe in Augs­burg vor. Ei­ni­ge ha­ben wir für die Se­rie aus­ge­sucht, doch auch Sie kön­nen mit­ma­chen: Ha­ben auch Sie ei­ne be­son­de­re Dach­ter­ras­se oder ei­nen schön be­pflanz­ten In­nen­hof in der Alt­stadt und wür­den Ih­re grü­ne Oa­se ger­ne zei­gen? Dann mel­den Sie sich un­ter: lo­ka­les@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de, Stich­wort „Grü­ne Oa­sen“, oder te­le­fo­nisch un­ter 0821/777 2212.

Fo­to: Micha­el Hoch­ge­muth

Von un­ten sind sie kaum zu se­hen: In der Alt­stadt gibt es schö­ne Dach­ter­ras­sen mit herr­li­chen Aus­sich­ten, wie hier auf das Rat­haus.

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