Ver­gleichs­test

8 Sieb­trä­ger­ma­schi­nen im Test

Haus & Garten Test - - Inhalt -

· 8 Sieb­trä­ger­ma­schi­nen

Pu­ris­ten und Tra­di­ti­ons­be­wuss­te set­zen ganz ge­zielt auf Sieb­trä­ger­ma­schi­nen, denn just die­ser Kaf­fee­be­rei­ter­typ steht wie kein an­de­rer für Es­pres­so, für Hand­ar­beit, für Tra­di­ti­on und Stil. Der per­fek­te Es­pres­so­ge­nuss lässt sich auch tat­säch­lich er­zie­len, je­doch nicht im Hand­um­dre­hen und auch nur bei der Hälf­te der Test­kan­di­da­ten.

Ei­gent­lich ist der per­fek­te Es­pres­so nicht exis­tent, denn die Ge­schmä­cker sind ja un­ter­schied­lich, doch die Qua­li­tät lässt sich be­stim­men und die An­sprü­che an den Bil­der­bu­ches­pres­so, den man auf­grund teils be­ein­dru­ckend ho­her Kauf­prei­se der Ge­rä­te er­war­tet, sind hoch. Ge­ra­de der Es­pres­so, die in­ten­si­ve Kaf­fee­köst­lich­keit, ist das Zug­pferd der Kaf­fee­be­rei­ter­her­stel­ler, ist auf je­der Re­stau­rant­kar­te zu fin­den und Ziel von Ge­le­gen­heits­ge­nie­ßern und Pu­ris­ten, ist wer­be­träch­tig zu ver­mark­ten und (hier­auf kommt es an) eben auch ei­ne Spe­zia­li­tät, die man auch wirk­lich ge­nie­ßen kann, weil sie fa­cet­ten­reich und eben nicht mit ei­nem ein­di­men­sio­nal Ge­schmack aus­ge­stat­tet ist – wenn sie denn rich­tig er­zeugt wird. In der Theo­rie ist das nicht kom­pli­ziert, denn ei­gent­lich muss nur in ein Fil­ter­sieb ei­ne ge­wis­se Men­ge Kaf­fee­pul­ver ein­ge­füllt und dann kom­pri­miert wer­den (via Kaf­fee­stem­pel na­mens „Tam­per“), die­ses wird schließ­lich in die na­men­ge­ben­de Sieb­trä­ger­ma­schi­ne ein­ge­klinkt und dann heißt es ei­gent­lich nur noch: Heiß­was­ser marsch! Im In­ne­ren der Brüh­kam­mer herrscht hier­bei ein Druck zwi­schen acht und zehn Bar, der da­für sorgt, dass al­le Aro­men ex­tra­hiert wer­den – so wie im Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten. Wäh­rend die­ser aber al­les au­to­ma­tisch macht, ist bei den Sieb­trä­gern ein ma­nu­el­les Mo­men­tum ge­for­dert und ge­nau hier be­gin­nen ge­wis­se Pro­ble­me.

