18 Kaf­fee­ma­schi­nen

Fil­ter­kaf­fee – ein Syn­onym für Ge­müt­lich­keit, Tra­di­ti­on und gu­ten Ge­schmack in un­se­ren Brei­ten. Aber dank mo­der­ner Tech­nik kann man be­reits nach dem Auf­wa­chen in al­ler Frü­he sei­ne Tas­se frisch ge­brüh­ten Kaf­fee ge­nie­ßen. Und das ganz oh­ne „gu­ten Geist“, we

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON MARGITTA ILLGEN

· 15 Ge­rä­te im Ver­gleichs­test

Kaf­fee ist des Deut­schen liebs­tes Ge­tränk. Frisch ge­brüh­ter Fil­ter­kaf­fee dürf­te da­bei wohl noch im­mer die Haupt­rol­le im Haus­halt spie­len. Bei den Ma­schi­nen las­sen sich die Her­stel­ler im­mer wie­der tech­ni­sche Neu­hei­ten ein­fal­len, um es je­dem Kaf­fee­trin­ker mög­lichst recht zu ma­chen. Am bes­ten soll es mit frisch ge­mah­le­nen Kaf­fee­boh­nen mun­den. Wir wol­len im Test­la­bor her­aus­fin­den, wel­che Ma­schi­ne in je­der Hin­sicht am bes­ten funk­tio­niert und hand­hab­bar ist. Zwölf Her­stel­ler ha­ben uns 15 ih­rer ak­tu­el­len Mo­del­le da­für zur Ver­fü­gung ge­stellt. Wir ha­ben sie ge­ord­net nach Fil­ter­kaf­fee­ma­schi­nen mit Ther­mo­kan­ne, mit Glas­kan­ne und mit in­te­grier­tem Mahl­werk.

Wel­che Kan­ne neh­me ich? Ei­ne Ther­mo­kan­ne emp­fiehlt sich vor al­lem, wenn die Kan­ne mit auf dem Ess­tisch in der Stu­be, im Gar­ten oder am häus­li­chen Ar­beits­platz ste­hen soll. Da kann man auch die letz­te Tas­se noch heiß ge­nie­ßen, oh­ne die Kan­ne je­des Mal wie­der auf die Heiz­plat­te der Kaf­fee­ma­schi­ne zu stel­len. Bei ei­ner trans­pa­ren­ten Glas­kan­ne hat man na­tür­lich den Über­blick, wie vie­le Tas­sen man noch aus­schen­ken kann. Meis­tens ver­fü­gen Glas­kan­nen über ei­ne Ska­lie- rung, 125 Mil­li­li­ter pas­sen in ei­ne üb­li­che Kaf­fee­tas­se. Op­tisch macht ei­ne Glas­kan­ne auch et­was her, aber prak­ti­sche Ge­sichts­punk­te soll­ten bei der Ent­schei­dung für Glas- oder Ther­mo­kan­ne wohl schwe­rer wie­gen. Au­ßer­dem lohnt ein Test des Kan­nen­de­ckels. Er soll­te pro­blem­los von der Hand zu öff­nen sein, mit der man auch den Kaf­fee aus­schenkt. Sonst är­gert man sich je­des Mal aufs Neue über das um­ständ­li­che Pro­ze­de­re.

Wie gut ist der De­ckel? Aus ei­ner Glas­kan­ne ist der Kaf­fee rasch aus­ge­schenkt, denn der Kan­nen­de­ckel lässt die Aus­gus­s­öff­nung frei. Nicht so bei der Ther­mo­kan­ne. Ent­schei­dend ist bei die­ser Kan­ne die Dicht­heit des De­ckels, da­mit die op­ti­ma­le Kaf­fee-trink­tem­pe­ra­tur mög­lichst lange be­wahrt wird. Laut all­ge­mei­ner Emp­feh­lung liegt die­se bei 85 Grad Cel­si­us (°C). Am bes­ten ge­lang das bei der Test-ma­schi­ne von Braun, nach 30 Mi­nu­ten (min.) war der Kaf­fee le­dig­lich um ein Grad ab­ge­kühlt. Bei der Ma­schi­ne von Ro­sen­stein&söh­ne be­trug der Ver­lust be­reits 2,8 °C, ob­wohl sich der De­ckel so fest an der Iso­lier­kan­ne an­ge­saugt hat­te, dass er sich nicht ein­hän­dig öff­nen ließ. Dem gro­ßen Ver­schluss ist nur mit bei­den Hän­den bei­zu­kom­men, ei­ne muss die Kan­ne fest­hal­ten, wäh­rend man mit der an­de­ren am De­ckel kräf­tig dreht.

