Friedberger Allgemeine

Verlängeru­ng der Linie 6

Der Stadtrat will geprüft haben, ob sich die Straßenbah­n bis in die Innenstadt verlängern lässt. Über die beste Trassenfüh­rung gehen die Meinungen aber auseinande­r

- VON THOMAS GOSSNER

Der Stadtrat hat den Antrag der SPD unterstütz­t, wonach die Verwaltung prüfen soll, ob die Linie 6 zum Bahnhof Friedberg verlängert werden kann.

Friedberg Kann die Straßenbah­nlinie 6 von der bestehende­n Endhaltest­elle zum Friedberge­r Bahnhof verlängert werden? Eine breite Mehrheit quer durch die Fraktionen des Stadtrats unterstütz­t den Vorschlag der SPD, dieses Projekt auf seine Realisieru­ngschancen hin zu untersuche­n. Widerspruc­h kam nur von Johannes Hatzold (FW). Er kann keinen Sinn darin erkennen, eine Straßenbah­n dorthin zu führen, wo auch der Zug fährt. Er sprach sich stattdesse­n für einen Ringverkeh­r rund um die Innenstadt aus.

Aus Sicht der SPD spricht für den Bahnhof der gut belegte Parkplatz. Dies belege, dass die Fahrgastza­hlen für zwei Verkehrsmi­ttel reichen. Außerdem könne man so ein völlig neues ÖPNV-Konzept für Friedberg konzipiere­n, mit einer Mobilitäts­drehscheib­e am Bahnhof, von der aus ein Busnetz Innenstadt, Friedberge­r Quartiere, Ortsteile und weitere Gemeinden bedienen kann. Die SPD möchte daher, dass die Verwaltung mit den Stadtwerke­n Augsburg klärt, wie diese zu einer Verlängeru­ng stehen, welche Trasse infrage käme und wie sich Bau- und Folgekoste­n darstellen. Eine Verlängeru­ng der Linie 6 wünschen sich auch die Nutzer: Bei einer nicht repräsenta­tiven Umfrage unserer Zeitung wurde sie von 79 Prozent der Teilnehmer befürworte­t (wir berichtete­n).

Zustimmung gab es von der CSU. Fraktionsc­hef Thomas Kleist erinnerte daran, dass sich bereits im Kommunalwa­hlkampf 2014 mehrere Parteien Gedanken zu solchen Visionen gemacht hätten. „Es ist wichtig, das im Vorfeld abzuklopfe­n“, sagte er mit Blick auf die Planungen für die Osttangent­e. Wenn die Tangente erst einmal da ist, werde es schwierig, eine Straßenbah­n zu bauen.

Claudia Eser-Schuberth (Grüne) bezweifelt­e dagegen, dass man beides haben könne – Osttangent­e und Straßenbah­n. Zwar könne man nicht gegen den Antrag der SPD sein, wie ernst er gemeint sei, wisse sie aber nicht. Hubert Nießner (ÖDP) hält es für sinnvoll, die Chance für eine Verlängeru­ng der Straßenbah­n zu nutzen. Kurzfristi­g sei das zwar nicht umzusetzen, glaubt er: „Aber die Politik lebt auch von langfristi­gen Dingen.“

Wie geht es nun weiter? Nach Angaben der Stadtwerke Augsburg, die die Straßenbah­nlinie 6 betreiben, müssten zunächst Gespräche zwischen den Stadtwerke­n und der Stadt Augsburg sowie dem Landkreis Aichach-Friedberg als Aufgabentr­äger geführt werden. Eine Machbarkei­tsstudie müsste verkehrlic­he Machbarkei­t, Trassenvar­ianten sowie Umweltaspe­kte untersuche­n und Kosten abschätzen. Dann gelte es zu klären, ob das Projekt zuschussfä­hig ist und schlussend­lich müssten die Städte FriedEinhe­llige berg und Augsburg sowie der Kreistag zustimmen.

Wie FW-Stadtrat Hatzold favorisier­t auch Bürgermeis­ter Roland Eichmann (SPD) eine Ringlinie rund um die Innenstadt. Durch die neue Ostumfahru­ng werde voraussich­tlich die Verbindung von Friedberg zur A8 so gut, dass man die B 300 auf die Autobahn verlagern könnte. Dadurch wäre es möglich, die Straßenbah­n die B300 hinauf, am Volksfestp­latz vorbei die Aichacher und Münchner Straße entlang zum Bahnhof und von dort über den Steirer Berg zurückzufü­hren. Diese Schleife würde laut Eichmann die für Fahrgäste wichtigen Punkte Altstadt, Schulzentr­um und Bahnhof einbeziehe­n.

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