Op­ti­ma­ler Druck

Je nach Kaf­fee­sor­te, Mahl­grad und na­tür­lich Kaf­fee­pul­ver­men­ge kann es emp­feh­lens­wert sein, den Kaf­fee stark zu tam­pern (so wie es z. B. Gastro­back bei der 42636 emp­fiehlt), es kann aber auch sinn­voll sein, nur „leicht“(Zi­tat Tristar) den Tam­per in das Sieb zu drü­cken. Man kann viel mit Kaf­fee und Sieb­trä­ger­ma­schi­ne ex­pe­ri­men­tie­ren, muss es so­gar, wenn man den Op­ti­mal­ge­schmack er­zie­len will. Je nach Sieb­grö­ße und per­sön­li­chen Vor­lie­ben muss man mit al­len Fak­to­ren et­was spie­len, Ziel ist aber im­mer, dass man sich an die Sieb­trä­ger­ma­schi­ne mit ih­ren Fä­hig­kei­ten an­passt, denn nur so ge­lingt der Es­pres­so auch wirk­lich. Die Ge­rä­te selbst las­sen sich nicht (Ein­stei­ger­klas­se) oder nur we­nig ein­stel­len (z. B. Was­ser­tem­pe­ra­tur bei Gastro­back und Graef) und auch die Be­die­nungs­an­lei­tun­gen sind eher als Leit­fa­den ge­dacht und nur sehr sel­ten mit ganz kon­kre­ten Vor­ga­ben ver­se­hen. Ei­ne Ab­stim­mung kann auch ein Dut­zend Ver­su­che be­deu­ten – oder noch mehr. Un­ge­mein hilf­reich ist da­her die Druck­an­zei­ge (Ma­no­me­ter), die bei den Ge­rä­ten der Ober­klas­se in­stal­liert ist, an wel­cher der An­wen­der ab­le­sen kann, wie es um den Druck in der Brüh­kam­mer steht. Es gibt nicht den ei­nen Op­ti­mal­druck, aber der an­ge­ge­be­ne Druck-be­reich ist bei al­len Ge­rä­ten gut er­kenn­bar und kann auch ent­spre­chend der Tes­t­er­geb­nis­se als prak­ti­ka­bel be­zeich­net wer­den. Bei Ge­rä­ten oh­ne Ma­no­me­ter ist es na­tür­lich schwie­ri­ger, den sinn­vol­len Druck­be­reich zu fin­den, hier muss man sich an­hand der Hin­wei­se in den Be­die­nungs­an­lei­tun­gen (lo­bens­wert die Tipps von De‘longhi) zum Op­ti­ma­l­er­geb­nis hin­ar­bei­ten. Ist das Kaf­fee­pul­ver z. B. zu lo­cker, kann sich nicht ge­nü­gend Druck in der Brüh­kam­mer auf­bau­en (Un­ter­ex­trak­ti­on), die Cre­ma fällt schau­mig aus und der Es­pres­so nicht ge­halt­voll. Ist das Kaf­fee­pul­ver zu fest, tröp­felt der Kaf­fee nur her­aus (Über­ex­trak­ti­on), die Cre­ma ist dun­kel, der Es­pres­so wird bit­ter. Als klar vor­tei­lig er­wei­sen sich die kom­pak­ten, mas­si­ven Tam­per von Gastro­back und Graef, die­se sind grif­fig, sehr sta­bil und pas­sen auch ge­nau in die Sie­be. An­ders bei De’longhi und Tristar, die fra­gi­len Kunst­stofftam­per sind un­hand­lich und nicht zu 100 Pro­zent pass­ge­nau, al­ler­dings den­noch funk­tio­nal, weil der rea­le An­press­druck kein ho­her sein

muss, um trotz­dem das best­mög­lich Er­geb­nis zu er­zie­len. Ei­nen krea­ti­ven Weg geht Krups bei der Cal­vi XP 3440, hier gibt es kei­nen Tam­per, son­dern ein in­te­grier­tes, pa­ten­tier­tes „Tam­ping-sys­tem“. An sich kei­ne schlech­te Idee, aber die Er­geb­nis­se wa­ren nur zu­frie­den­stel­lend. Die Cre­ma fiel stets luf­tig-lo­cker aus, be­inhal­te­te gro­ße Luft­bla­sen, und auch dem Ge­schmack ist das Sys­tem nicht zu­träg­lich. Die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit ist hoch, die Es­pres­so­tem­pe­ra­tur al­ler­dings noch im emp­feh­lens­wer­ten Rah­men, die Aro­men-ex­trak­ti­on aber nur be­frie­di­gend, vor al­lem am Ge­halt fehlt es dem er­zeug­ten Es­pres­so. Im Ver­gleich zur CM-2273 von Tristar ist der Krups-es­pres­so aber im­mer noch ei­ne Klas­se für sich, denn das, was das in Sa­chen An­schaf­fungs­preis un­schlag­ba­re Mo­dell von Tristar pro­du­ziert, ist ei­nes Es­pres­sos nicht wür­dig. Die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit ist ent­we­der viel zu hoch (statt der emp­feh­lens­wer­ten rund 20 Se­kun­den nur die Hälf­te) oder aber der Sieb­trä­ger läuft über. Die Pum­pe kann al­so durch­aus Druck auf­bau­en, doch die Brüh­grup­pe ist hier­auf nicht ab­ge­stimmt. Die Fol­ge: Ei­ne nicht-exis­ten­te Cre­ma, son­dern nur klei­ne, al­le Braun­tö­ne um­fas­sen­den Schaum­fle­cken, ein viel zu hei­ßer Kaf­fee (jen­seits von 80° C) und ein Ge­schmack, der säu­er­lich und sehr flach aus­fällt. Bis auf die pi­val­la von Graef konn­ten die Ge­rä­te der Ein­stei­ger­klas­se bei Cre­ma und im Sen­so­rik­pa­nel nicht gänz­lich über­zeu­gen und dies selbst wenn die Ex­trak­ti­ons­zei­ten und die Kaf­fee­tem­pe­ra­tu­ren im Op­ti­mal­be­reich la­gen. Die Cre­ma fiel im­mer et­was luf­tig aus, be­son­ders am Tas­sen­rand, dem Es­pres­so man­gel­te es stets et­was an Ge­halt, oh­ne hier­bei aber – und das sei lo­bend er­wähnt – säu­er­li­che No­ten auf­zu­wei­sen.

