Staub­sau­ger-la­bel 2.0

Kaum hat man sich an das an­no 2014 ein­ge­führ­te Staub­sau­ger-La­bel ge­wöhnt, er­fährt die­ses auch schon ein Up­date. Da stellt sich spon­tan na­tür­lich ei­ne be­rech­tig­te Fra­ge: Was än­dert sich zum 1. Sep­tem­ber 2017?

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON JAN STOLL

· Das neue La­bel auf ei­nen Blick

Die größ­te Än­de­rung gibt es bei der Ener­gie ver­brauchs­dar­stel­lung, denn ab 01.09.2017 dür­fen die neu in den Ver­kehr ge­brach­ten Staub­sau­ger nur noch 900 Watt (W) Ma­xi­mal­leis­tung auf­wei­sen( vor­her :1600 W) und ent­spre­chend des spe­zi­el­len Be­rech­nungs­ver­fah­rens ma­xi­mal 43 Ki­lo­watt­stun­den (kwh) im Jahr ver­brau­chen. Die farb­lich eher war­nen­den Stu­fen E bis G fal­len so­mit weg, die bis En­de Au­gust 2017 noch leuch­tend grü­ne Stu­fe A wan­delt sich in ein Gelb. Das neue La­bel bringt al­so ei­ne Ver­schär­fung mit sich und da­her wird es zu­künf­tig auch A +, A ++ und A+++-Ge­rä­te ge­ben ( ganz ähn­lich wie bei Kühl­schrän­ken oder Wasch­ma­schi­nen ). An­fäng­lich wer­den A ++ und A +++- Ge­rä­te noch ei­ne Sel­ten­heit sein, da der er­laub­te Ma­xi­mal­en­er­gie­ver­brauch pro Jahr hier nur noch bei 16 bzw. 10 kWh liegt und das schon Wer­te sind, die nur mit ei­nem bra­chia­len tech­no­lo­gi­schen Auf­wand rea­li­sier­bar schei­nen. Man darf sich an die­ser Stel­le aber selbst­ver­ständ­lich fra­gen, ob der Auf­wand über­haupt in sinn­vol­ler Re­la­ti­on zur Er­spar­nis liegt, schließ­lich ist die Öko-Bi­lanz ei­nes Ge­räts ja nicht nur vom Ener­gie­ver­brauch ab­hän­gig, son­dern von der ge­sam­ten Pro­duk­ti­on (Kun­stoff, Me­tal­le, Elek­tro­nik) und von der rea­len Nut­zung (klei­ne Haus­hal­te spa­ren pro Jahr nicht ein­mal drei Eu­ro). We­sent­lich er­freu­li­cher ist aber ein an­de­rer Aspekt der neu­en La­bel-Stu­fe: Staub­sau­ger dür­fen nur noch ma­xi­mal 80 De­zi­bel(A) als Be­triebs­ge­räusch auf­wei­sen. Doch auch dies gilt es zu re­la­ti­vie­ren, denn mo­der­ne Beu­telsau­ger ar­bei­ten mitt­ler­wei­le so­gar bei we­ni­ger als 60 dB(A). Selbst die bau­art­be­dingt lau­te­ren beu­tel­lo­sen Sau­ger blei­ben oft schon un­ter 75 dB(A). Hier hät­ten die EU-Vor­ga­ben al­so ru­hig noch et­was här­ter sein dür­fen. Nicht auf dem La­bel zu er­ken­nen, im Rah­men der EU-Ver­ord­nung aber nun Pflicht, sind die An­for­de­run­gen an die Ge­rä­te, die für den An­wen­der ganz kon­kret und so­gar um­fäng­lich von Vor­teil sind: Die Mo­to­ren müs­sen 500 Be­triebs­stun­den über­ste­hen, bei wö­chent­lich ei­ner Saug­stun­de wä­ren dies al­so fast zehn Jah­re, die man sei­nen neu­en Staub­sau­ger dann nut­zen kann. Al­ler­dings ist dies oh­ne Pfle­ge (ver­schmutz­te Fil­ter min­dern die Mo­tor­lauf­leis­tung) na­tür­lich nicht zu er­rei­chen. Zu­dem muss die Stau­b­auf­nah­me auf Hart­bö­den min­des­tens 98 Pro­zent be­tra­gen, die Stau­b­auf­nah­me auf Tep­pi­chen min­des­tens 75 Pro­zent, die Gü­te der Aus­blas­luft ist nun eben­falls ge­setz­lich ge­re­gelt (die Stau­be­mis­si­on darf bei ma­xi­mal ei­nem Pro­zent lie­gen) und auch bei der Halt­bar­keit des Saug­schlauchs wer­den die Her­stel­ler in die Pflicht ge­nom­men: Min­des­tens 40 000 Schwen­kun­gen un­ter Be­las­tung muss er nun aus­hal­ten. Die­se Aspek­te, die lei­der sehr gern im Dis­kurs über die Sinn­haf­tig­keit der Ein­spa­rung ei­ner hand­voll Ki­lo­watt­stun­den pro Jahr un­ter­ge­hen, sind so et­was wie die heim- li­chen Hel­den des La­bels 2.0, da sie für mehr Qua­li­tät, mehr Funk­tio­na­li­tät und mehr Nach­hal­tig­keit ste­hen.

Das neue La­bel un­ter­schei­det sich auf den ers­ten Blick kaum vom al­ten, birgt aber Ver­bes­se­run­gen

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