Ge­gen den Trend

Zu­ge­zo­gen Mas­ku­lin: Politik und Par­ty im aus­ver­kauf­ten Bun­ker

Hamburger Morgenpost - - MOPOP - Von MARC PESCHKE

Mit dem 2010 ge­grün­de­ten Duo Zu­ge­zo­gen Mas­ku­lin kam die Selbst­iro­nie zu­rück in den Deut­schrap. Die bei­den Ber­li­ner Grim104 und Tes­to ha­ben schon auf ih­rem Al­bum „Al­les Brennt“ge­zeigt, dass sie deut­lich mehr im Kopf ha­ben als vie­le an­de­re Gen­re-Ver­tre­ter.

Ih­re Mit­tel sind die Über­spit­zung, die Iro­nie, der Hu­mor, die Per­si­fla­ge, der Zy­nis­mus. Ih­re The­men sind das Le­ben, der All­tag, Frem­den­hass, Ho­mo­pho­bie, Hips­ter und Hips­ter-Has­ser in ih­rer Wahl­hei­mat Ber­lin.

Zu­ge­zo­gen Mas­ku­lin sind bis heu­te ei­ne Band ge­gen den Trend ge­blie­ben. Das hat sich auch auf dem neu­en Al­bum „Al­le ge­gen Al­le“nicht ge­än­dert. Des­sen Ti­tel zi­tiert die Ham­bur­ger Punk­band Sli­me. Es bleibt mu­si­ka­lisch wü­tend.

Pa­cken­der und we­ni­ger ge­fäl­lig klang deut­scher Rap sel­ten. Die­se Mu­sik ist so gut, weil sie nicht nur die Ge­sell­schaft aufs Korn nimmt, son­dern auch sich selbst und die Sze­ne, aus der sie kommt. Und auch weil sie Wahr­hei­ten aus­spricht, die vie­le Trot­tel nicht nur im Hi­p­Hop nicht ver­stan­den ha­ben. Et­wa die­se: Shop­pen ist nicht das Wich­tigs­te im Le­ben.

➤ Ue­bel & Ge­fähr­lich: 23.2., 20 Uhr

Grim104 und Tes­to (r.) sind Zu­ge­zo­gen Mas­ku­lin

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