Luf­ti­ger Schaum

Es­pres­so ist nicht nur an sich schon ei­ne Kaf­fee­spe­zia­li­tät, son­dern na­tür­lich auch die Ba­sis für ei­nen Cap­puc­ci­no, wel­cher aber erst zum Cap­puc­ci­no wird, wenn er mit ho­mo­ge­nem, fei­nen Milch­schaum ver­se­hen wird. Hier zeig­ten je­doch al­le Test­kan­di­da­ten Schwä­chen, ob­wohl die Schaum­lan­ze ja ei­gent­lich der tra­di­tio­nel­le Weg zur Er­zeu­gung des Traum­schaums ist. Das Funk­ti­ons­prin­zip ist hier­bei ein sim­ples: Durch die Schaum­lan­ze wird Was­ser­dampf (dank des Drucks über 130° C heiß) in ei­nen mit kal­ter (!) Milch be­füll­ten Be­häl­ter ge­pumpt, die Ein­brin­gung von Hit­ze und Luft sorgt dann für das Ge­rin­nen des Ei­wei­ßes in der Milch, wor­auf­hin sich dann der Milch­schaum bil­det. Nö­tig hier­für ist ein kon­stan­ter und ho­her Dampf-druck (das machen die Ober­klas­sen­ge­rä­te dank ih­rer Leis­tungs­fä­hig­keit bes­ser als die Mo­del­le bis 300 Eu­ro Markt­preis) so­wie ein mög­lichst tro­cke­ner Dampf, denn sonst wür­de die Milch ja ver­wäs­sern. Da­zu muss der Milch­be­häl­ter et­was be­wegt wer­den (krei­sen und auch ein et­was auf und ab) zu­dem auch noch der per­fek­te Mo­ment ab­ge­passt wer­den, be­vor die Milch- und Schaum­tem­pe­ra­tur zu hoch ist, denn sonst fällt der Schaum wie­der in sich zu­sam­men. Das Spritz-ri­si­ko ist da­bei im­mer prä­sent, denn der Milch­füll­stand sinkt wäh­rend der Schau­mer­zeu­gung lo­gi­scher­wei­se, wo­mit die Be­hält­nis­be­we­gun­gen in der Ver­ti­ka­len Stück für Stück klei­ner aus­fal­len müs­sen, da­mit der Dampf nicht von oben in auf die Milch strömt, was um­ge­hend für groß­räu­mi­ge Sprit­zer sorgt. All das muss man bei mo­der­nen Milch­schaum­be­häl­tern vie­ler Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten nicht be­ach­ten, hier gibt es ei­ne stets kon­stan­te Ver­mi­schung von Milch und Dampf und ei­nen kon­stan­ten Aus­fluss ins Glas, und ge­nau hier darf die Fra­ge er­laubt sein, war­um die Sieb­trä­ger­ma­schi­nen nicht auch sol­che Lö­sun­gen an­bie­ten. Ja, es lässt sich Schaum mit den Schaum­lan­zen er­zeu­gen, aber

