Die Mar­ke „Neu­schwan­stein“

Wer hat Rech­te an ihr? Ein Fall für Eu­ro­pas höchs­tes Ge­richt

Guenzburger Zeitung - - Erste Seite - VON MICHA­EL MUNKLER

Schwan­gau/Lu­xem­burg Darf ei­ne Mar­me­la­de den Na­men des Kö­ni­gLud­wig-Schlos­ses „Neu­schwan­stein“tra­gen, kann er oh­ne Li­zenz­ge­bühr auf ei­nem T-Shirt ste­hen oder auf ei­ner Kaf­fee­tas­se? Mit die­ser Grund­satz­fra­ge be­fasst sich seit ges­tern der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) in Lu­xem­burg. Der Streit schwelt seit Jah­ren zwi­schen dem Frei­staat Bay­ern und dem Bun­des­ver­band der Sou­ve­nir-Her­stel­ler, nach­dem der Frei­staat 2011 den Na­men „Neu­schwan­stein“als eu­ro­päi­sche Mar­ke hat­te schüt­zen las­sen. Da­ge­gen aber wehrt sich der Sou­ve­nir­her­stel­ler-Ver­band – bis zum EuGH.

Das eu­ro­päi­sche Mar­ken­amt im spa­ni­schen Ali­can­te hält es für rech­tens, den Na­men des Kö­nigs­schlos­ses im Ost­all­gäu als Mar­ke zu schüt­zen. Und das baye­ri­sche Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ar­gu­men­tiert, man wol­le mit der Ein­tra­gung als Mar­ke nur die Wür­de und den gu­ten Ruf des Schlos­ses wah­ren. Ei­ne Spre­che­rin be­teu­ert, Neu­schwan­stein sol­le nicht kom­mer­zi­ell aus­ge­beu­tet wer­den.

Die Sou­ve­nir­her­stel­ler da­ge­gen sind der Auf­fas­sung, dass das Schloss ein Kul­tur­gut der All­ge­mein­heit ist. Von der Ent­schei­dung, die erst in Mo­na­ten fal­len wird, geht nach An­sicht des Re­gens­bur­ger Rechts­an­walts Bern­hard Bitt­ner ein Si­gnal­cha­rak­ter für ähn­li­che Streit­fäl­le aus. Es kön­ne sein, dass sich Pri­vat­per­so­nen oder Fir­men al­le mög­li­chen Na­men und Be­grif­fe schüt­zen las­sen und dann Li­zenz­ge­büh­ren kas­sie­ren. „Neu­schwan­stein“aber, meint Bitt­ner, sei auf je­den Fall ei­ne geo­gra­fi­sche Her­kunft und nicht als Mar­ke schütz­bar.

Fo­to: Ralf Lienert

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