Wann lei­det der Ge­schmack? Kaf­fee­ma­schi­nen mit Glas­kan­nen be­nö­ti­gen ei­ne Kan­nen­hei­zung. Die Heiz­plat­te der Ma­schi­ne ist in der Re­gel für rund 40 Mi­nu­ten in Be­trieb. Ein län­ge­res Warm­hal­ten des Kaf­fees wird von Kaf­fee­ken­nern über­dies nicht emp­foh­len, da der Ge­schmack mit der Zeit lei­det. Drei der Test­ma­schi­nen bo­ten nach 30 min. ein Ge­tränk, das le­dig­lich 2,1 bis 3,8 °C ab­ge­kühlt war. Als be­son­ders ne­ga­tiv für die Ge­schmacks­ent­wick­lung gilt al­ler­dings, wenn der Kaf­fee nach dem Brü­hen noch­mals auf­ge­heizt wird. Die Ca­so NOVEA C4 hat die Kaf­fee­tem­pe­ra­tur auf der Wär­me­plat­te um bis zu 2,6 °C an­stei­gen las­sen, was in un­se­rem Test lei­der zu ei­ner schlech­te­ren Be­wer­tung führ­te.

Wo soll die Ma­schi­ne ste­hen? Die Fein­schme­cker un­ter den Fil­ter­kaf­fee­trin­kern kön­nen es be­schwö­ren: Frisch ge­mah­le­ner Kaf­fee schmeckt am bes­ten. Des­halb ist ei­ne Kom­bi-ma­schi­ne mit Mahl­werk und Fil­ter für vie­le Kaf­fee­ge­nie­ßer in­zwi­schen ers­te Wahl.

Acht die­ser „Gr­ind & Br­ew“(Mahl- und Brüh)-mo­del­le stell­ten sich dem Test, fünf mit Glas- und drei mit Ther­mo­kan­ne. Dar­un­ter wa­ren Mo­del­le mit denk­bar un­ter­schied­lichs­ten tech­ni­schen Aus­stat­tun­gen: vom ein­fa­chen Schlag­mahl­werk im Kaf­fee­fil­ter bis hin zur di­gi­tal ge­steu­er­ten Ma­schi­ne mit zwei Vor­rats­be­häl­tern und hoch­wer­ti­gem Ke­gel­mahl­werk. Apro­pos Platz spa­ren. Wenn man in sei­ner Kü­che nicht be­son­ders viel Ar­beits­flä­che zur Ver­fü­gung hat, soll­te man vor dem Kauf ei­ner neu­en Kaf­fee­ma­schi­ne zwei Din­ge be­ach­ten. Ers­tens: Man­che Ma­schi­nen er­rei­chen ei­ne enor­me Hö­he bei ge­öff­ne­ter Ab­de­ckung. So ist bei­spiels­wei­se die Grun­dig 8680 (oh­ne Mahl­werk) bei ge­öff­ne­ter Ab­de­ckung gan­ze 60 Zen­ti­me­ter (cm) hoch. Sie passt da­mit viel­leicht ge­ra­de noch un­ter ei­nen Hän­ge­schrank – oder viel­leicht auch nicht. Zwei­tens sind Kaf­fee­ma­schi­nen mit un­ter­schied­lich lan­gen Strom­ka­beln ver­se­hen. Die Ka­bel­län­ge dif­fe­rier­te bei un­se­ren Test­model­len von 65 cm (Ca­so mit Mahl­werk) bis 140 cm (Rus­sell Hobbs Bucking­ham). Und so­mit be­stimmt auch die­ses Maß mit über die Wahl oder zu­min­dest den Stand­ort der Ma­schi­ne. Als nütz­lich kann sich ein Ka­belstau­fach er­wei­sen, wie es u. a. letzt­ge­nann­te Ma­schi­ne bie­tet. Ein Zu­viel an Ka­bel kann in der Ma­schi­ne ver­schwin­den.

