Cre­mig, süf­fig, le­cker

Nichts geht über ei­nen köst­li­chen Smoot­hie oder Milchs­hake, da­bei sind der Fan­ta­sie kei­ne Gren­zen ge­setzt. Ob Ra­dies­chen­blät­ter oder Man­go-tief­kühl­wür­fel, al­les be­kommt ein Stand­mi­xer fein pü­riert und trink­bar auf­be­rei­tet. Wir ha­ben ver­schie­de­ne Ge­rä­te au

Haus & Garten Test - - INHALT - VON MARGITTA ILLGEN

Wer auf Mix­ge­trän­ke steht, der wird wohl nichts da­ge­gen ein­wen­den, wenn ne­ben Kaf­fee­ma­schi­ne, To­as­ter, Was­ser­ko­cher noch ein Ge­rät sei­nen Platz auf der Kü­chen­the­ke be­an­sprucht: ein Stand­mi­xer – in Eng­lisch: Blen­der. Wie der Na­me be­reits sagt, soll der Kü­chen­hel­fer ei­nen mög­lichst fes­ten Stand ha­ben, da­mit er von den enor­men Kräf­ten, die beim Mi­xen wir­ken, nicht um­ge­wor­fen wird. Des­halb weist der un­ten lie­gen­de Mo­tor­block ei­nes Stand­mi­xers auch ein re­la­tiv ho­hes Ge­wicht auf, wäh­rend der Mix­krug oft aus leich­tem Kunst­stoff be­steht. Un­se­re Test­kan­di­da­ten brach­ten von 3,1 kg (Grun­dig) bis 9,2 kg (Kit­chen­aid) auf die Waa­ge. Die „Schwer­ge­wich­te“wer­den schon vom Ei­gen­ge­wicht si­cher am Platz ge­hal­ten. Ei­ni­ge Stand­mi­xer wie der von Ca­so kön­nen sich dank ih­rer Saug­fü­ße auf der Ar­beits­flä­che fest­sau­gen.

Viel Kraft – bes­te Er­geb­nis­se Ein Mes­sers­tern mit vier oder sechs kräf­ti­gen Klin­gen muss im Ver­bund mit dem Mo­tor al­le Zu­ta­ten feinst­mög­lich zer­klei­nern. Für die leis­tungs­stärks­ten Ma­schi­nen wie Kit­chen­aid, Blend­tec Professional und Blend­tec To­tal Blen­der so­wie den Pro­fi-stand­mi­xer von Ro­sen­stein & Söh­ne kein Pro­blem. Bei den leis­tungs- schwä­che­ren Mo­del­len wie dem von AEG oder Melissa blie­ben noch Frucht­stü­cke im Smoot­hie wie auch im Milchs­hake zu­rück. Aber Leis­tungs­fä­hig­keit macht es of­fen­bar nicht al­lein: Der Rom­mels­ba­cher Stand­mi­xer ist im­mer­hin mit ei­ner Ma­xi­mal­leis­tung von 1 200 Watt aus­ge­schil­dert, hat im Test et­li­che grö­ße­re Frucht­klum­pen üb­rig ge­las­sen. Beim gleich­star­ken Wmf-mul­ti­funk­ti­ons­mi­xer sind wir mit dem Tes­t­er­geb­nis je­doch sehr zu­frie­den. Das ein­fachs­te Ge­rät im Test ist der SM 7680 von Grun­dig. Der Mes­sers­tern muss auf den be­füll­ten Mix­krug ge­schraubt und bei­des auf den Mo­tor­block plat­ziert wer­den und los geht es. Al­ler­dings eig­net sich der Klei­ne nur für den ge­rin­gen Be­darf: Man soll nur ma­xi­mal 200 Gramm Früch­te ein­fül­len. Die Be­di­en­an­lei­tung weist dar­auf hin, dass beim Über­schrei­ten von ei­ner Mi­nu­te Lauf­zeit ei­ne Mo­tor­über­hit­zung droht. Das heißt im End­ef­fekt wohl: Wer nicht sehr dis­zi­pli­niert mit dem Ge­rät um­geht, hat nicht lan­ge Freu­de dar­an.

