Ehe­frau von Liu Xiao­bo wird Eh­ren­mit­glied

Friedberger Allgemeine - - Feuilleton -

Das Pen-Zen­trum Deutsch­land hat die chi­ne­si­sche Künst­le­rin und Ly­ri­ke­rin Liu Xia zum Eh­ren­mit­glied er­nannt. Da­mit wird die Ehe­frau des ver­stor­be­nen Frie­dens­no­bel­preis­trä­gers Liu Xiao­bo für ih­re künst­le­ri­sche Ar­beit und ih­re Re­bel­li­on ge­gen die Un­ter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit ge­wür­digt, teil­te das Pen-Zen­trum in Darm­stadt mit. Liu Xia ge­hör­te in den 1980er Jah­ren zur Pe­kin­ger Künst­ler­sze­ne. Mit der Nie­der­schla­gung der Men­schen­rechts­be­we­gung im Jahr 1989 ge­rie­ten sie und ihr spä­te­rer Ehe­mann Liu Xiao­bo im­mer stär­ker ins Vi­sier chi­ne­si­scher Si­cher­heits­or­ga­ne. Die Ar­bei­ten von Liu Xia wer­den als An­kla­ge ge­gen die Un­ter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in Chi­na ver­stan­den. Die 56 Jah­re al­te Dich­te­rin, Ma­le­rin und Fo­to­gra­fin steht seit 2010 un­ter Haus­ar­rest.

Schwei­zer Ver­le­ger Egon Am­mann ist tot

Der Schwei­zer Ver­le­ger Egon Am­mann ist tot. Er starb am Mitt­woch im Al­ter von 75 Jah­ren in Ber­lin. Das be­rich­te­te der Frank­fur­ter S. Fi­scher Ver­lag, der mit Am­mann eng zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat­te. Der Schwei­zer hat­te sei­nen 1981 ge­grün­de­ten Ver­lag 2010 auf­ge­ge­ben, Tei­le des Pro­gramms über­nahm da­mals S. Fi­scher. Zu den be­kann­tes­ten Am­mann-Au­to­ren zähl­te Eric-Em­ma­nu­el Sch­mitt („Mon­sieur Ibra­him und die Blu­men des Koran“). 1981 grün­de­te Am­mann ge­mein­sam mit sei­ner Frau Ma­rie-Lui­se Flam­mers­feld sei­nen Ver­lag. Ins­ge­samt sind bei Am­mann rund 1000 Ti­tel er­schie­nen. Die ers­te Pu­bli­ka­ti­on war der Er­zähl­band „Die Tes­si­ne­rin“des Schwei­zer Au­tors Tho­mas Hür­li­mann.

Lars Ei­din­ger kommt doch als Zar ins rus­si­sche Kino

Un­ge­ach­tet or­tho­do­xer Pro­tes­te hat das rus­si­sche Kul­tur­mi­nis­te­ri­um den Historienfilm „Ma­til­da“mit dem deut­schen Schau­spie­ler Lars Ei­din­ger zur Auf­füh­rung frei­ge­ge­ben. Ei­din­ger spielt in dem Werk von Ale­xej Ut­schi­tel den künf­ti­gen Za­ren Ni­ko­laus II., der die pol­ni­sche Tän­ze­rin Ma­til­da Ksch­ess­ins­ka­ja liebt. Nach meh­re­ren Ver­zö­ge­run­gen soll „Ma­til­da“am 26. Ok­to­ber in die rus­si­schen Ki­nos kom­men. Re­gis­seur Ut­schi­tel sieht sich seit Mo­na­ten wü­ten­den Pro­tes­ten von Mon­ar­chis­ten wie kon­ser­va­ti­ven Or­tho­do­xen aus­ge­setzt. Die rus­si­sche Kir­che hat den 1918 von den Bol­sche­wis­ten er­mor­de­ten Za­ren hei­lig­ge­spro­chen.

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