Be­que­me Was­ser­ver­sor­gung? Als ers­ten Schritt je­der Te­st­rei­he ha­ben wir uns die Be­di­en­an­lei­tun­gen vor­ge­nom­men. Al­le wa­ren in ein­wand­frei­em Deutsch und ha­ben den Le­ser auf Ge­fah­ren hin­ge­wie­sen. Am bes­ten ha­ben uns die Er­läu­te­run­gen von Phi­lips ge­fal­len, weil je­der Be­dien­schritt mit ei­ner ein­deu­tig er­kenn­ba­ren klei­nen Zeich­nung zum kur­zen und prä­gnan­ten Text ver­se­hen war. Da­bei hat die Phi­lips HD 7760 (mit Mahl­werk) so­gar ei­ne un­ge­wöhn­li­che, di­gi­ta­le Ein­knopf­be­die­nung – dank der gu­ten An­lei­tung fan­den wir uns aber schnell hin­ein. Wei­ter ging es im Test, die Ma­schi­nen wur­den mit Kaf­fee und Was­ser ver­sorgt. Schon al­lein in die­ser Ka­te­go­rie konn­te der spä­te­re Test­sie­ger Phi­lips punk­ten: Die Ma­schi­ne wird be­quem von vorn mit Was­ser be­füllt. Und von vorn lässt sich auch der Was­ser­stand gut ab­le­sen. Gut be­fül­len lässt sich auch ein ab­nehm­ba­rer Tank, wie z. B. bei Se­ve­rin und Unold. Bei der Wahl des Mo­dells soll­te man auch tes­ten, ob sich der Tank leicht wie­der ein­set­zen lässt, im­mer­hin ist er nach dem Fül­len nicht mehr so leicht han­del­bar wie vor­dem. Et­was un­be­que­mer ge­stal­tet sich das Was­ser­ein­fül­len bei fes­tem Tank mit Öff­nung im hin­te­ren Ma­schi­nen­be­reich. Pro­blem­los ab­les­bar ist der Was­ser­stand bei trans­pa­ren­tem Was­ser­tank, wie bei Me­lit­ta. Sehr gut von vorn zu er­ken­nen ist der Füll­stand bei der Clo­er-ma­schi­ne, wäh­rend des Be­triebs wird der Was­ser­tank so­gar im In­ne­ren be­leuch­tet, das sieht auch toll aus! Schwie­rig wird das Ab­le­sen bei fes­tem Tank und in­nen lie­gen­der Ska­lie­rung, da heißt es, von oben ins In­ne­re des Tanks zu spä­hen, wie bei Braun oder Grun­dig. Fällt dann der ei­ge­ne Schat­ten in den Tank, lässt sich kaum noch et­was er­ken­nen. Und auch er­wäh­nens­wert fin­den wir ei­nen Si­gnal­ton zum Ab­schluss des Brü­hens, da­mit man gleich weiß: Ah, jetzt ist der Kaf­fee fer­tig. Die­se Funk­ti­on bie­tet al­ler­dings nicht je­de Ma­schi­ne.

In­di­vi­du­el­ler Ge­schmack? Bei den Be­dien­ele­men­ten, den Sym­bo­len und de­ren An­ord­nung gab es so vie­le Va­ri­an­ten wie Test­model­le. Po­si­tiv ist uns ne­ben der Ein-knopf-be­die­nung bei Phi­lips die über­sicht­li­che, lo­gi­sche An­ord­nung der Be­dien­ele­men­te und Dis­play-an­zei­ge bei der Me­lit­ta-ma­schi­ne auf­ge­fal­len. Al­le di­gi­tal ge­steu­er­ten Ge­rä­te ver­fü­gen über ei­ne 24-St­un­den-ti­mer-funk­ti­on, so dass der Duft von frisch ge­brüh­tem Kaf­fee ei­nen be­reits nach dem Auf­wa­chen er­war­tet. Wenn man es halt

so möch­te, heißt es am Abend zu­vor die Ma­schi­ne mit Boh­nen bzw. Kaf­fee­pul­ver und Was­ser zu ver­sor­gen und den Ti­mer zu pro­gram­mie­ren. Vom in­di­vi­du­el­len Ge­schmack hängt es ab, ob man viel Kaf­fee­mehl für ei­ne Tas­se Kaf­fee ver­wen­det oder we­nig, ob man die Boh­nen fein oder grob mahlt. Wir lern­ten beim Test ein­fa­che Kom­bi­ma­schi­nen (von Unold und Ca­so) ken­nen, bei de­nen die ge­wünsch­te Boh­nen­men­ge di­rekt in den Fil­ter kommt. Von der da­rin be­find­li­chen Schlag­müh­le wer­den die Boh­nen ge­mah­len und dann brüht die Ma­schi­ne den Kaf­fee. Auch bei die­sen Ma­schi­nen kann man wäh­len zwi­schen zwei Fein­heits­gra­den. Höchs­ten Kom­fort hin­sicht­lich der Ge­schmacks­vor­lie­ben bot die Phi­lips-ma­schi­ne mit Mahl­werk, und das nicht nur hin­sicht­lich Mahl­grad und -men­ge: Der gro­ße Boh­nen-vor­rats­be­häl­ter ist in zwei gut ver­schlos­se­ne Fä­cher un­ter­teilt für zwei Boh­nen­sor­ten. Zu­dem kann man noch ei­ne drit­te Sor­te auf­brü­hen, denn wie je­de Kom­bi­ma­schi­ne ist auch sie mit vor­ge­mah­le­nem Kaf­fee be­füll­bar. Das Pul­ver kommt na­tür­lich di­rekt in den Fil­ter, das Mahl­werk bleibt aus­ge­schal­tet.

