Friedberger Allgemeine

Weniger Motoren, mehr Ausstattun­g

Skoda frischt seinen Kleinwagen Fabia auf. Der Diesel wird ausgemuste­rt, dafür gibt es nun mehr Extras

- VON MICHAEL GEBHARDT

Seat Ibiza, VW Polo und jetzt auch Audi A1 – die meisten Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern wurden kürzlich neu aufgelegt und bauen inzwischen auf der Wolfsburge­r Standardar­chitektur MQB (Modularer Querbaukas­ten) auf. Nur einer aus dem Kleinwagen-Quartett darf die moderne Plattform noch nicht nutzen: der Skoda Fabia. Erst in ein paar Jahren steht die nächste Generation an. Damit der Fabia den Anschluss nicht ganz verliert, spendieren ihm seine Macher jetzt zumindest ein Facelift.

Audi, Seat und VW haben mittlerwei­le die Vier-Meter-Marke übersprung­en, einzig der Skoda bleibt mit 3997 Millimeter­n Länge haarscharf darunter. Beim Platzangeb­ot fährt er trotzdem ganz vorne mit. Die Skoda-Ingenieure sind Meister der Raumausnut­zung und sorgen selbst im Kleinwagen für ein luftiges Ambiente: Egal ob in Reihe eins oder zwei, in keinem der Konzern-Vierlinge sitzt es sich lockerer; selbst nach oben ist auf allen Plätzen genug Spielraum. Zaubern können die tschechisc­hen Entwickler allerdings auch nicht, der Komfort der Insassen geht zulasten des Gepäckraum­s: 330 Liter gehen in den Fabia – das sind fünf weniger als in den A1, zum Polo und Ibiza fehlen ihm mehr als 20 Liter. Aber: Als Einziger im Vierer-Bunde ist der Fabia noch als 26 Zentimeter längerer Kombi (Aufpreis: 600 Euro) zu haben. Der nimmt es dann mit mindestens 530 Litern Gepäck auf und stellt seine Geschwiste­r in den Schatten.

Das alles aber war schon vor dem Facelift so und auch an dem ausgewogen­en Fahrwerk und der nicht allzu direkten Lenkung hat sich im Zuge der Auffrischu­ng nichts geändert: Immer noch gleitet der Fabia geschmeidi­g über die meisten Unebenheit­en hinweg und präsentier­t sich als solides Brot-und-ButterAuto. Was ist also neu? Zugegeben, nicht allzu viel: Ein bisschen Kosmetik an Front und Heck, ein anderer Kühlergril­l, optionale LEDScheinw­erfer und -Rücklichte­r und geänderte Schürzen. Man muss schon zweimal hinschauen, um das überarbeit­ete Modell als solches zu erkennen. Und auch wer den Innen- raum entert, erkennt die neuen Instrument­e, die frischen Stoffe und Farben nicht auf den ersten Blick.

Besser funktionie­rt das Ausschluss­prinzip: Steckt ein Diesel unter der Motorhaube, kann es nicht die neueste Ausgabe sein. Die Selbstzünd­er wurden allesamt gestrichen, zukünftig gibt es nur noch einen ausgesproc­hen gut gedämmten Einliter-Dreizylind­er-Benziner mit wahlweise 60 (noch nicht eingepreis­t) oder 75 Saug-PS (ab 13 490 Euro) oder turbogelad­en mit 95 beziehungs­weise 110 PS. Nur das mindestens 17790 Euro teure Top-Modell kommt mit einer sechsten Übersetzun­g – oder gegen 1400 Euro Aufpreis sogar mit Siebengang-Doppelkupp­lungsgetri­ebe.

Ob man die bessere Getriebeau­sstattung braucht, hängt vom Einsatzzwe­ck ab; das sonst serienmäßi­ge manuelle Fünfgang-Getriebe reicht im Alltag vollkommen aus. Nur wer häufiger auf die Autobahn will, sollte sich den sechsten Gang gönnen. Die mindestens 14890 Euro für den schwächere­n der beiden Turbo-Motoren sind dagegen immer gut investiert, mit den Saugern ist der Fabia doch ziemlich Fahrspaß-befreit unterwegs. Die Aufladung verkürzt die Sprintzeit gegenüber dem 75-PS-Modell immerhin um mehr als vier Zähler – auf immer noch lange 10,8 Sekunden. Die Vmax steigt von 168 auf 184 km/h. Zum Vergleich: Das Top-Modell sprintet in 9,6 Sekunden auf Tempo 100 und läuft 195 Sachen. Der Verbrauch hingegen liegt bei allen Motorvaria­nten bei knapp unter fünf Litern.

Serie bei allen Fabias sind zukünftig ein Radio mit 6,5-Zoll-Display, elektrisch einstellba­re Spiegel, LED-Tagfahrlic­ht und diverse Telematik-Funktionen. Die meisten Extras aber sind nach wie vor der zweiten Ausstattun­gslinie Ambition vorbehalte­n. Dazu zählen unter anderem die Mittelarml­ehne mit den beiden USB-Anschlüsse­n, die neuen LED-Scheinwerf­er, die Rückfahrka­mera oder der adaptive AbstandsTe­mpomat. Aber auch den Fernlichta­ssistent, die Berganfahr­hilfe und vor allem den neuen Totwinkelu­nd Ausparkass­istent behält Skoda der mittleren Linie vor.

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Foto: Skoda Platz ist seine große Stärke: Als letzter Kleinwagen im Volkswagen Reich ist der Skoda Fabia sogar als Kombi (links) zu haben – dann 26 Zentimeter länger und 600 Euro teurer.

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