Schall und Rauch

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Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik soll best­mög­lich un­ter­hal­ten, aber durch im­mer kür­ze­re Pro­dukt­zy­klen stellt sich schon vor der Markt­ein­füh­rung ei­nes neu­en Pro­duk­tes die Fra­ge: Was wird der ob­li­ga­to­ri­sche Nach­fol­ger kön­nen? Das Pro­blem, dass auch bes­te Tech­nik mit al­ler­lei Skep­sis be­äugt wird, ist ei­ner­seits haus­ge­macht: Wenn Her­stel­ler Jahr für Jahr ih­re ge­sam­te Pro­dukt­pa­let­te er­set­zen, kann man als Kon­su­ment mitt­ler­wei­le die Uhr da­nach stel­len und sich si­cher sein, dass das Bes­se­re nicht mehr lan­ge auf sich war­ten lässt. An­de­rer­seits sind die An­sprü­che, die an die

„Fünf Jah­re al­te Tech­nik er­scheint rück­bli­ckend äl­ter, als man es mit ei­nem nost­al­gi­schen Blick dar­auf wahr­ha­ben möch­te.“

Her­stel­ler ge­stellt wer­den, oft­mals un­rea­lis­tisch. „Ist das neue Ge­rät zu­kunfts­si­cher?“, lau­tet ei­ne der am häu­figs­ten ge­stell­ten Fra­gen. Wenn wir die Ge­gen­fra­ge stel­len, was Zu­kunfts­si­cher­heit be­deu­tet, dann er­hal­ten wir häu­fig die Ant­wort: „Das Ge­rät soll­te fünf Jah­re ak­tu­ell blei­ben.“Wenn wir fünf Jah­re in die Ver­gan­gen­heit schau­en, dann stel­len wir fest: Ul­tra-hd-fern­se­her wa­ren im Pro­to­ty­pen­sta­di­um, HDR war nicht ein­mal im Klein­ge­druck­ten zu le­sen, be­zahl­ba­re OLED-TVS wa­ren noch Zu­kunfts­mu­sik, das Tv-strea­m­ing steck­te noch in den Kin­der­schu­hen und von Vi­deo­quel­len, die Fo­to­qua­li­tät er­rei­chen, konn­te man nur träu­men. Kurz­um: Fünf Jah­re al­te Tech­nik er­scheint rück­bli­ckend äl­ter, als man es mit ei­nem nost­al­gi­schen Blick dar­auf wahr­ha­ben möch­te. So­mit wird ak­tu­el­le Tech­nik in fünf Jah­ren auch alt sein und we­der Sie noch die Her­stel­ler wer­den dar­an et­was än­dern kön­nen. Doch war­um soll­te man dann über­haupt teu­re Tech­nik auf den Markt brin­gen oder viel Geld da­für aus­ge­ben? Die Ant­wort mag un­be­frie­di­gend klin­gen, trifft den Na­gel aber auf den Kopf: Weil Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik Spaß und Freu­de be­rei­ten kann und dies be­reits im Hier und Jetzt. In un­se­ren Tests kön­nen wir zwar kein Ge­rät über den grü­nen Klee lo­ben und Sie wer­den ein­mal mehr fest­stel­len, dass wir mit Kri­tik nicht spa­ren, doch ein der­art ho­hes Qua­li­täts­ni­veau konn­ten wir noch nie im Test­la­bor be­stau­nen. Sta­gna­ti­on kann man der Bran­che al­so kei­nes­wegs vor­wer­fen. Zu­dem ver­bes­sert sich auch die Si­gnal­qua­li­tät von Zu­spie­lern, so­dass die Qua­li­täts­vor­tei­le ak­tu­el­ler Tech­nik im­mer deut­li­cher hör- und seh­bar aus­fal­len. Wenn Sie al­so dem­nächst doch schwach wer­den soll­ten und ei­ne Men­ge Geld für Din­ge aus­ge­ben, die mor­gen schon wie­der „ver­al­tet“sind, dann trau­ern Sie der In­ves­ti­ti­on nicht nach, son­dern ge­nie­ßen Sie je­den Mo­ment. Das Stu­die­ren der Tech­nik von über­mor­gen ist da­ge­gen vor al­lem ei­nes: Schall und Rauch.

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