Ju­gend­li­cher er­sticht Mann in Ulm

16-Jäh­ri­ger we­gen Mor­des an­ge­klagt

Illertisser Zeitung - - Bayern - VON MICHAEL RUDDIGKEIT

Die Staats­an­walt­schaft Ulm hat ge­gen ei­nen 16-jäh­ri­gen Ju­gend­li­chen An­kla­ge we­gen Mor­des er­ho­ben. Er soll im Mai die­ses Jah­res ei­nen Mann in des­sen Woh­nung in der Nä­he des Haupt­bahn­hofs er­sto­chen und an­schlie­ßend Feu­er ge­legt ha­ben. Die An­kla­ge­be­hör­de geht da­von aus, dass er aus ho­mo­pho­ben Mo­ti­ven, al­so aus Hass auf Ho­mo­se­xu­el­le, han­del­te. Au­ßer­dem ha­be er sich am Ei­gen­tum des Op­fers be­rei­chern wol­len.

Zum Zeit­punkt der Tat war der An­ge­schul­dig­te erst 15 Jah­re alt. Der Ju­gend­li­che, der nicht aus der Re­gi­on stammt, war da­mals wohn­sitz­los. Das spä­te­re Op­fer, ei­nen 64 Jah­re al­ten Mann, lern­te er im Bahn­hofs­um­feld ken­nen. Er soll ihn um et­was zu trin­ken, zu rau­chen und um ei­nen Schlaf­platz ge­be­ten ha­ben. Schließ­lich ging er in die Woh­nung des Man­nes in ei­nem Mehr­fa­mi­li­en­haus in der Schil­ler­stra­ße mit. Dort soll ihn der 64-Jäh­ri­ge auf­ge­for­dert ha­ben, ihm ins Schlaf­zim­mer zu fol­gen, um mit­ein­an­der Sex zu ha­ben. Der Ju­gend­li­che hol­te statt des­sen ein Mes­ser aus der Kü­che und stach auf sein arg­lo­ses Op­fer ein, bis die Klin­ge ab­brach. Dann nahm er zwei wei­te­re Mes­ser und mach­te wei­ter, bis der 64-Jäh­ri­ge auf­grund sei­nes ho­hen Blut­ver­lus­tes starb. Da­nach soll sich der An­ge­schul­dig­te ge­wa­schen, et­was Bar­geld und ei­ne Di­gi­tal­ka­me­ra ge­stoh­len und ein Feu­er ge­legt ha­ben. Da­zu zün­de­te er ein So­fa und ei­nen Sta­pel Klei­dungs­stü­cke des Op­fers an und ver­ließ das Haus. Die Po­li­zei kam ihm we­ni­ge Ta­ge spä­ter auf die Spur. Da­bei hal­fen un­ter an­de­rem Zeu­gen­hin­wei­se so­wie die Auf­nah­men ei­ner Über­wa­chungs­ka­me­ra am Bahn­hof­steg. Seit sei­ner Fest­nah­me En­de Mai sitzt der Ju­gend­li­che in Un­ter­su­chungs­haft. Er ist weit­ge­hend ge­stän­dig.

Dass der An­ge­schul­dig­te die Tat we­gen sei­ner ge­ne­rel­len Ab­nei­gung und Ver­ach­tung von Ho­mo­se­xu­el­len be­gan­gen ha­ben soll, wer­tet die Staats­an­walt­schaft als nied­ri­gen Be­weg­grund. Auch das Mord­merk­mal der Heim­tü­cke wird ihm zur Last ge­legt. Ein Sach­ver­stän­di­ger soll ein psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten über ihn er­stel­len.

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