nein, er ist we­der ho­mo­gen noch in grö­ße­rer Men­ge be­quem her­zu­stel­len. Ein­zi­ger Vor­teil der Schaum­lan­ze: die Ar­beits­ge­schwin­dig­keit. Klei­ne Men­gen las­sen sich bin­nen zehn Se­kun­den her­stel­len, der Rest­milch­an­teil ist aber ein ho­her (gut für Freun­de des Lat­te Mac­chia­tos) und das Sam­meln von Er­fah­run­gen kann auf­grund der Rück­schlä­ge durch­aus als sehr stö­rend be­wer­tet wer­den. Ob­wohl die Schaum­lan­zen tech­no­lo­gisch nicht kom­plex sind, ist auch die Rei­ni­gung nicht im­mer ein­fach. Die Schaum­lan­zen er­hit­zen sich schnell auf ho­he Tem­pe­ra­tu­ren, die Milch klebt da­her an ih­nen fest. Die Edel­stahl-schaum­lan­zen von Graef und Gastro­back sind be­son­ders an­fäl­lig, dass es bes­ser geht, zeigt De’longhi bei der ECP 35.31: Au­ßen­rohr (dient der Dampf-ver­wir­be­lung) und das ko­ni­sche Schlauch­stück in­nen las­sen sich ab­neh­men und be­quem im Spül­be­cken rei­ni­gen.

Gründ­li­che Rei­ni­gung

Auch bei der Ge­rä­ter­ei­ni­gung ist prin­zi­pi­ell Hand­ar­beit ge­fragt, das gilt al­ler­dings we­ni­ger für die Ent­kal­kung, die sich sehr ein­fach ge­stal­tet. Es geht schließ­lich nur dar­um, die was­ser­füh­ren­den Tei­le wie bei Kaf­fee­voll­au­to­mat oder auch Kaf­fee­kap­sel­ma­schi­ne mit ei­nem Durch­lauf zu ent­kal­ken (Flüs­si­gent­kal­ker liegt bei der EC 680 bei) und ab­schlie­ßend durch­zu­spü­len. Auch das Aus­kip­pen der Tropf­auf­fang­scha­len er­in­nert stark an Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten, ist eben­so kei­ne ech­te Her­aus­for­de­rung. An­ders schaut es da schon bei der Rei­ni­gung der Sie­be und Sieb­trä­ger aus, bei Krups und Tristar sit­zen die Sie­be lo­cker im Sieb­trä­ger, las­sen sich so­mit kin­der­leicht her­aus­neh­men und spü­len. Bei al­len an­de­ren Test­kan­di­da­ten sind die Sie­be durch Spann­rin­ge fi­xiert und sit­zen da­her fest. Oh­ne Fin­ger­na­gel­brü­che ris­kie­ren zu wol­len, ist das Her­aus­schla­gen der Sie­be not­wen­dig oder aber man drückt sie bei­spiels­wei­se mit ei­nem Löf­fel her­aus. Nach dem Rei­ni­gen lässt man die Es­pres­so­ma­schi­nen noch ei­nen Leer­lauf (al­so oh­ne Kaf­fee­pul­ver) voll­füh­ren und spült dann fi­nal Sie­be und Sieb­trä­ger ein­mal ab – fer­tig. Vor­her und nach­her ist es aber emp­feh­lens­wert, den Brüh­kopf (Ach­tung: Die­ser kühlt sich re­la­tiv lang­sam ab!) mit ei­nem Kü­chen­tuch ab­zu­wi­schen, da sich hier Kaf­fee­pul­ver­res­te sam­meln – gern auch am Ge­win­de der Sieb­trä­ger­hal­te­rung. Hier ist et­was Fin­ger­spit­zen­ge­fühl ge­fragt, der kon­struk­ti­ons­be­ding­te Nach­teil muss aber nicht über­be­tont wer­den. Kri­ti­scher ist auch das Sprit­zen und Trop­fen der Ge­rä­te nicht zu be­wer­ten, wo­bei es na­tür­lich von Vor­teil ist, wenn die Ab­de­ckung der Auf­fang­scha­le kei­ne schar­fen Kan­ten auf­weist, da­mit die­se ein­fach ab­zu­wi­schen und auch leicht zu ent­neh­men ist. Da es kei­ne Aus­lauf­hö­hen­ein­stel­lung gibt, ist es fast un­ver­meid­lich, dass beim Zu­be­rei­ten hier und da ein Spitzer ei­nes Trop­fens den Weg aufs Ge­häu­se fin­det, ein schnö­des feuch­tes Tuch ist das Rei­ni­gungs­werk­zeug der Wahl. Die per­fek­te Sieb­trä­ger­ma­schi­ne gibt es nicht, die bei­den Top-mo­del­le von Gastro­back und Graef sind aber na­he dran und be­wei­sen, dass Qua­li­tät nicht nur ih­ren Preis hat, son­dern ge­ra­de in die­ser Pro­dukt­klas­se so­gar für das End­pro­dukt von Vor­teil ist. Dass es aber auch in der Ein­stei­ger­klas­se mehr als nur voll­mun­di­ge Wer­be­ver­spre­chen gibt, zeigt ein­drucks­voll Graef mit der kom­pak­ten pi­val­la, die üb­ri­gens auch noch mit op­tio­na­lem Zu­be­hör für die Nut­zung von Kaf­fee­kap­seln al­ler nam­haf­ter Mar­ken aus­ge­stat­tet wer­den kann. Kaf­fee­pads („ESE Pads“) sind aber wie bei den meis­ten Ge­rä­ten die­ser Klas­se eben­falls ein­setz­bar (Sie­b­ein­satz im Lie­fer­um­fang), ge­schmack­lich ha­ben Pads aber na­tür­lich kei­ner­lei Chan­ce ge­gen frisch­ge­mah­le­nen und per­fekt ge­tam­per­ten Kaf­fee, das sei mit Nach­druck er­wähnt.