Ga­ran­tiert hei­ßer Kaf­fee? Gu­ter Kaf­fee braucht ei­ne aus­rei­chend ho­he Brüh­tem­pe­ra­tur. Der emp­foh­le­ne Re­fe­renz­wert wird mit 93 °C an­ge­ge­ben. Un­se­re Tests er­ga­ben, dass nicht al­le der 15 Fil­ter­kaf­fee­ma­schi­nen das Was­ser mit ei­ner solch ho­hen Tem­pe­ra­tur in den Fil­ter lei­ten kön­nen, nur sechs ha­ben es ge­schafft, ei­ne da­von ist die Clo­er-ma­schi­ne. Im In­ne­ren ih­res Was­ser­tanks soll ein Schwim­mer da­für sor­gen, dass die Durch­fluss­men­ge an Was­ser durch die er­hitz­te Stei­glei­tung be­grenzt wird. So wird das Was­ser gleich­mä­ßi­ger er­hitzt und schon zu Be­ginn des Brü­hens hei­ßer. So man­cher Kaf­fee­trin­ker wird es schon selbst er­lebt ha­ben: Nach Jah­ren wird das Was­ser im­mer stär­ker er­hitzt, es dampft und zischt re­gel­recht, wenn die Ma­schi­ne mit dem Brü­hen be­ginnt. Hier han­delt es sich al­ler­dings um ei­nen we­ni­ger er­wünsch­ten Ef­fekt: Abla­ge­run­gen set­zen die Ma­schi­ne im­mer mehr zu, bis am En­de nichts mehr geht.

Schnell wie­der sau­ber? Ein sau­be­res „In­nen­le­ben“ist das A und O ei­nes gu­ten Kaf­fees und ein­wand­frei­er Ma­schi­nen­funk­ti­on. Bei di­gi­ta­len Ma­schi­nen kann man zu­meist auch die An­zei­ge ak­ti­vie­ren, wann wie­der ei­ne Ent­kal­kung an­ge­sagt ist. Man­che Ma­schi­nen las­sen sich auch mit Was­ser­fil­ter aus­stat­ten, wie die Clo­er-ma­schi­ne. Ein Pa­ra­de­bei­spiel für ho­he Rei­ni­gungs­freund­lich­keit ist die Gastro­back mit Glas­kan­ne: So­gar der Brüh­arm, an dem sich der meis­te Kalk ab­setzt, kann leicht ab­ge­nom­men und re­gel­mä­ßig ge­säu­bert wer­den. Am ein­fachs­ten zu rei­ni­gen sind na­tür­lich Ma­schi­nen mit Pa­pier­fil­ter, aber auch Per­ma­nent­fil­ter las­sen sich leicht un­ter flie­ßen­dem Was­ser ab­spü­len, wenn ih­re Ober­flä­che glatt ist. Le­dig­lich bei der Unold-ma­schi­ne fan­den sich trotz aus­gie­bi­gem Spü­len noch Kaf­fee­satz­res­te im Per­ma­nent­fil­ter, weil er vie­le Ecken und Ril­len auf­weist, in die das Spül­was­ser nicht so leicht ge­lan­gen kann. Wenn man den Aus­lass des Mahl­wer­kes rei­ni­gen möch­te, um die Ma­schi­ne zu pfle­gen oder die Kaf­fee­sor­te wech­seln will, emp­fiehlt sich ein Pin­sel. Er ge­hört meis­tens zur Aus­stat­tung der Kom­bi­ma­schi­nen. Al­ler­dings ist es wich­tig, dass kein Was­ser­dampf in den Aus­lass für das Kaf­fee­mehl kommt, des­halb ist die­ser gut ge­schützt. Zum Rei­ni­gen muss ei­ne klei­ne Klap­pe am Mahl­werks­aus­lass ge­öff­net wer­den. Prak­tisch ge­löst hat dies Rus­sell Hobbs bei sei­ner Bucking­ham: Das hin­te­re En­de des mit­ge­lie­fer­ten Pin­sels passt in den Schlitz der Schrau­be, mit de­ren Dre­hung sich die Klap­pe öff­nen lässt.

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