Nütz­li­che Be­di­en­pro­gram­me Selbst­ver­ständ­lich wird man mit der Zeit im­mer ver­trau­ter mit sei­nem Kü­chen­ge­rät und weiß ein­fach, wann der Smoot­hie die op­ti­ma­le Kon­sis­tenz er­reicht hat. Doch bis da­hin ist man für ei­ne klei­ne Hil­fe vi­el­leicht dank­bar: Mit ei­nem Tas­ten­druck auf das Smoot­hie-pro­gramm legt der Mi­xer los: Erst lang­sam, dann schnel­ler, mit Puls­funk­ti­on und oh­ne. Die meis­ten vor­pro­gram­mier­ten Test­kan­di­da­ten ha­ben sich ei­ne Mi­nu­te Zeit ge­las­sen für die per­fek­ten Smoot­hies oder Milchs­hakes. So ha­ben wir den Kan­di­da­ten mit ein­fa­chen me­cha­ni­schen Schal­tern (AEG, Ca­so, Melissa, Rus­sell Hobbs) auch ei­ne Mi­nu­te ge­gönnt, um ih­re Ar­beit zu ver­rich­ten. Bei Ca­so und Rus­sell Hobbs hat es am bes­ten ge­klappt.

Wei­te­re nütz­li­che Funk­tio­nen Au­ßer den im Test vor­ge­se­he­nen Funk­tio­nen bie­ten man­che Test­ge­rä­te viel Zu­satz­nut­zen. Bei­spiel Kult Pro von WMF: Ne­ben dem ei­gent­li­chen Mix­krug mit 1 200 ml Fas­sungs­ver­mö­gen ge­hö­ren zwei wei­te­re, klei­ne­re Mix­be­häl­ter zur Aus­stat­tung in­klu­si­ve Schraub­de­ckel mit Trink­ver­schluss zum Mit­neh­men. Und ein drit­ter Mix­be­häl­ter ge­hört da­zu, zum Mah­len von här­te­ren Sa­chen wie Kaf­fee­boh­nen, Nüs­sen oder Ge­trei­de. Nächs­tes Bei­spiel: Krups Coo­king High Speed Blen­der. Mit dem Ge­rät kann man tat­säch­lich Zu­ta­ten pü­rie­ren und

ko­chen, da­zu hat es ei­ne in­te­grier­te Heiz­plat­te über dem Mo­tor­block. Und noch ein Bei­spiel, die drei „Kraft­pa­ke­te“Kit­chen­aid, Blend­tec Clas­sic und Professional be­tref­fend: Auch sie ver­fü­gen über ein Sup­pen­pro­gramm, doch es funk­tio­niert gänz­lich an­ders als das zu­vor ge­nann­te. Die Zu­ta­ten wer­den aus­schließ­lich durch die ho­he Ro­ta­ti­ons­ge­schwin­dig­keit des Mes­sers­terns er­hitzt. Das ha­ben wir so­gar be­reits bei un­se­ren Smoot­hie-tests be­merkt. Nach ei­ner Mi­nu­te wa­ren die Smoot­hies be­reits leicht er­wärmt. Des­halb macht es sich gut, ge­kühl­te Zu­ta­ten oder so­gar ei­ni­ge Eis­wür­fel zu ver­wen­den.

Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen Da ge­ra­de die Re­de von Pro­fi-ge­rä­ten ist: Das heißt kei­nes­falls, dass ei­ner der ge­tes­te­ten Mi­xer für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz be­stimmt wä­re. Die Us-fir­ma Blend­tec ge­währt zehn Jah­re Ga­ran­tie auf die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Professional-se­rie. Al­ler­dings heißt es un­miss­ver­ständ­lich: „Ge­rä­te, die für kom­mer­zi­el­le Zwe­cke ver­wen­det wer­den oder wur­den, sind von die­ser Ga­ran­tie aus­ge­schlos­sen.“Die Mix­krü­ge un­se­rer Test­ge­rä­te be­ste­hen ent­we­der aus Glas oder aus kla­rem Kunst­stoff. In der Ver­gan­gen­heit gab es Dis­kus­sio­nen um den Schad­stoff BPA (Bi­s­phe­nol A) in man­chen Kunst­stof­fen. Doch bei un­se­ren Test­ge­rä­ten fan­den wir aus­nahms­los ent­we­der gleich auf der Ver­pa­ckung oder in der Be­di­en­an­lei­tung ei­nen Hin­weis, dass es sich um Bpa-frei­en Kunst­stoff han­delt. Beim Tes­ten des Melissa-mi­xers sind uns gleich zwei Miss­ge­schi­cke un­ter­lau­fen, vor dem wir gern an­de­re Nut­zer be­wah­ren möch­ten: Beim drit­ten Test, dem Be­rei­ten von Milchs­hakes – der Mix­krug wur­de vor­her ei­ner Schnell­rei­ni­gung un­ter­zo­gen, d. h. nicht in sei­ne Ein­zel­tei­le zer­legt – trat nach et­wa 30 Se­kun­den Milchs­hake un­ten aus dem Krug aus. Ers­te Re­ak­ti­on: Ste­cker zie­hen. Beim Be­sei­ti­gen des Mal­heurs fan­den wir die Ur­sa­che schnell: Die Mes­se­r­ein­heit hat­te sich von selbst ge­lo­ckert. Nach­dem al­les wie­der sau­ber und tro­cken war, trat das zwei­te Miss­ge­schick auf: Für ei­ne letz­te Funk­ti­ons­prü­fung ha­ben wir den Mi­xer wie­der ans Strom­netz an­ge­schlos­sen und den Mix­krug oh­ne De­ckel auf­ge­setzt. Über­ra­schung: Der Mes­sers­tern ro­tier­te so­fort los. Zum Glück war nichts im Krug. Wir hat­ten schlicht ver­ges­sen, den Be­triebs­schal­ter wie­der auf „0“zu stel­len. Die Leh­re aus der we­nig ruhm­rei­chen Sto­ry: Be­son­ders bei ein­fa­cher Tech­nik ge­wis­sen­haft Funk­ti­ons­tüch­tig­keit über­prü­fen und den Be­di­en­hin­wei- sen fol­gen. Hoch­wer­ti­ge Ge­rä­te ha­ben ge­nü­gend Si­cher­hei­ten ein­ge­plant, da­mit Be­di­en­feh­ler kei­ne Fol­gen ha­ben.