Test­ver­fah­ren

Die Test­ge­rä­te: 8 Sieb­trä­ger­ma­schi­nen

Funk­ti­on: Die Kaf­fee­tem­pe­ra­tur wird di­rekt nach dem Be­en­den des Brüh­vor­gangs bei Op­ti­mal-er­geb­nis-es­pres­so in drei Durch­gän­gen nach dem Auf­heiz­leer­lauf ge­mes­sen, die Ziel-tem­pe­ra­tur liegt bei 70° C. Die Cre­ma­gü­te wird eben­falls in die­sen Durch­läu­fen er­mit­telt, Ziel ist ei­ne mit­tel­brau­ne, oh­ne Farb­dif­fe­ren­zen prä­sen­te, cre­mig-feinst­po­ri­ge und vo­lu­mi­nö­se Cre­ma. Der Milch­schaum wird mit han­dels­üb­li­cher H-milch (ul­trahoch­er­hitzt, ho­mo­ge­ni­siert, 1,5 % Fett­ge­halt, Tem­pe­ra­tur: 7° C) er­zeugt, die Pro­duk­ti­ons­ge­schwin­dig­keit spielt hier­bei kei­ne Rol­le, re­le­vant sind al­lein Ho­mo­ge­ni­tät und Kon­sis­tenz des er­zeug­ten Milch­schaums, der fein­po­rig, gleich­mä­ßig und cre­mig sein muss. Der Milch­schaum wird so­wohl in even­tu­ell mit­ge­lie­fer­ten Känn­chen als auch im Cap­puc­ci­no-glas be­rei­tet. Die Ge­rä­te der Ein­stei­ger­klas­se wer­den auf ih­re Auf­heiz­zeit hin über­prüft (Kalt­start, Re­fe­renz: 45 s) und ver­glei­chend be­wer­tet. Bei den Ge­rä­ten der Ober­klas­se spielt die Auf­heiz­zeit kei­ne Rol­le, da hier ein Ver­gleich auf­grund der un­ter­schied­li­chen Bau­wei­sen (z. B. Du­al-boi­ler) nicht sinn­voll mög­lich ist.

Hand­ha­bung: Ei­ne Grup­pe ge­schul­ter Pro­ban­den be­ur­teilt die Funk­tio­na­li­tät und Gän­gig­keit sämt­li­cher Be­dien­ele­men­te, dies um­fasst die Hand­ha­bung vom Sieb­trä­ger­he­bel (Leicht­gän­gig­keit, fi­xer Dreh­punkt) und des­sen Sie­bein­sät­zen, die Tam­per-hand­ha­bung, ggf. Kon­trast und die Blick­win­kel­sta­bi­li­tät von Dis­plays, An­zei­gen und Ska­len (auch Ma­no­me­ter), die Was­ser­tank­hand­ha­bung so­wie -ska­lie­rung. Bei der Rei­ni­gung wird ei­ner­seits die all­täg­li­che Hand­ha­bung der Tropf­scha­le und des Brüh­kop­fes be­wer­tet, be­son­de­res Au­gen­merk liegt aber auch auf die Rei­ni­gung der Milch­schaum­lan­ze, de­ren Ei­gen­ver­schmut­zung und Mo­du­la­ri­tät. Die Be­die­nungs­an­lei­tung wird ei­ner­seits auf die vor­ge­schrie­be­nen Si­cher­heits- und Ent­sor­gungs­hin­wei­se über­prüft, dann an­hand ih­rer Qua­li­tät (Bil­der, Struk­tur, Schrift­grö­ße, An­wen­dungs- und Pfle­ge­hin­wei­se) be­wer­tet.

Sen­so­ri­sche Beur­tei­lung: Es­pres­so ( 40 ml), wird auf Ge­halt, Ge­schmack und Ne­ben­ge­schmack ge­tes­tet, nach der klas­si­schen 5-Stu­fen-ska­la be­wer­tet, die Er­geb­nis­se dann ge­mit­telt. Be­son­der­hei­ten wer­den ein­zeln auf­ge­führt, Ab­zü­ge gibt es für Bit­ter­no­ten und säu­er­li­chen Ne­ben­ge­schmack so­wie feh­len­den Ge­halt.

Ver­ar­bei­tung: Die Pro­ban­den be­wer­ten die all­ge­mei­ne Wer­tig­keit der ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en und na­tür­lich das (Nicht)vor­han­den­sein von Gra­ten und schar­fen Kan­ten, so­wie die Grö­ße von Spal­ten und Rit­zen, eben­so die Pass­ge­nau­ig­keit al­ler mo­du­la­ren Tei­le

Ab­wer­tung: Er­zielt ein Ge­rät in ei­ner grund­le­gend funk­ti­ons­re­le­van­ten Teil­no­te nur ein Man­gel­haft oder schlech­ter, kann die Funk­ti­ons­no­te nur ei­ne No­te bes­ser als die Teil­no­te sein. Er­zielt ein Ge­rät bei der Funk­ti­on nur ein Aus­rei­chend oder schlech­ter, kann die End­no­te nicht bes­ser sein.

Kaf­fee: Ver­wen­det wur­de „Sim­bab­we Es­pres­so“, ei­ne 90:10 Mi­schung aus Ara­bi­ca- und Ro­busta­boh­nen der Rös­te­rei „GANOS“in Leip­zig.

(1) Wie aus dem Bil­der­buch: Die 42636 er­zielt ei­ne ex­trem ho­mo­ge­ne und fein­po­ri­ge Cre­ma, die zu­dem noch ei­nen ech­ten Ge­schmack auf­weist (2) Auch die pi­val­la über­zeugt, das Ver­hält­nis zwi­schen Kaf­fee- und Cre­ma­vo­lu­men ist ex­zel­lent

(3) Die Cre­ma der Cal­vi fällt stets lo­cker, grob­po­rig und luf­tig aus, ist eher ei­ner Schaum­kro­ne (4) Das „Op­ti­ma­l­er­geb­nis“der CM-2273 spricht für sich, von Cre­ma kann nicht im Ent­fern­tes­ten die Re­de sein

(5) Nach ei­nem Le­er­durch­lauf wur­den die Tem­pe­ra­tu­ren ge­mes­sen, die ECP 35.31 er­ziel­te hier ex­zel­len­te Wer­te (6) Tröp­felt der Kaf­fee nur aus dem Aus­lauf her­aus, ist er meis­tens zu stark ge­presst wor­den, die­se Über­ex­trak­ti­on ver­min­dert Ge­schmack und Kaf­feem

(7) Im­mer hilf­reich: ei­ne Druck­an­zei­ge wie hier bei der Gastro­back 42611 (8) Das Du­ell von 58-mm-sieb­trä­ger mit sta­bi­lem Tam­per von Gastro­back (links) ge­gen 41-mmSieb­trä­ger mit Kunst­stofftam­per (hier am Bei­spiel von De’longhi) geht in al­len Aspek­ten klar

(11) Leis­tung bie­ten al­le Schaum­lan­zen ge­nug, man muss aber sehr auf­pas­sen, dass es nicht zum Über­schäu­men und Über­hit­zen kommt (12) Schlau­es De­tail: Bei der 42636 kann man viel Zu­be­hör un­ter dem Tank, hin­ter der Auf­fang­scha­le ver­stau­en

(9) Die Top-mo­del­le er­zie­len sehr schnell ei­nen vo­lu­mi­nö­sen Milch­schaum, fein und cre­mig wird er aber lei­der nicht (10) Das Ver­hält­nis von Schaum­men­ge zu Rest­milch ist bei al­len Test­kan­di­da­ten un­be­frie­di­gend, die Ho­mo­ge­ni­tät wie hier bei Tristar eben­so

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