Leich­te, schnel­le Rei­ni­gung Wenn man die Res­te von Smoot­hies und Sha­kes, erst recht sol­che mit Milch, nicht erst lan­ge ein­trock­nen lässt, son­dern den Mix­krug samt Mes­sers­tern gleich wie­der säu­bert, geht das sehr schnell und un­kom­pli­ziert. Die pro­gram­mier­ba­ren Stand­mi­xer ver­fü­gen meis­tens auch über ein se­pa­ra­tes Rei­ni­gungs­pro­gramm. Da­zu wird et­wa ein Vier­tel bis ein hal­ber Li­ter war­mes Was­ser mit ein paar Trop­fen Spül­mit­tel in den Mi­xer ge­füllt und die Wahl­tas­te ge­drückt. Bei den nicht pro­gram­mier­ba­ren Ge­rä­ten schal­tet man am bes­ten auf Pul­se-be­trieb und lässt sie so 30 Se­kun­den lau­fen. Wenn der Schaum un­ter flie­ßen­dem Was­ser aus­ge­spült wur­de, stellt man die Kan­ne zum Ab­lau­fen der letz­ten Was­ser­trop­fen ver­kehrt her­um ab. Die hoch­wer­tigs­ten Ge­rä­te ha­ben gar kei­nen Aus­bau der Mes­se­r­ein­heit vor­ge­se­hen, sie ist ab­so­lut dicht mit dem Mix­krug ver­bun­den. Al­le an­de­ren Mix­be­häl­ter las­sen sich mehr oder we­ni­ger auf­wen­dig de­mon­tie­ren. Sehr leicht geht es bei den Ein­zel­tei­len des Wmf-mi­xers, die bis auf den An­trieb al­le in die Spül­ma­schi­ne dür­fen.

Die Zu­ta­ten für ei­nen Test: Äp­fel und Nek­ta­ri­nen ge­hö­ren in un­se­ren Smoot­hie so­wie et­was Was­ser. Ei­ni­ge Eis­wür­fel wä­ren auch gut (2) Nicht je­der Smoot­hie ge­lang so fein und ho­mo­gen wie der von Kit­chen­Aid, auch Scha­len­tei­le sind nicht mehr zu er­ken­nen

Bei die­sem Milchs­hake blie­ben noch ei­ni­ge Frucht­stü­cke im Sieb zu­rück, was zwangs­läu­fig zu Punkt­ein­bu­ßen führ­te (4) Mit dem Crus­hen von Eis­wür­feln kam der Phi­lips nicht zu­recht. Ei­gent­lich soll­te das Er­geb­nis mög­lichst gleich­mä­ßig ge­ra­ten

Un­sau­be­res Aus­gie­ßen und kräf­ti­ges Nach­trop­fen beim Mix­krug sind gar nicht er­wünscht und er­hal­ten des­halb Punkt­ab­zug (6) Weil ein Mi­xer ziem­lich laut ar­bei­tet, hat der Blend­tec Professional 800 ei­ne Schall­schutz­hau­be auf­ge­setzt be­kom­men

Viel nütz­li­ches Zu­be­hör, wie zwei Mit­nah­me­be­häl­ter und ei­ne Kaf­fee­müh­le, kom­plet­tiert den Stand­mi­xer Kult Pro von WMF (8) So ein Mal­heur beim Melissa-test: Da ist uns doch we­gen ei­nes lo­cke­ren Tei­les ei­ni­ges vom Milchs­hake aus­ge­lau­fen

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